Hohe Nachfrage

Supermärkte im Corona-Modus

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Mit dem Desinfektionsmittel gegen Viren: Am Rewe werden die Einkaufswagen regelmäßig eingesprüht.

Halver/Schalksmühle - Trotz, beziehungsweise gerade wegen Corona: Die Supermärkte in Halver und Schalksmühle bleiben geöffnet. Und sie stehen mitunter vor besonderen Herausforderungen.

Die Lebensmittelläden zählen zu den wenigen Geschäften, die auch in Zeiten der Corona-Krise weiterhin geöffnet sind. So wird gewährleistet, dass die Bürger weiterhin mit den Dingen des täglichen Bedarfs versorgt werden. 

Bei den großen Supermarktketten wie Lidl, Kaufland oder Rewe zeigt sich in Halver ein einheitliches Bild. Vor allen Filialen stehen extra angeheuerte Sicherheitskräfte, die die Einkaufswagen desinfizieren und die Kunden darauf hinweisen, zur Wahrung des Mindestabstands einen Wagen zu nehmen. 

Auch Hamstereinkäufe sind nicht mehr in der Form möglich, wie es noch vor zwei oder vielleicht drei Wochen der Fall war. Mehrere Hinweisschilder mit der Aufschrift „Verkauf von Lebensmitteln nur in haushaltüblichen Mengen“ sind in den Läden befestigt. Inwieweit der Umsatz der Supermarktketten stieg oder fiel, lässt sich nur erahnen. Die Läden in Halver verwiesen auf ihre jeweiligen Pressestellen, eine Auskunft vor Ort sei nicht gestattet. 

Delikatessen aus Polen stoßen auf große Resonanz

Beim polnischen Delikatessenladen Emi in Halver ist der Umsatz hingegen gestiegen. „Bei mir im Laden ist es seit der Corona-Krise wirklich besser geworden. Ich habe mehr Kundschaft und diese kauft auch mehr als sonst üblich. Vielleicht hat das auch schon mit dem Ostergeschäft zu tun, die Leute wollen sich womöglich frühzeitig eindecken“, sagt Inhaberin Ursula Schulte. 

Einen möglichen Grund für den Umsatzaufschwung hat sie auch: „Es kann auch wirklich damit zu tun haben, dass die Leute Angst haben, in wenigen Wochen vielleicht noch seltener vor die Tür zu dürfen.“ Auch die hygienischen Vorgaben sind im Laden an der Frankfurter Straße erfüllt. 

Ein Hinweisschild am Eingang des Ladenlokals erklärt die Vorschriften, allerdings kann die Besitzerin nicht dafür sorgen, dass die Kunden noch zusätzlich mit Hygienemittel versorgt werden. „Da reicht bei mir der Vorrat nicht für aus, aber ich selber benutze natürlich die Hygieneprodukte und reinige auch täglich die Oberflächen.“ Ihre Waren erhält Schulte aus Polen. Bislang kam es zu keinen großen Verspätungen hinsichtlich der Lieferzeit. 

„Bisher läuft alles einwandfrei. Einen gewissen Puffer habe ich auch immer mit einkalkuliert.“ Große Angst verspürt sie aufgrund der Corona-Pandemie bis dato nicht: „Ich bin wirklich stressfrei. Natürlich müssen wir alle die getroffenen Maßnahmen einhalten. Aber ich bin von Natur aus optimistisch. Wenn man negativ denkt, tritt das Negative auch ein.“ 

Coronavirus: Angespannte Situation bei Verwandten in Polen

In ihrem Heimatland Polen sei die Situation durch die auferlegten Vorgaben angespannter als in Deutschland. „Meinen Verwandten vor Ort geht es nicht besonders gut. Sie müssen viel Zeit mit ihren Kindern zu Hause verbringen und das Geschäft meines Bruders setzt derzeit aus. Er ist Landbauer und müsste eigentlich auf den Feldern arbeiten.“ Die Familie ernährt sich zurzeit vornehmlich vom Fleisch aus der eigenen Schlachtung. Der Kontakt ist in der derzeitigen Situation besonders eng. „Wir telefonieren viel und tauschen uns aus. Aber ich bleibe optimistisch.“ 

Edeka-Chef: "Wir kämpfen an allen Fronten"

„Wir kämpfen an allen Fronten“, sagt Michael Clever vom Edeka-Markt in Dahlerbrück. Bei vielen Punkten stoße man jetzt aber an Grenzen. So gelten auch für seinen Markt unter anderem die Auflagen, dass die erforderlichen Vorkehrungen zur Hygiene und zur Steuerung des Zutritts zu treffen sind. 

Während viele Dinge wie Abstandmarkierungen oder Schutzscheiben an den Kassen und Theken bereits umgesetzt wurden, sei es schwierig, Personal für den Sicherheitsdienst und Handwerker für vorgeschriebene Baumaßnahmen zu bekommen. Das werde sich aber bis spätestens Montag ändern. Alle Mitarbeiter tragen mittlerweile Handschuhe. Zudem hätten sie Masken bekommen. 

Doch abgesehen vom Personal an der Bedientheken sei es noch freigestellt, sie aufzusetzen. „Sie können selbst entscheiden, da sie ja weniger zum Eigenschutz beitragen. Zudem möchte ich Panikmache verhindern.“ 

Noch sei die Stimmung in seinen Märkten gut. Das Personal sei geschult und bleibe freundlich. „Schließlich ist uns nur der Spaß an der Arbeit geblieben.“ Auch die Kunden seien entspannt. Stress kam auch nicht auf, als 20 Euro-Paletten Klopapier an einem Tag in seinen vier Filialen weggingen.

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