Corona in Halver

 Testzentren bleiben: Der Bedarf ist (noch) da

Ein Mitarbeiter des Testzentrums Meinerzhagen führt ein Teststäbchen in die Nase des Kunden ein
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Die Nachfrage sinkt: Immer weniger Menschen lassen sich testen.

Testen für mehr Freiheiten ist nicht mehr so erforderlich wie noch vor einigen Wochen. Die ersten Testzentren in Land sehen die sinkende Nachfrage. Wie reagieren die Zentren vor Ort?

Halver – Noch vor einigen Wochen war der Andrang groß in den Corona-Schnelltestzentren. Doch inzwischen hat sich das geändert, wie auch die beiden Halveraner Zentren auf Nachfrage bestätigen. Waren es im DRK-Testzentrum in Hochzeiten 1300 Tests in der Woche, waren es in der vergangenen Woche 800. In der Atlantis-Apotheke wurden rund 300 Personen täglich getestet, für Montag waren es noch 80.

Wegen sinkender Nachfrage nach Corona-Tests wollen Deutschlands Apotheken ihr Angebot einschränken, wie der Apothekerverband mitteilt. Denn die Zahl der vollständig Geimpften nimmt zu und die Infektionsschutzregeln sind lockerer. Zudem zahlt der Bund weniger als zuvor. „Für eine ganze Reihe von Apotheken ist die Durchführung der Tests damit nicht mehr wirtschaftlich.“ Das Testangebot werde deshalb wohl Schritt für Schritt kleiner werden. Die Apotheken gehören neben privaten Firmen und staatlichen Institutionen zu den wichtigsten Teststellen-Betreibern.

Siegbert Schomann hat sich diesbezüglich noch nicht entschieden. Es spreche einiges für eine Schließung des Zentrums, aber sehr viel dagegen, sagt der Inhaber der Atlantis-Apotheke. Gerade mit Blick auf die Sommerferien glaubt er nicht, dass der Bedarf vorerst weiter sinken werde. Und würde er einmal schließen, wäre nicht klar, ob er noch einmal alles hochfahren würde. Denn dass der Bedarf im Herbst wieder höher ist, glaubt Schomann in Hinsicht auf eine mögliche vierte Welle – bedingt durch Mutationen. „Ich will die Tür nicht verschließen“, sagt er. Eventuell aber könnten Öffnungszeiten angepasst werden, die derzeit eine Testung von morgens bis abends vorsehen. Der Apotheker will beobachten, wie sich die Nachfrage entwickelt.

Nach Schätzung des Apothekerverbands bieten etwa 20 bis 25 Prozent der Apotheken sogenannte Bürgertests an – also Schnelltests, die für die Verbraucher kostenlos sind und vom Bund bezahlt werden. Ursprünglich bekamen die Apotheken wie alle anderen Anbieter bis zu 18 Euro pro vorgenommenem Antigentest, nun zahlt der Bund nur noch bis zu 12,50 Euro. Und auch die monatliche Pauschale in Höhe von 1000 Euro fällt dann ab Juli weg.

In der Corona-Pandemie waren Tests im Frühjahr ein Schlüssel dafür, dass Menschen mit einem negativen Ergebnis Restaurants oder Läden besuchen konnten. Allerdings sind die Infektionszahlen inzwischen so niedrig, dass Lockerungen greifen und der Gastronomiebesuch oder Einkauf auch ohne Testergebnis erlaubt ist. Hinzu kommt, dass vollständig Geimpfte von Testvorgaben ausgenommen sind.

Ins DRK-Testzentrum kommen vor allem Menschen, die einen Test für die Arbeit benötigen oder beispielsweise zum Rehasport müssen, wie Werner Neuhoff vom DRK Halver sagt.

Nachgefragt wurde an der Thomasstraße bereits für die Ferien. Viele fahren ins Ausland und brauchen dafür mitunter Tests für die Hotels. Termine werden bereits dafür gebucht. Andere lassen sich nach wie vor einmal wöchentlich für die eigene Sicherheit testen – solange sie nicht geimpft sind.

Ans Aufhören denkt man im DRK-Testzentrum ebenfalls nicht. Dafür sei der Bedarf zu hoch. Auch hier werden bei Bedarf die Öffnungszeiten noch einmal angepasst. Am stärksten frequentiert seien nach wie vor die Freitage und Samstage, heißt es.

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