Halver/Schalksmühle

Autohäuser nach der Wiedereröffnung - „Ich bin selber sehr vorsichtig“

+
Dirk Langenscheid hat seit der Wiedereröffnung nach der Corona-Pause einen Wagen verkauft.

Halver/Schalksmühle – In den meisten Bundesländern haben die Autohäuser seit dem 20. April wieder geöffnet. Jetzt heißt es: Kunden zu überzeugen, um möglichst rasch wieder ein Stück Normalität in der Branche zurückzugewinnen. Dafür ist vor allem eines entscheidend: Vertrauen schaffen.

Dies gilt sowohl für die Angebote als auch für die Ausstellungsräume. Das Wichtigste ist die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln, die auch beim Halveraner Autohaus Lemcke & Opitz befolgt werden. „Natürlich sind wir in unserer Arbeitsweise sehr eingeschränkt. Normalerweise setze ich mich mit dem Kunden ins Auto und erkläre ihm das System und die genauen Details. Das ist aufgrund der Abstandsregelung weiterhin nicht möglich. Aber ich finde es richtig, da ich selber sehr vorsichtig bin“, erklärt Gesellschafter Henry Opitz, der mit seinem Team regelmäßig die Türklinken desinfiziert und die bereits vor dem Shutdown aufgestellten und platzierten Absperrungen weiter im Verkaufsraum lässt. 

Werkstattbetrieb lief die ganze Zeit weiter

Im Gegensatz zum Verkaufsraum durfte der Werkstattbetrieb über den ganzen Zeitraum weiter betrieben werden. „Hier lief der Betrieb in den vergangenen Wochen auch sehr schleppend. Erst seit knapp zwei Wochen läuft das Geschäft wieder mehr an.“ Aber auch in der Werkstatt ist das Autohaus durch die Corona-Krise bei den Arbeitsabläufen beschnitten, zudem kam das große Finanzloch, das durch die Schließung des Verkaufsraums entstand, nicht aufgefangen werden. Die erste Woche verlief im Verkaufsraum ruhig. „Die Leute sind noch sehr zurückhaltend. Es gab lediglich vereinzelte und vorab schon vereinbarte Probefahrten. Aber ich weiß selbst, dass uns das Thema noch einige Zeit beschäftigen wird. Das hätte ich vor vier Monaten niemals gedacht. Daran sieht man auch, wie zerbrechlich unser System ist“, so Opitz, der auch losgelöst vom eigenen Unternehmen positive Aspekte in der Krise sieht. 

„Die Städte können mal richtig durchatmen. Ich wusste vorher nicht, dass das Wasser in Venedig so klar ist, wenn das ganze Brackwasser rausläuft.“ Er wird seine Kunden weiterhin mit offenen Armen empfangen, aber die benötigte Distanz wahren, um das Virus einzudämmen. 

Coronavirus im MK: Autohaus Langenscheid perspektivisch gut aufgestellt

Beim Schalksmühler Autohaus 1a Autoservice liegt der Fokus in erster Linie auf dem Werkstattbetrieb, aber auch Gebrauchtwagen können vor Ort erworben werden. Seit am Montag der Verkauf der Kraftfahrzeuge wieder offiziell erlaubt ist, kam es zu vereinzelten Nachfragen, erklärt eine Mitarbeiterin. Zu einem Verkauf ist es allerdings noch nicht gekommen. Auch in der Werkstatt verlief der Betrieb zu Beginn der Coronakrise ruhiger als üblich, da jedoch die Zeit des Reifenwechsels gekommen ist, zieht die Nachfrage wieder deutlich an. Die Abstandsregelungen können in der Werkstatt zumeist problemlos eingehalten werden, da an einem Fahrzeug in der Regel ein Angestellter arbeitet und somit genug Freiraum für sich hat. 

Beim Autohaus Langenscheid in Halver ist der Verkauf ebenfalls wieder am Montag gestartet. Bislang ging lediglich ein Neuwagen vom Verkaufshof, doch Inhaber Dirk Langenscheid schätzt die Lage realistisch ein: „Die Leute haben zurzeit andere Sorgen und Nöte, als ein neues Auto zu kaufen. Das kann ich auch komplett verstehen.“ Normalerweise seien gerade die Monate März bis Mai besonders umsatzstark. „Im März lief es auch noch gut, wir hatten viele Auslieferungen. Der April ist uns jetzt natürlich komplett weggebrochen. Für uns und natürlich auch alle anderen Branchen wäre es gut, wenn möglichst schnell wieder Normalität eintritt. Aber wir müssen uns gedulden.“ 

Perspektivisch gesehen sieht er sein Unternehmen weiterhin gut aufgestellt, vor allen Dingen, weil der Werkstattbetrieb während der vergangenen zwei Monate gut lief und somit auch keine Kurzarbeit beantragt werden musste. „Lediglich meinen Verkäufer musste ich jetzt in Kurzarbeit schicken, weil wir einfach gerade wenig zu tun haben. Natürlich werde ich auch am Ende des Jahres merken, dass wir weniger Umsatz gemacht haben. Aber wir können das noch auffangen“, sagt er.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare