Müll sammeln mit Corona-Regeln

Sauber machen mit Corona-Regeln - Aktion "Sauberes Halver" fällt aus

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Die Aktion "Sauberes Halver" findet wie im letzten Jahr (Foto) erst einmal nicht statt.

Halver - Die jährliche Veranstaltung „Sauberes Halver“ fällt wegen des Coronavirus aus. Aber auf Hinweise einiger Bürger hat sich die Stadt etwas einfallen lassen.

Beim Spaziergang ist eine Hand immer voll. Und es knistert bei jedem Schritt. Denn Uta Hentschel trägt stets einen Müllbeutel mit sich, wenn sie mit ihrer Tochter Theia spazieren geht. Am Wegesrand sammelt die Halveranerin gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter jeden Müll auf, den sie finden. Die Tüte ist jedes Mal voll. 

Mit Handschuhen und Gummistiefeln ziehen die beiden los. Entlang der Wiesen, Felder und Wälder. Dass sie nicht einfach an dem Müll vorbeigehen können, haben sie schnell bemerkt. „Erschreckend finde ich, dass wir fast jeden Tag dieselbe Strecke gehen und immer wieder so viel finden“, sagt sie. 

Müllsammeln in Halver

Gesammelt haben sie zuletzt am Dienstagabend ein kurzes Stück entlang der alten Bahntrasse Richtung Anschlag. „Nach einer halben Stunde hatten wir bereits eine ganze Tüte voll Müll gesammelt.“ Uta Hentschel entsorgt den Müll immer bei sich zu Hause in der Restmüll-Tonne. Die öffentlichen Mülleimer seien meist schon voll. Aber das ist ihre Tonne nun auch. Ihre Überlegung: eine öffentliche Möglichkeit für alle, die wie sie Müll sammeln, zu finden – wenn es schon die Aktion „Sauberes Halver“ nicht geben kann, an der sie im vergangenen Jahr teilgenommen hat. Sie rief Bürgermeister Michael Brosch an, um mit ihm diese Idee zu teilen. Und am anderen Ende der Leitung freute sich jemand. Darüber, dass es so viele Halveraner gibt, die sich darum bemühen, die Stadt sauber zu halten. 

Uta Hentschel sei nicht die erste gewesen, die es bedauerte, dass die Aktion „Sauberes Halver“ in diesem Jahr nicht stattfinden kann. Noch mehr freute er sich über ihre Idee, die er direkt mit dem Leiter des städtischen Bauhofs Klaus Ostermann besprochen hat. Und die Idee wird jetzt in die Tat umgesetzt. An zwei Standorten in Halver wird es die Möglichkeit geben, gesammelten Müll zu entsorgen. 

Container gibt's ab dem 25. April

Geplant ist, Container am 25. April an der Elberfelder Straße, gegenüber dem Bauhof, und an der Heerstraße, schräg gegenüber der Firma Fuhrmann & Glöss, zur Verfügung zu stellen. Die Aktion wird es nicht geben, betont Michael Brosch noch einmal. Aber wenn Bürger trotzdem die Stadt etwas aufräumen wollen, dann will die Stadt sie dabei auch unterstützen, denn so etwas sei nicht selbstverständlich. Man habe sogar überlegt, ob nicht die Greifzangen herausgegeben werden dürfen. Aber diese Idee wurde verworfen, weil man nicht möchte, dass sich Gruppen bilden, die Müll sammeln. 

„Halver macht sauber – unter Corona-Spielregeln“, sagt Michael Brosch. Aber die Tochter von Uta Hentschel macht es vor: Handschuhe an, Tüte dabei – das reicht. Über die Tonnen freut sich nicht nur Uta Hentschel. Auch die Söhne des Halveraners Carsten Hohnsel sammeln oft Müll. Gefunden haben auch sie leere Alkoholflaschen, Plastikplanen, Farbeimer und Konserven. 

Riesenhaufen Müll

Alles im Waldstück hinterm Haus. Und durch Zufall, wie Hohnsel erläutert: „Im Rahmen von Corona waren wir im Garten, aber unser Ältester hatte keine Lust, Fußball mitzuspielen und spielte im Wald.“ Er sei dann wiedergekommen und sagte, er hätte Müll gefunden und fragte, ob er ihn einsammeln könnte. „Ich sagte, er solle das zu uns hoch bringen und ich würde es dann wegschmeißen“, sagt der Familienvater. „Ich dachte, er redet von ein oder zwei PET-Flaschen, aber auf einmal entstand dieser Riesenhaufen.“ 

Daraufhin haben die anderen auch aufgehört Fußball zu spielen und das Waldstück war sauber. Wer jetzt also privat helfen will und Müll auf seinen Spaziergängen sammelt, für den stehen große Container bereit.

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