Unterrichtstart an den Schulen

Unterricht nach Corona-Pause: Maske statt Schultüte

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Halver/Schalksmühle - Es war ein erster Schultag wie kein anderer zuvor. Aber nur weil der erste Schritt zurück in den Schulalltag ein anderer war, war er nicht schlecht. Im Gegenteil.

Wie Friedhelm Schröder, Leiter der Realschule Halver, sagt, war der erste Tag nicht nur für die Schüler ein lehrreicher Tag. Die kleine Klassengröße mit maximal 13 Schülern war sowohl für die Lehrer als auch für die Schüler eine schöne Erfahrung. „Die Schüler waren motivierter und gut gelaunt“, sagt Schröder. 

Die kleineren Gruppen hätten allen besser gefallen. „Endlich mal eine gute Klassengröße“, sagt der 65-Jährige mit Blick auf seine Laufbahn als Lehrer. Ansonsten habe im Schulgebäude die Einbahnstraßenregelung gut funktioniert und einige Schüler trugen Alltagsmasken. „Nicht alle, aber einige“, sagt Schröder. Begonnen wurde mit zwei Schulstunden. Jede der sechs Klassengruppen hat einen eigenen Stundenplan, der zunächst zwischen zwei und vier Stunden Unterricht hat. „Wir sind froh, dass wieder Schüler im Gebäude sind.“ Aber von den 72 Schülern waren fünf entschuldigt, alle anderen waren anwesend. 

Im Vorfeld halfen die Hausmeister mit, die Klassenräume vorzubereiten. 

40 Schüler am AFG

Auch vonseiten des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) gibt es positive Rückmeldungen zum ersten Tag in der Schule. „Es war ein ruhiger erster Tag“, sagt Paul Meurer. „Ganz unspektakulär.“ Rund 40 Schüler waren am Donnerstag in der Schule. Morgen, wenn die Leistungskurse sich treffen, rechnet der Schulleiter mit einigen Schülern mehr. Mit dem ersten Tag ist er sehr zufrieden. 

Die Schüler hatten größtenteils Masken auf und auch bei einem Blick auf den Pausenhof sah er, dass die Schüler genügend Abstand zueinander eingehalten haben. Nachprüfungen wurden zum Glück alle noch vor den Ferien geschrieben, sagt Meurer. So fiel keine Prüfung für die Schüler an, wie es in anderen Schulen der Fall war. 

Fast 300 Schüler am ESBK

Am Eugen-Schmalenbach-Berufskolleg (ESBK) war die Situation etwas anders. Wie viele Schüler genau am Unterricht teilgenommen haben, kann Ulrich Fröndhoff nicht sagen. Aber es müssten zwischen 270 und 300 gewesen sein, sagt der Schulleiter. Aber die Schule hatte sich gut vorbereitet. Einbahnstraßenregelungen und umgestaltete Klassenräume, die den Mindestabstand zwischen den Sitzplätzen einhalten, waren plan- und zeitgemäß umgesetzt worden. 

Am Mittwoch gab es für alle Lehrer einen Testlauf. Der Alltag in der Schule wurde simuliert. Der Gang durch die Schule, in die Klassen und wieder heraus und das Ritual des Händewaschens und -desinfizierens. „Es ist sehr aufwendig zu planen“, sagt Fröndhoff und sagt, an dem Berufskolleg seien so viele Schüler, wie an keiner anderen in Halver. Und jetzt waren es nur die Abschlussjahrgänge, die zum Unterricht kommen mussten. 

4. Mai bringt Schulleiter zum Nachdenken

Wie es am 4. Mai mit allen Schülern laufen soll, bringt den Schulleiter noch zum Nachdenken. Fakt sei, wenn Mitte Mai die 180 Schüler der oberen Handelsschule ihre Prüfungen machen, braucht er mindestens 18 Räume, in denen die Prüfungen geschrieben werden. Sollte sich unter den Prüflingen noch jemand befinden, der Vorerkrankungen hat, bekommt dieser einen eigenen Raum. Wahrscheinlich müsse die Schule dann wieder zeitweise für die anderen Schüler geschlossen werden, weil es sonst nicht genügend Ausweichmöglichkeiten gebe. 

An Regeln halten in der Primusschule

„Wir sind sehr zufrieden. Es ist alles gut gelaufen. Wir blicken positiv auf den Tag zurück“, bilanziert Desiree Huwald, die Didaktische Leiterin der Primusschule. Die Schüler des Abschlussjahrgangs hätten bereits beim Eintreffen am Morgen die Sicherheitsabstände eingehalten und teilweise auch schon Masken getragen. Im Gebäude hätten sie sich sofort die Hände desinfiziert und sich direkt zu den entsprechend vorbereiteten Räumen begeben. Auch in den Pausen hätte man sich an die Regelungen gehalten. 

Auf dem Tagesplan stand für die Schüler neben einer Revue der Zeit des Homeschoolings auch eine Hygienebelehrung. „Teilweise waren sie aber bereits vorab gut informiert. Das liegt unter anderem sicher auch an den Vorarbeiten des Schulleitungsteams und den Leiterinnen der Lerngruppen“, sagt Huwald. Fragen seien eher zu den Abschlussarbeiten und zu den Leistungsbewertungen aufgekommen, die aufgrund fehlender Richtlinien noch nicht komplett beantwortet werden konnten, so Huwald. Die Schüler hätten viel Verständnis für die Regelungen in der Schule gezeigt. „Sie sind ihnen gegenüber positiv eingestellt. Ich habe in der Pause kaum Zurückhaltung oder Sorgen in den Gesichtern feststellen können.“ 

Größtenteils seien die Schüler anscheinend froh, dass sie nun wieder in der Schule gefördert werden. Man gehe davon aus, dass dieser positive Eindruck anhält. Nun müsse man schauen, wie es weiter geht, wenn weitere Jahrgänge den Unterricht wieder aufnehmen, so Desiree Huwald abschließend.

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