Abi-Prüfungen starten heute

Corona-Abitur: So läuft's am AFG - erste Prüfung ist heute

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Mindestens 1,50 Meter Abstand: Das gilt nicht nur auf dem Schulhof des AFG, sondern ab heute auch bei den Abi-Prüfungen.

Halver - 88 000 Abiturienten dürfen ab heute ihre Prüfungen in NRW absolvieren. Mit dreiwöchiger Verspätung können sich auch im Halveraner Anne-Frank-Gymnasium (AFG) mehr als 100 Schüler um ihr Abitur bemühen. Los geht’s heute unter anderem mit dem Fach Biologie.

„Wir haben bereits ein Raumkonzept und einen Hygieneplan erstellt“, erklärt AFG-Schulleiter Paul Meurer. Mit der Benachrichtigung über ihre Zulassung wurde den Schülern auch ihr Prüfungsraum nebst Sitzplatz mitgeteilt. „Im Gebäude ist das Tragen von Masken zwar keine Pflicht, doch wir empfehlen den Schülern, bis zum Prüfungsplatz diesen Schutz zu tragen“, betont der Schulleiter. 

Die Prüflinge dürfen in abgelegenen, ruhigen Räumen über ihren Aufgaben grübeln – mit einem Mindestabstand von 1,50 Metern zu ihrem Sitznachbarn und entsprechenden Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. Schon beim Betreten des Schulgebäudes wird dafür Sorge getragen, dass die Schüler ohne Gegenverkehr ihre Unterrichtsräume erreichen können. 

Rundweg als Maßnahme gegen Schüler-Begegnung

Es wurde im AFG ein mit Desinfektionsmittel-Spendern bestückter Rundweg angelegt, der entgegenkommende Schüler vermeidet – ein hoher Aufwand, der aber für die Sicherheit der Schüler gerne in Kauf genommen wird, heißt es. Gewöhnungsbedürftig sind diese ganzen Vorkehrungen nicht nur für die Schüler. „Ich bin jetzt seit fast elf Jahren an dieser Schule, aber so etwas hätte sich keiner träumen lassen“, sagt Meurer. 

Dabei haben die angehenden Abiturienten des AFG noch einen riesigen Vorteil gegenüber ihren Kollegen an anderen Schulen.  Meurer: „Aufgrund der digitalen Versorgung sind wir in einer anderen Situation als viele andere Schulen“. Besonders in dieser Krisenzeit zahlt es sich nun aus, dass sich das AFG schon vor einigen Jahren auf den digitalen Lernweg gemacht hat. Seit Oktober des vergangenen Jahres darf sich die Lehranstalt sogar „Digitale Schule“ nennen. „Bildungstechnisch gibt es bei uns daher keine Defizite“, kann Paul Meurer versichern. „Viele Lehrer haben noch einen Zusatz-Chat für ihre Schüler angeboten.“ 

Digitaler Unterricht hilft den Abiturienten

Und nicht nur das hat den Abi-Anwärtern das Lernen erleichtert. „Unserer Lehrer können den Unterricht von Zuhause aus machen. Kollegen können während der Schulstunde dazugeschaltet werden – genauso wie jeder risikobehaftete Schüler, der nicht direkt am Unterricht teilnehmen kann.“ Die Möglichkeiten der digitalen Unterrichtsform seien nahezu unbegrenzt. Es muss nicht einmal ein PC vorhanden sein. Bereits mit einem Smartphone kann man sich einklinken. 

Mut macht den anderen Lehrern dabei auch ein 63-jähriger Kollege, der regelmäßig per Video-Konferenz mit seinen Schülern lernt. Der digitale Unterricht sei ein sehr wichtiger Baustein. „Er wird den analogen Unterricht zwar nicht ersetzen können, ist aber ein wichtiges Element in der Didaktik.“ 

Den AFG-Schülern mangelt es daher nicht an der Wissensvermittlung, dafür beschäftigen sie andere Fragen: Was wird zum Beispiel mit dem Abi-Sturm oder dem Abschlussball? „Im Fokus steht jetzt erstmal die Prüfung“, betont der Schulleiter. Auch er muss die Vorgaben der Entscheidungsträger abwarten. So kann er seinen potentiellen Schulabgängern derzeit nur empfehlen: „Seid nicht traurig, sondern macht, was machbar ist.“

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