Friseure dürfen wieder öffnen

Erster Tag beim Friseur nach Corona-Pause

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Strähnchen sind auch mit Maske möglich: Die Kunden im Salon von Silke Heim sind dankbar für die Wiedereröffnung.

Halver - Seit Montag dürfen die Friseure nach der Corona-Pause wieder öffnen, allerdings unter bestimmten Bedingungen. Wir haben am Montag einen Salon in Halver besucht. 

„Ich habe die halbe Nacht nicht geschlafen.“ Aufregend war es für Silke Heim, Friseurmeisterin in Halver an der Frankfurter Straße, am Montagmorgen schon, nach sechs Wochen Zwangspause die Türen wieder für ihre Kunden öffnen zu dürfen. Und dann auch noch – ausnahmsweise – an einem Montag, der in diesem Handwerk eigentlich als freier Tag und Ausgleich fürs kurze Wochenende gesetzt ist. 

Und auch die Kunden sind dankbar, dass es wieder weitergeht. „Ich wäre auch um 7 Uhr gekommen“, sagt Kira Linke, die mit großem Abstand zur nächsten Kundin Platz genommen hat. Denn die Termine sind knapp. „Auf drei Wochen sind wir ausgebucht“, stellt Silke Heim fest. 

Kurzarbeit ist erst einmal Geschichte

Die Kurzarbeit, die sie für ihre Kolleginnen Andrea Schneider, Margit Kleine-Tebbe und Claudia Königsmann hat anmelden müssen, ist damit erst einmal Geschichte. „Hoffentlich dauerhaft“, wie Silke Heim im Gespräch sagt. Dass der Salon die Pause wirtschaftlich überstanden hat, hängt zusätzlich auch mit der Soforthilfe für Selbstständige zusammen. „Das war unkompliziert und für die Unterstützung bin ich dankbar“, stellt sie fest. 

Silke Heim, Friseurmeisterin aus Halver.

Allerdings: Rund fünf Wochen habe es schon gedauert, bis das Geld auf dem Konto war. Aber trotz des Lock-Downs für Friseure: Ihre Kundinnen erkennt sie noch alle wieder. „Keine großen Unfälle“ hat sie gesehen bei eventuellen Versuchen, sich in der Corona-Pause selbst die Haare zu machen. Manche hätten versucht, sich selbst einen Pony zu schneiden, doch bis jetzt scheint alles reparabel. 

Verschärfte Hygiene-Standards

Dass ab jetzt alles wieder läuft wie in den Zeiten vor der Krise, glaubt die Chefin allerdings nicht. Die verschärften Hygiene-Standards würden zwar schon bald in Fleisch und Blut übergegangen sein, doch der Aufwand für das Friseurhandwerk sei trotzdem beträchtlich. Desinfektionsmittel im Eingangsbereich gehört dazu, Masken, der Mindestabstand von anderthalb Metern und einiges mehr. 

Geschnitten wird mit Handschuhen. Hinzu kommen weitere Hygieneregeln.

Allein die Desinfektion des Arbeitsplatzes zwingt zu einer ganz anderen Taktung. Eine Stunde zwischen zwei Terminen sei zurzeit Minimum, bei aufwendigeren Schnitten könnten es auch zweieinhalb und mehr sein. Zum Vergleich: in der Zeit vor Corona konnte es schon mal im Halb-Stunden-Takt vorangehen. 

Welche Auflagen auf die Betriebe zukommen, sei dabei im Grunde schon länger über die Berufsgenossenschaft bekannt gewesen. Etwa anderthalb Wochen Vorlauf habe sie gebraucht, um die Schutzausrüstungen zu beschaffen und die nötigen Vorkehrungen zu treffen. In der Praxis scheint sich aber alles einzuspielen. „Die Kunden freuen sich auf den Friseurstuhl“, gibt Silke Heim die Rückmeldung wieder, „und die Leute gehen ganz entspannt damit um.“

So sieht es bei anderen Friseuren aus.

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