Corona legt Brauch lahm

Keine Karnevalsparty wegen Corona: So reagieren die Jecken

Karneval Jutta Gillmann Halver
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Der Karneval fehlt: Jutta Gillmann (rechts) ist eine der Hauptorganisatoren der drei Feiertage im Pfarrer-Neunzig-Haus. Dieses Jahr kann sie das Programm nicht moderieren (mit Sina Taake), dennoch möchte sie Karnevalsstimmung verbreiten.

Auf geht’s in die fünfte Jahreszeit! Am 11. Februar ist Weiberfastnacht, und vier Tage später findet das närrische Treiben seinen Höhepunkt mit dem Rosenmontag. Theoretisch. In der Praxis spielt das Coronavirus auch hier die Spaßbremse.

Halver – Den Halveraner Jecken wurde für dieses Jahr eine Partyabstinenz verordnet. Das macht besonders den Vollblutkarnevalisten wie Jutta Gillmann schwer zu schaffen. Die rheinische Frohnatur stellt alljährlich mit ihren Mitstreitern die große Karnevalssause in der Christus-König-Gemeinde auf die Beine.

„Im vergangenen Jahr hat Ralf Wegerhoff noch ganz mutig einen Termin im Veranstaltungskalender der Stadt Halver gespeichert“, berichtet die Organisatorin. „Aber daraus wird natürlich nichts.“ Die dreitägige Party fällt komplett ins Wasser.

„Die Karnevalsfreunde schicken sich untereinander ganz viele witzige Nachrichten oder hören die neusten Karnevalslieder von der Band die Höhner. Damit versuchen wir, uns aufrecht zu halten“, verweist die Halveranerin auf die gänzlich anderen Spaßkanäle, die jetzt als Ausgleich genutzt werden.

Gebürtig kommt Jutta Gillmann aus der Nähe von Xanten. „Da wird Karneval richtig gelebt“, schwärmt sie. „Ich bin schon als Kind so aufgewachsen. Unser Haus wurde eine Woche vor Karneval geschmückt und es gab große Umzüge.“ Auch kulinarisch schwelgt sie in Erinnerungen: „Es gab damals immer eine bestimmte Bohnensuppe. Die habe ich jetzt erst wieder gekocht. An was man sich dabei dann erinnert, ist unglaublich“, sagt die jecke Pädagogin.

Bereits am Programm für 2022

Auch wenn es in diesem Jahr nicht klappt mit der Party, gehen die Planungen immer weiter. „Nach Karneval ist vor Karneval. Wir stehen alle in Kontakt und sind bereits auf Programmsuche.“ Was nicht im Rahmenprogramm zu finden sein wird, steht schon jetzt fest: „Es soll nichts dabei sein, was mit Corona zu tun hat. Das passt mir überhaupt nicht.“ Stattdessen überlegen die Party-Profis, ein Best-Of aus den vergangenen Jahren zusammenzustellen.

Auch neben den Überlegungen zum nächstjährigen Termin verbreitet Gillmann gerne Karnevalsstimmung. Für ihre Schüler an der Rönsahler Grundschule hat sie sich schon eine kleine Überraschung einfallen lassen: „Wir feiern sonst immer Karneval an der Schule. In diesem Jahr möchte ich als Überraschung zumindest Karnevalstüten verteilen.“

Bei all dem machbaren Engagement trifft die Fasching-Absage die Halveranerin dennoch doppelt. „Im vergangenen Jahr habe ich meinen ersten Karneval verpasst, weil ich mit meinem Mann in den Urlaub geflogen bin.“ Dass ein Jahr später bereits ihr zweiter Karneval ins Wasser fallen wird, hätte sie nie gedacht.

Keine digitale Feier

Die ausgefallene Feier in digitaler Form zu zelebrieren, wie es derzeit bei vielen Online-Meetings üblich ist, wäre keine adäquate Alternative. „Das habe ich auch schon überlegt. Aber das wäre alles nicht echt.“ Stattdessen überlegt Gillmann, zumindest den „Stammkunden“ des beliebten Seniorenkarnevals eine kleine Überraschung zu bereiten – in welcher Form auch immer.

Ein gemütliches Treffen in digitaler Runde gab es dennoch. „Wir finden uns sonst immer bei Pizza und Getränken im Pfarrheim zusammen, um den Film vom letzten Karneval gemeinsam anzusehen. Das haben wir im November über Zoom zusammen gemacht“, sagt Jutta Gillmann. Die bekannten Gesichter wiederzusehen, sei schön, aber kein Vergleich zu einem Treffen in der „echten Welt“. Bleibt zu hoffen, dass im kommenden Jahr das Pfarrer-Neunzig-Haus wieder für drei Tage in den karnevalistischen Ausnahmezustand versetzt werden kann.

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