Halver/Schalksmühle

So sehen Gastronomen die Lockerungen

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In einigen Gastronomiebetrieben müssen sich Gäste in eine Liste eintragen.

Halver/Schalksmühle – Ab kommenden Montag, den 10. Mai, dürfen die Gastrobetriebe laut Landesbeschluss wieder öffnen und ihre Speisen nicht mehr nur per Lieferdienst an den Kunden bringen.

Der Kulturbahnhof in Halver will seine Pforten am Dienstag, 12. Mai, öffnen. Inhaber Stefan Knauf befindet sich mitten in den Vorbereitungen, um seine Räumlichkeiten den Hygienemaßnahmen entsprechend aufzustellen. „Zwischen den Tischen muss der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden, bei unserem Biergarten haben wir den Abstand sogar auf zweieinhalb bis drei Meter ausgebaut. Zudem werden Anwesenheitslisten ausliegen. Jeder Kunde muss seinen Namen angeben“, erklärt Knauf. Auch Hinweisschilder werden aufgestellt, auf dem alle nötigen Hygienehinweise aufgeführt werden. 

Bedingter Optimismus beim Kulturbahnhof

Der Gastronom ist bedingt zuversichtlich: „Durch die Sicherheitsabstände passen statt der üblichen 65 Personen maximal 25 Personen in den Innenraum. Wir müssen auf gutes Wetter hoffen, damit sich unser Biergarten trägt. Abgesehen davon müssen wir natürlich abwarten, ob die Leute überhaupt bereit sind, wieder auswärts essen zu gehen.“ Den in der Krise eingeführten Lieferservice wird Knauf zunächst weiter betreiben. 

„Wir müssen versuchen, so schnell es geht, wieder Geld zu verdienen. Durch die Schließung und den Ausfall der Kirmes haben wir jetzt schon einen sicheren Umsatzverlust von 70 000 bis 80 000 Euro.“

Trotz Krise: Haus Zum Nöckel erschließt neuen Kundenzweig

Positiver bewertet Inhaberin Bozena Faust vom Schalksmühler Haus Zum Nöckel die vergangenen Wochen: „Ich habe mir von Beginn an keine großen Sorgen gemacht. In der Gastronomie muss man einfach flexibel sein.“ Der eingeführte Lieferservice bescherte der Gastronomin einen neuen Kundenzweig. „Viele Leute ohne Auto haben den Service in Anspruch genommen und werden es nach eigener Aussage auch in Zukunft tun. Für mich war das wirklich kostenlose Werbung. Jetzt wissen die Leute, dass wir auch ohne Probleme die Speisen außer Haus liefern.“ 

Aufgrund dieser Tatsache wird Faust ihren Lieferdienst auch weiterhin anbieten, die Restaurantgäste dürfen bei ihr ab dem kommenden Mittwoch, 13. Mai, wieder Platz nehmen. „Allerdings erwarte ich zu Beginn keinen großen Andrang. Derzeit ist einfach kein geselliges Zusammensitzen möglich. Ich habe aber dennoch schon das Ordnungsamt kontaktiert und gesagt, dass wir in Zukunft zweigleisig fahren.“ 

Coronavirus im MK: Gastronom hofft auf Umdenken in der Branche

Die Entscheidung, ob das Halveraner Litfass in der kommenden Woche wieder öffnet oder zunächst weiter einzig auf die Karte Lieferdienst setzt, ist noch nicht final getrofffen. „Das hängt davon ab, welche Restriktionen uns vonseiten des Ordnungsamtes aufgetragen werden. Wenn mein Koch beispielsweise aufgrund der Öffnung beim 800 Grad Grill einen Mundschutz tragen muss, macht das für mich keinen Sinn“, sagt Inhaber Marc Haarmann. 

Haarmann nutzte die Schließung seines Restaurants zu Renovierungsarbeiten des Gastraumes. „Die Decke wurde erneuert, die Wände neu gestrichen und beschildert und auch die Theke wurde überarbeitet.“ Der Lieferdienst lief dank der Stammkunden relativ gut, dadurch konnten die Verluste allerdings nicht aufgefangen werden. „Ich habe selber viel ausgeliefert, aber den Laden zu öffnen wäre noch einmal etwas anderes.“ 

Der Gastronom hofft, dass durch die Krise generell ein Umdenken in der Branche stattfindet. „Die Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent macht nur dann Sinn, wenn dies auf fünf Jahre und nicht nur ein halbes Jahr angelegt ist. Ansonsten werden die meisten Gastronomiebetriebe nicht überleben“, findet Haarmann.

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