Halver/Schalksmühle

Azubis sollen nicht unter Krise leiden

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Unternehmen können sich nicht wie im vergangenen Jahr (Foto) auf der Ausbildungsbörse Oben an der Volme präsentieren.

Halver/Schalksmühle – Auch für viele Auszubildende ist der Weg durch die Corona-Krise ungewiss. Die Berufsschulen öffnen langsam wieder ihre Türen, doch viele Prüfungen blieben in der Zwischenzeit auf der Strecke.

Die heimischen Firmen bilden viele Berufsanfänger aus, dazu zählt auch das Metallverarbeitungsunternehmen Seeberger aus Schalksmühle. Derzeit befinden sich die Festangestellten der Firma in Kurzarbeit, die neun Auszubildenden sind von dieser Maßnahme nicht betroffen. „Unsere Azubis würden an allerletzter Stelle kommen, wenn es um Einsparungen geht“, versichert die Ausbildungsbeauftragte Katja Triller. 

Seeberger vergibt fünf weitere Ausbildungsstellen

Fünf der neun Berufsanfänger machen eine gewerbliche Ausbildung, die anderen vier sind im kaufmännischen Bereich eingesetzt. Ein gewerblicher Auszubildender wird in diesem Jahr seinen Abschluss machen, zwei kaufmännische Lehrlinge machen ihre Abschlussprüfung im Dezember. Auch während der Corona-Krise wechseln sie ihre Stationen, um in neue Arbeitsbereiche einzutauchen. Die anfangs fest zusammen arbeitenden Gruppen blieben zwar bestehen, aufgrund der Kurzarbeit ist ein Wechsel aber weiterhin möglich, da bedingt durch die Kurzarbeit genug Platz für die Auszubildenden ist, versichert Triller.

 Sie weiß, dass diese Zeit für die jungen Leute gleich zu Beginn ihres Arbeitslebens sehr besonders ist. Im Normalfall sind die Auszubildenden zwei Werktage in der Schule, diese Zeit fiel in den vergangen zwei Monaten komplett weg. „Es ist eine große Herausforderung. Vor allen Dingen wird es nicht einfach, wieder in den Schulalltag einzusteigen.“ 

Auch für das beginnende Ausbildungsjahr im August hat das Unternehmen bereits fünf Ausbildungsverträge abgeschlossen. Einer der Auszubildenden rief bereits an, ob sein Vertrag noch gültig sei. Doch Triller versichert, dass die Auszubildenden ihre Stellen antreten können: „Wir müssen alle durch diese Krise. Die Hauptsache ist, dass unsere Jobs danach noch bestehen bleiben.“

Coronavirus im MK: Firma Mayweg mit acht Auszubildenden

Bei der Halveraner Firma Mayweg werden ebenfalls im August zwei weitere Auszubildende ihre Stelle im gewerblichen Bereich antreten. „Kaufmännische Stellen haben wir in diesem Jahr nicht vergeben. Diese Entscheidung hat allerdings nichts mit Corona zu tun. Wir haben bereits zuvor entschieden, dass wir dieses Jahr keine kaufmännische Stelle vergeben, weil wir in diesem Bereich sehr gut aufgestellt sind“, erklärt Geschäftsführer Bernd Jannack. Derzeit arbeiten acht Auszubildende für das Unternehmen in Halver, eine Auszubildende steht vor ihrer Abschlussprüfung.

In der Zeit des Schulausfalls wurde der Unterricht zum Teil digital abgehalten und die Hausaufgaben innerbetrieblich gestellt. „In dieser Zeit Prüfungen zu haben, ist nicht wirklich schön“, weiß Jannack, dessen Sohn derzeit die Abiturprüfungen absolviert. Abgesehen davon laufe alles seinen gewohnten Gang und die Auszubildenden wechseln auch fortlaufend ihre Arbeitsstationen. Für den Geschäftsführer besteht in der Krisenzeit kein Grund dazu, die Ausbildungen zu beenden, denn: „Wir können jetzt nicht aufhören, nur wegen Corona nicht weiter auszubilden. Das macht aus unternehmerischer Sicht überhaupt keinen Sinn, wir müssen ja auch an die Zukunft denken.“ 

Ausnahmen sehe er nur bei Unternehmen, die keine finanziellen Möglichkeiten mehr besitzen und somit zum Handeln gezwungen sind.

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