Halver

Keine Badesaison in der Herpine?

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Rainer Hutt (links) und Zbigniev Pudianowski auf dem vollen Container.

Halver – Es ist still in der Herpine, das große Schwimmerbecken längst nicht ganz gefüllt. Die Eröffnungsfeier, die für Anfang Mai geplant war, ist abgesagt. Die Corona-Krise trifft auch das Waldfreibad in Halver mit voller Wucht.

 „Wir haben die Saison eigentlich schon abgehakt“, sagt Herpine-Geschäftsführer Phillipp Hutt. „Wir würden es uns natürlich anders wünschen, aber derzeit gehen wir davon aus, dass wir nicht öffnen werden in diesem Jahr.“ Das wäre der erste Sommer seit Bestehen des Waldfreibades, in dem die Türen geschlossen bleiben – also ein absolutes Novum in 87 Jahren. Offiziell gibt es von Bund und Ländern noch keine entsprechenden Vorgaben oder Stellungnahmen für Bäderbetriebe, sagt Hutt. Dennoch scheint es unwahrscheinlich, dass eine Öffnung im Sommer erlaubt wird. An guten Tagen besuchen normalerweise Tausende Menschen die Herpine. Für viel weniger Gäste zu öffnen, wenn etwa Besucherzahlen limitiert würden – das rechnet sich im Waldfreibad einfach nicht. 

Coronavirus in Halver: Betreiber bei Saisonaus an finanziellen Grenzen

Dabei wäre für die Saison soweit alles vorbereitet gewesen. Rainer, Simone und Phillipp Hutt hatten das Freibad in den vergangenen Wochen auf Vordermann gebracht. „Das erste Mal ohne die Feuerwehr, weil auch das wegen Corona schon ausgefallen ist“, sagt Hutt. Nur ein paar Kleinigkeiten wären noch zu erledigen – und das Wasser im Becken fehlt. „Aber es macht keinen Sinn, das Becken zu füllen. Bisher sind wir bei etwa 40 Prozent. Um aufzufüllen, müssten wir etwa 6000 Kubikmeter Wasser zukaufen.“ Zudem hätte das Wasser anschließend aufbereitet werden müssen. Doch zusätzliche Ausgaben sind derzeit nicht drin. 

„Finanziell gehen wir an die Grenzen, wenn die Saison nicht stattfindet. Wir sind auf jeden Fall auf Unterstützung angewiesen“, berichtet Phillipp Hutt. So sollen bald Gespräche mit Sponsoren geführt werden, zudem steht die Idee im Raum, dass die Halveraner Saisonkarten für kommendes Jahr kaufen könnten, um ihr Freibad zu unterstützen. „Wir werden in den kommenden Tagen und Wochen Gespräche in alle Richtungen führen – und dann schauen, wie es weitergeht“, sagt Hutt. 

Zunächst auf Eis liegen auch die umfangreichen Baumaßnahmen, die für die Herpine geplant waren – dank Fördermitteln von Land und Bund in Höhe von mehr als einer halben Million Euro. Damit sollten unter anderem Beckenwände saniert werden und ein barrierefreier Zugang zum Becken entstehen. Ob, wie und wann diese Maßnahmen umgesetzt werden können, ist derzeit unklar. Untätig ist Familie Hutt dennoch nicht. 

Aktuell etwa nehmen sie mithilfe von Mitarbeiter Zbigniev Pudianowski Platten und Randsteine auf, die links neben der Rutsche verlegt waren. Zwei Container mit altem Material sind schon voll. „Auf diesem Stück soll in Zukunft Rasen sein“, verrät Phillipp Hutt. Doch wann die ersten Gäste über diese Wiese laufen werden, das steht in den Sternen.

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