Halver/Schalksmühle

Pantoffeln an und Hände waschen

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Händewaschen wird fest in den Alltag der Kinder integriert – wie in der DRK-Kita Juno in Halver.

Halver/Schalksmühle – „Der Corona ist da.“ Ein Satz, den die Kinder im DRK-Familienzentrum Juno in Halver oft sagen. „Aber der Corona geht auch wieder weg“, sagen die Erzieher dann, wie Olga Kiriazaki, stellvertretende Leitung der Einrichtung, erklärt.

 „Wir sprechen ganz viel mit den Kindern über die Krankheit.“ Mit Vorschulkindern noch einmal anders, als mit den kleinen, sagt die Erzieherin. Ganz leer sind die Kitas in Halver nicht. In der DRK-Kita Juno gibt es drei Notgruppen. Zwei davon gibt es bereits vom ersten Tag an, die dritte Gruppe kam durch die Lockerung zustande, die es seit Montag Alleinerziehenden ermöglicht, ihre Kinder in eine Notgruppe zu bringen. 

Coronavirus im MK: Hektik zu Beginn der Notgruppen

„Am Anfang war alles total hektisch“, erinnert sich Juno-Leiterin Petra Gelhart. Heute ist es ruhiger geworden, aber man rechnet immer mit neuen Anweisungen und schaut erwartungsvoll in die kommende Zeit. „Wer weiß, was nächste Woche ist?“ Auch Eltern warten auf Informationen. „Aber wir haben ja selber nicht mehr, als jeder andere.“ Sie wissen auch nicht, ob sie die Vorschulkinder noch einmal sehen werden. Der Alltag in der Kita ist so geregelt: Jede Gruppe hat maximal fünf Kinder, die von zwei Erziehern betreut werden. 

Außenbereich in drei Abschnitte getrennt

Auch der Außenbereich ist in drei Abschnitte getrennt. „So begegnen sich die Kinder untereinander nicht“, sagt Kiriazaki. Die DRK-Kita hat den Platz. Normalerweise sind es acht Gruppen mit je rund 25 Kindern. Der Alltag ist aktuell ein anderer. „Aber wir versuchen, das Beste daraus zu machen“, sagt Kiriazaki. Normalerweise kommen auf zwei Erzieher 25 statt fünf Kinder. „Jetzt bekommen die Kinder eine ganz andere Aufmerksamkeit.“ „Die Kinder sollen gut durch diese außergewöhnliche Zeit kommen“, sagt Gelhart. Dafür gebe das gesamte Team jeden Tag alles. Mehr Arbeit ist es schon, sagt sie. Neben den Aufgaben, die sowieso anfallen, kämen noch alle neuen hinzu. In Gedanken ist sie auch bei den Familien, die ihre Kinder zuhause betreuen müssen. Sie sieht darin eine Herausforderung, aber auch eine Chance, das Familienleben zu genießen. 

An den neuen Alltag in der Kita haben sich die Kinder schnell gewöhnt. Die Eltern kommen nicht mehr mit in die Einrichtung, sondern geben sie nur vorne ab. Und dann wissen die Kinder schon, wie es weitergeht: Jacke aus, Pantoffeln an und Hände waschen. Daran müsse man die Kinder nicht mehr erinnern, sagt Kiriazaki. Schutzmasken sind in der Kita Juno kein Thema, wie Petra Gelhart sagt. „Wir haben dazu keine Anweisung.“ Jeder Erzieher, der arbeiten kommt, habe sich bewusst dazu entschieden, sagt sie. Gegen Masken habe man sich bewusst entschieden. Im pädagogischen Bereich sei das schwierig. „Wir leben von der Mimik“, sagt Gelhart. Und wenn ein Kind angelacht wird, dann soll es das auch sehen. „Wir halten uns sonst an alle Hygienemaßnahmen.“

Trotz neuer Gruppengröße viel Unterhaltung 

In der evangelischen Kindertagesstätte Pusteblume in Halver tragen die Erzieher einen Mundschutz. „Die Kinder haben sich daran aber ganz schnell gewöhnt“, sagt Pia Weitzel. Man merke, dass auch die Eltern viel mit den Kindern über Corona sprechen. Eine Notgruppe gibt es auch in der Kita seit Beginn. Zwei Geschwister kamen über Wochen hinweg alleine. Seit Montag sind es insgesamt sechs Kinder, von denen aber nicht jedes täglich kommt. Zwei Erzieher, die wöchentlich wechseln, kümmern sich um sie. „Die Kinder haben keine Langeweile“, sagt Weitzel. 

Trotz der neuen Gruppengröße hätten die Kinder viel Unterhaltung. Zusammen wird gekocht und viel gebastelt. Nur beim Vorlesen wird Abstand gehalten und nicht gekuschelt, sagt Weitzel. Trotz der ganzen Umstellungen versuchen die Erzieher alles, um den Kindern die Tage so schön wie möglich zu gestalten. Auch in den Schalksmühler Kindergärten versuchen die Verantwortlichen, die Zeit in der Notbetreuung für die Kinder so normal wie möglich umzusetzen.

Händewaschen auf Anweisung der Corona-Uhr

Im evangelischen Kindergarten Heedfeld, in dem seit den Osterferien acht Kinder betreut werden, wolle man alles in den beiden Gruppen so alltäglich wie möglich halten, sagt Leiterin Maike Harnisch. „Den Kindern ist schon etwas unwohl, wenn ihre Eltern nicht mit hereinkommen.“ Die Kinder gehen abwechselnd nach draußen, das Frühstück wird mit Abstand gegessen, eine Corona-Uhr zeigt an, wann es Zeit zum Händewaschen ist und ein Spielball mit Saugnäpfen symbolisiert den Virus. Personell sei man gut aufgestellt. Auch nach der Öffnung der Notbetreuung für weitere Berufsgruppen gab es keinen Ansturm. Doch bei insgesamt 39 Eltern, die Anspruch auf einen Platz haben, könnte es irgendwann eng werden. Neben den üblichen Hygienemaßnahmen habe man sich im Team darauf geeinigt, Masken zu tragen, um die Kinder zu schützen. „Die Kinder gehen recht gut damit um“, erklärt die Leiterin. Auch in den beiden kommunalen Einrichtungen versuche man, alles so normal wie möglich zu gestalten, sagt Nektarios Stefanidis, vom Sachgebiet Bildung, Kultur und Sport der Gemeinde. 

Sowohl in der Kita am Wansbeckplatz in Schalksmühle, wo bis zu acht Kinder betreut werden, als auch in der Kita Villa Kunterbunt in Dahlerbrück (fünf Kinder) hätten die kleinen Besucher normal auf die Einschränkungen reagiert. „Manch einer vermisst zwar seine Freunde. Aber sie bekommen die Tage gut herum.“ In den beiden Kitas tragen die Erzieher einen Mundschutz – aber nur, wenn sie einen Abstand von 1,5 Metern nicht einhalten können. „Es ist schön, wenn die Kinder auch die Mimik erkennen. Sie reagieren normal, da dahinter ja bekannte Bezugspersonen sind.“

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