Corona-Infizierte am ersten Schultag

Corona-Fälle zum Schulstart: Infizierte an zwei Schulen - es sind keine Reiserückkehrer

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[Update] Das Coronavirus lässt Halver nicht los. Vor wenigen Wochen gab es drei Fälle im Seniorenzentrum Bethanien. Die Kita Wunderland traf am Freitag Vorsichtsmaßnahmen. Doch damit war es nicht getan: Covid-19 ist wieder ein großes Thema in der Stadt im Grünen.

Halver/Oberbrügge - Mit dem Schulstart nach den Sommerferien gibt es schlechte Nachrichten: Es gibt Corona-Fälle an zwei Schulen und an einer Kita in Halver. Die jeweiligen Träger haben schnell reagiert – zum Schutz der Halveraner.

Zwei Schüler in Halver sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ein Schüler am Anne-Frank-Gymnasium (AFG) und einer an der Humboldtschule. Außerdem gibt es ein Kind mit Corona, das die Kita Wunderland in Oberbrügge besucht. 

Update, Donnerstag, 15.18 Uhr: Im Zusammenhang mit den am Mittwoch bekanntgewordenen zwei Corona-Fällen aus einer Halveraner Familie konnten nach Angaben des Märkischen Kreises an der Humboldtschule weitere Kinder identifiziert werden, die als Kontaktpersonen zunächst in Quarantäne geschickt werden müssen. Es handelt sich um insgesamt vier Klassenkameraden und den infizierten Schüler selber. 

Eine Reihentestung in den Klassen ist nicht geplant

Eine Reihentestung weiterer Schüler der Klasse an der Humboldtschule wie auch am Anne-Frank-Gymnasium (AFG), wo am Mittwoch der zweite Fall in einer Schule auftrat, sei nicht sinnvoll, so Kreis-Pressesprecherin Ursula Erkens. Die Inkubationszeit lasse keine Rückschlüsse auf eine Infizierung zu. 

Schlechte Nachrichten zum Schulstart: Am Anne-Frank-Gymnasium gibt es einen Corona-Fall.

Am Anne-Frank-Gymnasium waren bereits das infizierte Kind selbst und sechs Mitschüler in häusliche Quarantäne geschickt worden. Hygienemaßnahmen wie feste Sitzordnungen dienen dabei als Grundlage der Gefährdungsabschätzung. Bei einem weiteren Kind der Familie konnte ein Test nicht durchgeführt werden. Es besucht die Kita Wunderland in Oberbrügge, die aufgrund der unübersichtlichen Gefährdungslage bis einschließlich zum 26. August geschlossen werden muss. 

Es sind keine Reiserückkehrer

Vermutungen, bei der Familie handele es sich um Reiserückkehrer, wies Erkens auf Nachfrage ausdrücklich zurück. Weitergehende Angaben seien aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich. Im Grundsatz aber gelte: 

  • Beim Test aufgrund dringenden Verdachts oder direkten Kontakts gilt die sofortige Pflicht zur Quarantäne. 
  • Bei der bloßen Vermutung, möglicherweise alltäglichen Erkältungssymptomen, sollte sich der Betroffene vorsichtig verhalten. Die Quarantäne wird erst Pflicht mit dem positiven Test. 
  • Erzieherinnen, Lehrer oder medizinisches Personal, das regelmäßig getestet wird, unterliegen keinen Auflagen. 

Keine Quarantäneanweisung

Mit Stand von jetzt habe man aber einen Verstoß gegen die Corona-Kriterien nicht feststellen können, sagt Bürgermeister Michael Brosch. Eine entsprechende Quarantäneanweisung des Gesundheitsamtes des Märkischen Kreises habe am Mittwoch bei Bekanntwerden der Ergebnisse nicht vorgelegen.

Pragmatischer sieht das Schulleiter Reiner Klausing von der Humboldtschule. Mit einem noch offenen Testergebnis zur Schule zu gehen, halte er für verantwortungslos mit Blick auf eine mögliche Gefährdung von Mitschülern, aber auch von Lehrpersonal, das zum Teil auch unterrichte, obwohl es zur Risikogruppe gehöre. Positiv überrascht zeigte sich Klausing aber von der Reaktion der Eltern auf die Entwicklung. Direkt betroffene Eltern seien per E-Mail informiert worden, die weiteren Familien über die Homepage der Schule. Es habe wenig zusätzlichen Informationsbedarf gegeben, sagte Klausing.

AFG: Infiziertes Kind und sechs weitere in Quarantäne

Am AFG handelt es sich um ein Kind der fünften Klasse, dass an er Eröffnungsfeier teilgenommen hat. Nach der Feier im Freien und mit Maskenpflicht ging es in die Klassenverbände. Im Laufe des Vormittags lag das positive Testergebnis des Kindes vor. Daraufhin wurde es sofort isoliert, erklärt Brosch. Die Eltern aller Klassenkameraden wurden informiert und die Schüler nach Hause geschickt. 

In Absprache mit der Schulleitung und dem Gesundheitsamt können fast alle Schüler am Donnerstag wieder den Unterricht besuchen, erklärt Brosch. Sechs Schüler und das infizierte Kind bleiben allerdings in häuslicher Quarantäne – 14 Tage lang. Lehrer sind von einer Quarantäne nicht betroffen. 

Überraschung zum Schulstart: ein infizierter Schüler.

Humboldtschule: Ein infiziertes Kind

An der Humboldtschule gibt es ebenfalls ein Schulkind, das mit dem Coronavirus infiziert ist. Der Schüler wurde ebenfalls nach Hause geschickt. „Es gibt eine Kontaktperson“, sagt Brosch. Beide müssen 14 Tage in Quarantäne. Auch die gesamte Klasse wurde am Mittwoch zunächst nach Hause geschickt. „Es deutet nichts auf ein weiteres Infektionsgeschehen hin“, erklärt Michael Brosch. Er gehe davon aus, dass auch an der Humboldtschule am Donnerstag die restlichen Klassenkameraden den Unterricht besuchen. 

Bei den beiden infizierten Schülern handelt es sich um Geschwister, teilt das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises am Mittwochnachmittag mit. Auch bei den Eltern wurde das Coronavirus festgestellt. Die Kontaktpersonen in beiden Schulen werden am Freitag vom Gesundheitsamt getestet.

Kita muss für 14 Tage schließen

Nachdem zwei von drei Gruppen der Kita Wunderland in Oberbrügge bereits am Freitag geschlossen wurden, gibt es nun eine gute und eine schlechte Nachricht aus der Einrichtung. Sieben Mitarbeiter der Kita haben sich am Montag auf das Coronavirus testen lassen. Der Grund: Ein Kind, das die Einrichtung der gemeinnützigen Sentiris GmbH besucht, hat im familiären Umfeld einen Corona-Fall. Somit ist das Kind eine Kontaktperson der Kategorie 1. 

Nach dieser Info wurden zwei der drei Gruppen geschlossen. Eine Vermischung der Gruppen findet im Rahmen des eingeschränkten Regelbetriebs aufgrund von Corona zwar nicht statt, dennoch haben sich die beiden geschlossenen Gruppen ein Bad und einen Flur geteilt. Daraufhin haben sich die sieben Mitarbeiter testen lassen – sie sind alle negativ. 

Geschlossen: Die Kita Wunderland muss für 14 Tage den Betrieb einstellen.

Doch mit dieser guten Nachricht am Dienstagnachmittag folgte am Mittwoch gleich auch eine schlechte: Es gibt einen Corona-Fall in der Einrichtung. Das teilt Kristian Hamm am Dienstagmittag mit. Das Kind, das als Kontaktperson galt, wurde vom Gesundheitsamt des Märkischen Kreises positiv auf das Virus getestet und am Mittwoch sofort abgeholt. Dann die Anordnung: Bis 12.30 Uhr musste die Kita Wunderland am Mittwoch komplett schließen. „Ab heute bleibt die Einrichtung 14 Tage zu“, sagt Kristian Hamm. Bis einschließlich 26. August wird die Einrichtung geschlossen. 

Gesundheitsamt führt Reihentestung durch

Neben dem positiv getesteten Fall gibt es ein weiteres Kind, das im familiären Umfeld einen Corona-Fälle hat und somit als Kontaktperson gilt. Dieses Kind gehört zu der dritten Gruppe, die bis Mittwoch noch geöffnet hatte. Das Kind gehört außerdem zu der Familie aus Halver mit den infizierten Schülern. Es ließ sich allerdings bisher nicht testen. 

Die Mitarbeiter der Kita wollten sich einem Schnelltest bei der Betriebsärztin – unabhängig von den Tests des Gesundheitsamts – unterziehen, so Hamm. Außerdem folgt noch eine Reihentestung des Gesundheitsamtes. Bei Kindern und Erziehern werden dann Abstriche genommen, erklärt Brosch. Das ist am Freitag der Fall. Außerdem wurde eine 14-tägige Quarantäne vom Gesundheitsamt erlassen.

Die Grundschule Oberbrügge bleibt geöffnet, teilt Michael Brosch mit. In der Sporthalle sei der Betrieb vorerst eingestellt. Bereits am Dienstag hatte der Vorstand des TuS Oberbrügge mitgeteilt, dass alle Gruppenkurse am Nocken in Oberbrügge vorerst eingestellt sind. 

Brosch: „Es gibt keinen Grund, in Panik zu geraten"

„Es gibt keinen Grund, in Panik zu geraten. Es gilt weiter vorsichtig zu sein“, sagt Michael Brosch zur aktuellen Situation. Er appelliert an die Halveraner: „Wenn irgendwelche Unsicherheiten bestehen – bei Schülern, Eltern oder in anderen alltäglichen Situationen – vorsichtiger reagieren.“ Er sei „guter Dinge, dass wir die Situation im Griff haben“. Es gebe keinen Grund, dass Eltern ihre Schulkinder zuhause lassen. Die Stadt Halver als Träger der beiden betroffenen Schulen steht weiterhin in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt, ebenso die Sentiris gGmbH als Träger der Kita Wunderland in Oberbrügge.

Corona-Rückblick in Halver

In beiden Senioreneinrichtungen in Halver gab es im Rahmen der Corona-Krise Covid-19-Fälle. Im Haus Waldfrieden war eine Bewohnerin Ende März am Coronavirus erkrankt. 

Im Seniorenzentrum Bethanien gab es vor rund drei Wochen drei Corona-Fälle, zwei Bewohner und eine Pflegekraft. Inzwischen haben beide Einrichtungen unter Einhaltung der Corona-Regeln geöffnet. Seit Sonntag sind Besucher im Bethanien wieder willkommen.

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