Coronavirus im MK

Corona-Fälle in der Awo-Kita: sechs Mitarbeiter infiziert - schrittweise wieder in Betrieb

Awo-Kita Wundertüte, Halver, Weststraße
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Eine Kita im MK ist erst einmal geschlossen.

Eine Kita im Märkischen Kreis hat es hart getroffen. Es gibt mehrere Corona-Fälle unter den Mitarbeitern. Die Einrichtung ist geschlossen.

Halver - Mehrere Mitarbeiter der Awo-Kita Wundertüte in Halver sind am Coronavirus erkrankt. Daraufhin musste die Einrichtung komplett geschlossen werden. Eine Reihentestung fand statt.

Update Montag, 9. November, 14.20 Uhr: Die Kindertagesstätte Wundertüte der Arbeiterwohlfahrt (Awo) an der Weststraße nimmt nach mehreren Corona-Fällen unter den Mitarbeitern in der vergangenen Woche schrittweise den Betrieb wieder auf. Seit gestern können Kinder einer Gruppe am Stammsitz sowie die Kinder der Außengruppe im Container an der Regenbogenschule die Einrichtung wieder besuchen.

Ergebnisse stehen noch aus

Sollten keine positiven Ergebnisse der zurückliegenden Reihentestung hinzukommen, könnte ab kommenden Montag, 16. November, der Normalbetrieb aufgenommen werden, hofft Leiterin Sibylle Haberland. Von derzeit acht an Corona erkrankten Mitarbeitern gelten drei als gesundet. Zwei leiden an grippeähnlichen Symptomen.

Mittwoch, 4. November, 13.50 Uhr: Das Coronavirus erwischt den Awo-Kindergarten Wundertüte an der Weststraße mit voller Wucht. Die Einrichtung ist seit Mittwoch komplett geschlossen. Sechs Mitarbeiter sind infiziert. Ein weiteres Testergebnis steht noch aus. Kinder und Erzieherinnen befinden sich in Quarantäne. Betroffen sind insgesamt 18 Beschäftigte und 98 Kinder in Halvers zweitgrößter Einrichtung mit fünf Gruppen. Heute findet eine Reihentestung statt.

Frühestens am kommenden Montag, 9. November, könnte es vielleicht im Teilbetrieb weitergehen, wenn für zwei Gruppen die Quarantäne-Phase abläuft. Ob dies in der Praxis funktioniert, lässt Leiterin Sibylle Haberland im Gespräch mit uns offen. Die Personalsituation sei aufgrund der Quarantäne-Bestimmungen und der Ergebnisse weiterer Tests derzeit nicht ausreichend überschaubar.

Keine schweren Krankheitsverläufe

Einziger Lichtblick für die Einrichtung ist, dass die gesundheitliche Situation für die Kolleginnen nicht von schweren Krankheitsverläufen gezeichnet sei, sagt Haberland, die selbst ebenfalls infiziert ist und sich zuhause in Quarantäne befindet. Bei einer der Kolleginnen seien es Symptome vergleichbar mit einer Grippe. Sie selbst empfinde einen Schnupfen.

Für die Kinder werde es eine Reihentestung geben, die Aufschluss geben dürfte, in welchem Umfang auch sie betroffen sind. Erneut, weil die Einrichtung bereits zum zweiten Mal von Quarantäne und damals einer Teilschließung betroffen ist. Das gilt diesmal auch für die ausgelagerte Gruppe mit Vorschulkindern im Container an der Regenbogenschule, wo eine Kollegin vertretungsweise tätig war, die sich im Nachhinein als ebenfalls infiziert herausgestellt hatte.

Wie das Virus sich in diesem Umfang in der Kindertagesstätte verbreiten konnte, lasse sich konkret nicht nachvollziehen, sagt Haberland weiter. Alle Vorgaben und Regeln im Zusammenhang mit Hygienevorschriften würden konsequent eingehalten. Die Arbeiterwohlfahrt als Träger informiere umfangreich und zeitnah über notwendige und empfohlene Maßnahmen. Eltern dürften die Einrichtung ohnehin nicht betreten. Einzige Ausnahme beträfe Kleinstkinder in der Eingewöhnungsphase.

Wir können uns mit 18 Leuten nicht komplett aus dem Weg gehen.

Sibylle Haberland, Leiter der Awo-Kita

Ein wirklicher Schutz gegen eine Infektion ist ihrer Einschätzung nach im Kindergartenbetrieb nicht möglich. „Wir können uns mit 18 Leuten nicht komplett aus dem Weg gehen“, sagt Sibylle Haberland. Man begegne sich in der Küche, wenn schmutziges Geschirr abgeräumt werde, „natürlich gehe ich vertretungsweise in die Gruppe, und natürlich macht das auch mein Stellvertreter“. Im Ergebnis zählt auch er zu den Infizierten.

Dankbar sei sie den Eltern, die mit großem Verständnis auf die Situation reagierten. „Ihr habt euch das nicht ausgesucht“, das sei einer der Sätze, die sie zu hören bekäme. Dabei hätte sie nicht einmal Personal für eine Notbetreuung zur Verfügung. Das hat auch damit zu tun, dass die Gesundheitsämter der beteiligten Kreise unterschiedlich operierten. Der Oberbergische Kreis, aus dem mehrere Kolleginnen kämen, ordne die Quarantäne ab Vorliegen eines positiven Tests an, der Märkische Kreis hingegen mit dem Tag des Auftretens der ersten Symptome. Was auf den ersten Blick nach einer Formalie aussieht, hat konkrete Auswirkungen in den Kita-Betrieb hinein. Theoretisch dürften die ersten Kinder am Montag wiederkommen. Die Kolleginnen aber aus dem Oberbergischen, die sie betreuen würden, befinden sich länger in Quarantäne.

Die Sorgen bleiben

Und auch wenn die Wundertüte wieder in Betrieb geht, bleiben die Sorgen. „Ich wüsste nicht, wie ein Kindergarten ohne Kontakt funktioniert“, stellt die Leiterin fest. „Soll ich ein Kind von oben herab trösten, einen Streit aus der Entfernung schlichten? Wir arbeiten am Kind, sind auf Augenhöhe mit den Kindern.“ Ob das Tragen von Masken den ganzen Tag über zielführend sei, vermöge sie nicht einzuschätzen. Sicher sei aber: „Es gibt Kinder, die fremdeln bei Masken.“ Merkbar sei das insbesondere im U3-Bereich, wo Kinder im Alter von ein und zwei Jahren auf die Mimik angewiesen seien. „Soll ich ein schreiendes Kind windeln?“

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