Ruf des Muezzins genehmigt

In Corona-Zeiten: Gebetsruf von der Moschee ist genehmigt

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Imam Abdulkadir Söner wurde den Besuchern beim letzten Tag der offenen Tür der Türkisch-islamischen Gemeinde im Oktober 2019 vorgestellt. Fünfmal ruft er in der Moschee täglich zum Gebet.

Halver - In vielen Städten ist es selbstverständlich: der Gebetsruf des Muezzins von der Moschee. Auch in Halver soll dies demnächst erfolgen.

Die türkische Ditib-Gemeinde habe sich mit einer entsprechenden Bitte an die Stadt Halver gewandt, sagt Bürgermeister Michael Brosch im Gespräch mit uns. 

Nach verwaltungsinterner Abstimmung habe man beschlossen, die Anfrage positiv zu bescheiden. Vonseiten der großen heimischen Kirchengemeinden geht Brosch ebenfalls von Zustimmung aus. Positiv bewerte das der katholische Pfarrer Claus Optenhöfel. Für die evangelische Kirche sei Heike Esken seine Ansprechpartnerin, die den Wunsch der türkischen Gemeinde in die evangelische und an die Pfarrer weitergeben werde, so der Bürgermeister weiter. 

Beschränkung zunächst auf Corona-Krise

Die Genehmigung beschränkt sich zunächst auf die Zeit der Corona-Krise. In Lüdenscheid sei die Genehmigung hingegen unbefristet. Er sehe die Zulassung als „Zeichen der Solidarität und dass wir gemeinsam durch die Krise gehen“, stellt Brosch fest. 

Die städtische Genehmigung sei allerdings auch mit klaren Vorgaben verbunden. Es gehe um den Mittags- und den Abendruf zum Gebet ohne Verwendung von Verstärkern oder Lautsprechern. Wolle die Ditib-Gemeinde über ihr Gelände hinaus in die Stadt hineinwirken, spräche aber nichts dagegen, dass sie den Gebetsruf über Kanäle wie Apps oder Youtube verbreite. „Wir wollen das in angemessener Form allen Gemeinden ermöglichen“, so Brosch weiter. Nicht zuletzt halte er das für die grundgesetzlich garantierte Freiheit der Religionsausübung. Insofern wolle man das „wohlwollend begleiten“.

Das sagt die türkisch-islamische Gemeinde

Fatma Faslak vom Vorstand der Gemeinde äußert sich im Gespräch mit uns zu der Genehmigung der Stadt Halver: 

Wie finden Sie es, dass auch in Halver der Muezzin rufen darf?

Für uns Muslime ist das ein schönes Gefühl. Es stärkt uns in dieser sehr schwierigen Zeit und gibt uns Moral. Wir danken den Behörden, dass sie uns dieses spirituelle Gefühl erleben lassen. 

Was ist das für Sie für ein Zeichen? 

Ganz klar ein Zeichen der Solidarität. Es stärkt unsere Gemeinschaft. Wir sollten gerade in dieser schwierigen Zeit viel mehr Toleranz und Miteinander zeigen. Wir alle kämpfen gegen das Virus und wir sollten alle aufeinander Acht geben. 

Was bedeutet Ihnen der Ruf des Muezzins?

Er erinnert die Muslime sowohl daran, dass die Zeit für das Gebet eingetreten ist als auch an das Gebet selbst, und ist ein Symbol dafür, dass Muslime an einem Ort leben.

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