Pflegedienst testet auch an Weihnachten

Corona-Testcenter geht in Halver an den Start

Corona-Testcenter Halver Florian Stein Pflegedienst
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Los geht’s an der Von-Vincke-Straße mit dem Testcenter: Auf dem Monitor des Pflegedienstes Stein & Partner prasselt das Feuer, während Florian Stein Menschen im 15-Minuten-Takt auf das Coronavirus testet.

Am Mittwoch ging ein Corona-Testcenter in Halver an den Start. Ein Pflegedienst besorgte kurzfristig 500 Tests und setzte seine Idee um.

Halver – Sechs Tage hat sich Lisa Praß aus Halver „von allem fern gehalten“. Der Schnelltest auf Covid-19 soll jetzt das höchstmögliche Maß an Sicherheit geben. Lisa Praß ist die Erste, die sich gestern dem Verfahren unterzieht. Es geht um ihre allein lebende Großmutter, 85 Jahre alt, in Rheinland-Pfalz. „Die Oma soll Weihnachten nicht alleine verbringen“, sagt die frühere Sozialpädagogin und frühere Jugendreferentin der evangelischen Kirchengemeinde in Schalksmühle.

500 Corona-Schnelltests hat der Halveraner Pflegedienst Stein & Partner für genau solche und ähnliche Fälle organisiert. Am Dienstagnachmittag poppte die Meldung auf Facebook auf, nachdem das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises und das Ordnungsamt der Stadt Halver ihr Okay gegeben hatten. Am Abend war der erste Tag weitgehend ausgebucht. Und auch am Mittwoch läutete das Telefon im Büro an der Von-Vincke-Straße in kurzen Abständen bei Florian Stein und Sabrina Wolff, die im 15-Minuten-Takt die Kunden empfangen.

Medizinisches Fachpersonal muss den Test durchführen

Die Organisation übernimmt Sabrina Wolff, den Abstrich Florian Stein – ausgestattet mit kompletter Schutzkleidung. Die Tests, das ist die Vorgabe, sollte nur medizinisches Fachpersonal vornehmen, um Falsch-Negativ-Ergebnisse auszuschließen. Die Feiertage, das ist für beide klar, werden sie durchziehen, mindestens bis zum 28. Dezember und vielleicht länger. Abhängig sei das von der Verfügbarkeit der Schnelltests und der Nachfrage.

Zielgruppe für das kleine Testcenter, dass das weitestgehend ausgebuchte DRK in Brügge entlasten soll, sind im Wesentlichen Familienangehörige, die wie Lisa Praß ihre Verwandten zum Fest besuchen, aber nicht in Gefahr bringen wollen.

Wie der Bedarf danach aussieht, ist noch schwer einzuschätzen. Wenn Firmen den Betrieb wieder hochfahren, könne es sein, dass für persönliche Meetings Bedarf besteht, sagt Florian Stein. Im Grundsatz, sagt Bürgermeister Michael Brosch, werde das Verfahren wohl im kommenden Jahr auch für Schulen eine Rolle spielen, wenn nach einer Verdachtsquarantäne und nach fünf Tagen das Verfahren keinen Verdacht mehr auf eine Infektion ergibt.

Es gibt keine 100-pozentige Sicherheit

Eine 100-prozentige Sicherheit allerdings gibt es nicht. Das sagt auch Florian Stein offen. Es gehe allein um eine Momentaufnahme, die keinen Rückschluss zulasse auf eine zurückliegende Infektion oder auf eine vorhandene, die aber noch keine nachweisbare Virenlast entwickelt habe.

Sabrina Wolff vergibt Termine im 15-Minuten-Takt.

Schlage der Test positiv an, seien die Kunden in der Pflicht. Per Unterschrift müssen sie bestätigen, dass eine weitere und genauere Abklärung des Zustands über den Hausarzt und mit einem regulären PCR-Labortest erfolgt.

Das alles geht unbürokratisch und freundlich über die Bühne im kleinen Büro. Der Test könne schneller vonstatten gehen, sagt Florian Stein, doch die Zeit für die Besucher und für die Erklärung des Verfahrens nimmt sich das Paar gerne, das seine Feiertage abschreibt, um anderen die Chance zu geben, die Verwandten zu sehen – wie das Paar aus Berlin, dass sich für den ersten Testtag angekündigt hatte. „Die wären sonst nicht zu den Eltern gekommen.“

Der Test muss selbst bezahlt werden

Der Corona-Test muss selbst bezahlt werden und kostet bei dem Pflegedienst 40,60 Euro. Das Ergebnis liegt nach 15 Minuten vor. Terminvereinbarungen sind möglich unter Tel. 01 72/8 70 24 49 und per E-Mail an florian.stein@sup-pflegedienst.net.

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