Keine Präsenzgottesdienste

Konfirmationen in der Schwebe - Gemeinden haben verschiedene Pläne

Die Nicolai-Kirche in Halver
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In der Nicolai-Kirche finden derzeit keine Präsenzgottesdienste statt.

Zum Teil wurden sie vom letzten auf dieses Jahr verschoben: die Konfirmationen. Nun stehen die evangelischen Kirchengemeinden erneut vor dem Problem. Durch Corona befinden sich die Feiern in der Schwebe.

Halver/Oberbrügge – Eigentlich sollten die Glocken in den Volmegemeinden noch in diesem Monat zu den Konfirmationsgottesdiensten läuten. Doch wie schon im vergangenen Jahr, wird die feierliche Segenshandlung Corona-bedingt wieder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Terminlich wird es dadurch besonders in der Evangelischen Kirchengemeinde Halver jetzt eng.

In Halver haben die Eltern die Wahl

„Wir haben die besondere Situation, dass wir auch die Konfirmation vom letzten Jahr auf dieses Jahr verschoben haben“, erinnert Pfarrer Christoph Dickel. Stattfinden sollte sie eigentlich im kommenden Monat, doch „wir haben es den Eltern kurzfristig freigestellt, ob sie diesen Termin unter den jetzt geltenden Bedingungen wirklich wahrnehmen möchten oder ihn nochmal auf den September verschieben wollen“. Um die Gruppen klein zu halten, würden am 7. und 8. Mai mehrere Gottesdienste stattfinden.

Die regulären Konfirmationen wurden zunächst auf das zweite Juniwochenende verschoben. „Wir werden jetzt genau betrachten, ob wir an diesem Termin festhalten oder den Eltern auch einen Ausweichtermin im September anbieten“, plant der Pfarrer in der Hoffnung auf weitreichende Lockerungen der Corona-Maßnahmen im übernächsten Monat. Mit den derzeit geltenden Maßnahmen könnten aufgrund der Kapazitäten maximal sechs Personen aus einem Haushalt in einer Kirchenreihe einen Platz finden. Zusätzlich wären zwei separate Plätze auf der Empore möglich. „Vor Corona haben wir mit etwa 20 Personen pro Familie im Gottesdienst gerechnet. Das ist momentan natürlich nicht denkbar.“

Ausweichtermin im September - aber nicht für alle

Dass die Konfirmationen von beiden Jahren im September zusammen gefeiert werden könnten, hält er jedoch für unwahrscheinlich: „Das liegt daran, wie viele Eltern den Septembertermin wählen. Ich schätze aber, dass sich so viele dafür entscheiden, dass es für einen Termin zu viele sein werden.“

Auch der Konfirmandenunterricht kann derzeit nicht in gewohntem Rahmen stattfinden. Zu Gesicht bekommen sich die Teilnehmer lediglich über die Webcam. „Wir haben wöchentlichen Unterricht per Zoom. Für die Gruppe aus dem vergangenen Jahr ist ja der Unterricht schon abgeschlossen. Wir haben uns aber am vergangenen Donnerstag noch einmal online getroffen, um uns wieder etwas zusammenzufinden und uns gemeinsam auf die Konfirmation zuzubewegen“, erklärt Dickel.

Dass sich da etwas verändern wird, kann gut sein. Man wird aber das Zusammenkommen [...] auch schätzen, wenn das wieder möglich ist

Christoph Dickel, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Halver

Auch die regulären Gottesdienste in der Nicolai-Kirche finden seit Weihnachten nur noch online statt. Über Youtube kann der Gottesdienst sonntäglich ab 10 Uhr verfolgt werden. Bis zu 180 Zuschauer sind laut Christoph Dickel jedes Mal live dabei. Im Laufe der Woche summieren sich die Aufrufe dann auf mehr als 500. Mit diesem Angebot werden sogar mehr Menschen erreicht, als durch bloße Präsenzgottesdienste. Deshalb sollen auch die Konfirmationen mit der Kamera begleitet und über das Internet zu verfolgen sein.

Angst vor einer Trendwende und Gläubigen, die nur noch vor dem Monitor die Gottesdienste verfolgen wollen, hat der Pfarrer jedoch nicht. „Dass sich da etwas verändern wird, kann gut sein. Man wird aber das Zusammenkommen und Miteinander singen können auch schätzen, wenn das wieder möglich ist. Das wird ja auch nicht bei den Fußballspielen so sein. Wenn es möglich ist, wird man auch wieder ins Stadion gehen.“

Oberbrügge: Konfirmation verschoben

Die Gottesdienste der Evangelischen Kirchengemeinde Oberbrügge können ebenfalls nur über einen Monitor verfolgt werden. „Die Kirche war nur zu Ostern geöffnet. Sonst veranstalten wir Zoom-Gottesdienste“, sagt Pfarrer Thomas Wienand, der auf die Empfehlung der Landeskirche verweist, die Präsenzgottesdienste erst unter einem Inzidenzwert von 100 befürwortet. Das wirkt sich auch auf die Konfirmationen aus.

Auch in Oberbrügge finden die Gottesdienste derzeit digital statt.

„Wir hatten die für den 18. April eingeplant. Das hätten wir auch mit Mühe und Not durchziehen können“, erklärt der Pfarrer. Für die Familien wäre das jedoch mit vielen Einschränkungen verbunden gewesen. Neben der Kapazität, die momentan auf 30 Besucher reduziert wurde, wäre selbst der traditionelle Restaurantbesuch im Anschluss nicht möglich gewesen.

Wenn man es mit dem letzten Jahr vergleicht, müsste man davon ausgehen, dass der Sommer dann eine deutliche Entspannung bringt.

Thomas Wienand, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Oberbrügge

„Ich habe deshalb unter den Eltern eine Umfrage gestartet und verschiedene Termine angeboten“, erklärt Wienand. Geeinigt hat man sich auf einen Termin nach den Sommerferien. Am 22. August sollen nun die Konfirmanden ihren Segen erhalten. „Wenn man es mit dem letzten Jahr vergleicht, müsste man davon ausgehen, dass der Sommer dann eine deutliche Entspannung bringt“, hofft Thomas Wienand.

Konfi-Unterricht auf digitalem Wege

Während die Konfirmanden ihren Unterricht bereits abgeschlossen haben, müssen die Katechumenen bei ihren wöchentlichen Treffen mit einem digitalen Unterricht Vorlieb nehmen. Auch, wenn das für den Theologen eher eine Notlösung ist: „Es ist für sie schon eine Zumutung, wenn sie bereits den ganzen Vormittag vor dem Computer gesessen haben. Es können auch nicht alle teilnehmen. Wer zum Beispiel am Sticht wohnt, hat eine so schlechte Internetverbindung, dass er nicht dabei sein kann“, sagt Pfarrer Thomas Wienand.

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