Pflegeheim für Demenzerkrankte

Heimbewohnerin im MK mit Coronavirus infiziert

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Haus Waldfrieden in Halver: Bei einer Bewohnerin wurde das Coronavirus festgestellt. Ihr gehe es aber gut.

Halver - Das, was vermieden werden sollte, ist passiert. Eine Bewohnerin im Haus Waldfrieden ist an Covid-19 erkrankt. Das Coronavirus wurde in einem Test nachgewiesen. Aber: „Der Bewohnerin geht es gut“, sagt Bernd Lauermann, Geschäftsführer der ambulanten Wohngemeinschaft.

Die Bewohnerin habe kaum Krankheitssymptome. Allerdings hatte sie Schmerzen beim Gehen, sodass entschieden wurde, die Bewohnerin zur Absprache ins Krankenhaus zu bringen. „Wir dachten, es könnte etwas gebrochen sein.“ Die Temperatur sei erhöht gewesen, doch auch das Fieber, so die Vermutung, habe mit dem Bein zu tun. 

Im Klinikum Hellersen in Lüdenscheid wurde die Seniorin vorsorglich getestet: positiv. Die Waldfrieden-Bewohnerin muss jetzt 14 Tage in Quarantäne bleiben. Das heißt, sie bleibt auf ihrem Zimmer in der Wohngruppe. Mitarbeiter, die das Zimmer betreten müssen, tragen Schutzkittel und Mundschutz.

Weitere Coronavirus-Tests bislang negativ

„Wir halten uns an alle Vorgaben“, sagt Lauermann. Auch drei Mitarbeiter, die Kontakt zu der Infizierten hatten, wurden getestet. Alle Ergebnisse seien negativ gewesen. „Ich hoffe, dass es auch so bleibt“, sagt der Geschäftsführer. 

Eine der Mitarbeiterinnen habe die Befürchtung geäußert, sich angesteckt zu haben, weil sie Erkältungssymptome hat. Die Entwarnung habe nicht nur sie, sondern alle beruhigt. 

Alle Entwicklungen zum Coronavirus im MK in unserem News-Ticker.

Ansteckung bei Angehörigen

Angesteckt hat sich die Bewohnerin bei ihren Angehörigen, die zum Teil auch positiv auf das Coronavirus getestet wurden, wie sich nun herausgestellt hat. Sie waren zu Besuch, bevor das Haus Waldfrieden die Türen für Besucher geschlossen hat. Jetzt bleibt zu hoffen, dass die infizierte Bewohnerin nicht doch noch Symptome entwickelt. Die kommenden zwei Wochen werden es zeigen, sagt der Geschäftsführer. Sollte es beim Status Quo bleiben, sei das ein gutes Zeichen. Auch ein Zeichen der Hoffnung, würde es doch zeigen, dass auch eine Risikopatientin gute Chancen zur Genesung hat. 

"Bewohnerin ist lebensfroh"

Die Bewohnerin soll anonym bleiben. Was Bernd Lauermann aber gerne verrät, ist, dass es sich um eine lebensfrohe Person handelt, die am Leben teilnimmt. „Sie ist sonst sehr lebhaft, jetzt liegt sie im Bett.“ Nicht , weil es ihr schlecht gehe, sondern als Vorsichtsmaßnahme.

Der Arzt im Haus habe den Test zunächst abgelehnt, sagt Lauermann. Weil es keine weiteren Symptome gab und die Bewohnerin zumindest wissentlich nicht mit Infizierten in Kontakt stand. Er würde es begrüßen, wenn alle Bewohner und auch Mitarbeiter getestet würden. „Es ist schwierig mit der Dunkelziffer“, sagt er. Nicht jeder habe Symptome, aber trotzdem das Virus in sich. Würden alle getestet, könnte der Alltag im Haus Waldfrieden ganz anders strukturiert werden. 

Platzangebot als großes Plus

Auch, wenn es der Pflegeeinrichtung noch gut habe. „Wir haben 80 Personen auf drei Häuser verteilt.“ Er wolle sich nicht vorstellen, wie das Leben in Einrichtungen aussieht, die mehr Menschen auf weniger Platz unterbringen müssen. Im Haus Waldfrieden sei alles übersichtlich und kleine Gruppen seien eh die Regel. 

Seit die Besuche in Pflegeheimen untersagt sind, kommen Gäste von Außen nur noch in Ausnahmen in die Einrichtung – natürlich nur nach Absprache und Hygienemaßnahmen. Auf unnütze Härte wolle man verzichten. Besucht werden an Demenz erkrankte Personen, die mit dem Kontaktverbot nicht umgehen können. Der Ehemann einer Bewohnerinnen komme daher nach wie vor. Er bekomme von seinen Kindern den Einkauf vor die Tür gestellt und ist entweder zu Hause oder bei seiner Frau im Haus Waldfrieden. 

Vereinbarung mit Aldi-Markt

Den Einkauf vor die Tür gestellt bekommt das Haus Waldfrieden zwar nicht. Aber in einer Kooperation mit dem Aldi-Markt in Halver gebe es die Absprache, dass Mitarbeiter im Discounter die Einkaufsliste bekommen und die Lebensmittel bereitstellen. So können die Mitarbeiter den Einkauf einfach abholen, ohne den Supermarkt zu betreten. Viele hielten sich dort nämlich nicht an die Abstandsregeln.  Er will seinen Mitarbeitern daher den Gang in den Supermarkt ersparen und das damit verbundene Risiko für seine Bewohner so weit es geht eingrenzen. 

Dankesschreiben an Mitarbeiter

Für die Mitarbeiter hat Bernd Lauermann in diesen Tagen auch ein Dankesschreiben aufgesetzt, wie er sagt. Es sei für alle keine einfache Situation. Deshalb will er sich bei allen bedanken. „Alle sind trotzdem motiviert“, sagt er. Die Pflegekräfte kämen jeden Tag zu Arbeit und ließen sich nicht einschüchtern – selbst jetzt nicht mit einer an Covid-19 erkrankten Bewohnerin. „Ich finde das einfach toll.“ Alle halten zusammen und seien motiviert. In diesen Zeiten ist das sicher noch wichtiger als sonst.

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