Bürgermeister schlägt Tübinger Modell vor

Corona: Helfen feste Zeiten fürs Einkaufen? - diese Stadt im MK denkt drüber nach

Einkaufszentrum Fachmarktzentrum Halver
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Das Einkaufszentrum am Bahngelände könnte feste Zeiten für Risikogruppen zum Beispiel umsetzen.

Bürgermeister Michael Brosch hat in der Ratssitzung am Montag für Halver ein Modell in die Diskussion gebracht, das sich an eine Idee der Stadt Tübingen anlehnt. Dabei geht es um feste Einkaufszeiten.

Halver – Angesichts der Corona-Pandemie empfiehlt die Stadt in Baden-Württemberg unterschiedliche Zeiten beispielsweise für Einkäufe für Risikogruppen. Menschen im Alter von über 65 Jahren oder mit medizinischen Vorbelastungen sollen einen Zeitkorridor beispielsweise von 9.30 bis 11 Uhr erhalten, an denen jüngere und im Grunde gesunde Menschen hingegen diesen öffentlichen Raum nach Möglichkeit meiden sollten.

Hintergrund des Modells, das der Tübinger Bürgermeister Boris Palmer kürzlich gemeinsam mit mehreren Medizinern und weiteren Fachleuten vorgestellt hatte, ist der signifikant schwerere Covid-Krankheitsverlauf für die sogenannten „vulnerablen Gruppen“, die sich mit einer solchen Regelung von Menschen mit zwar höherem Infektionsrisiko, aber milderen Verläufen abgrenzen könnten.

Lösung auf freiwilliger Basis

In Halver werde es dabei nicht um eine Allgemeinverfügung, sondern um eine Lösung auf freiwilliger Basis gehen, sagte Brosch. Er werde das Gespräch mit den Verantwortlichen des Stadtmarketingvereins Halver suchen, um auch Rückmeldung aus den Reihen der Einzelhändler zu erhalten, ob sie dies für praktikabel hielten, kündigte er an.

Eine direkte Rückmeldung der Politik erhielt er in der Sitzung noch nicht. Doch dort sieht man weiteren Handlungsdruck sowohl für die politisch Verantwortlichen wie für die Verwaltung, wie Dr. Sabine Wallmann in der Sitzung deutlich machte. „Das Virus wird am 1. Dezember nicht verschwunden sein. Und wir müssen sehen, dass wir in eine neue Normalität kommen“, sagte die UWG-Ratsfrau. Die Stadt Halver müsse schnell und flexibel reagieren, wenn sich ein besonderer Bedarf zeige. Das könne Schulen betreffen oder auch Vereine, wobei es nicht darum gehe, etwas vorzuschreiben, sondern zu unterstützen.

Situation an den Schulen

Noch konkreter wurde in diesem Zusammenhang Horst Höfer (CDU), der an laufende Förderprogramm erinnerte zur Finanzierung von Luftaustauschern für Klassenräume. Das dies bereits geprüft werde, sicherte Thomas Gehring, Fachbereichsleiter Bürgerdienste, zu, wies allerdings darauf hin, dass es nach derzeitigem Stand lediglich um die Umrüstung, nicht aber um die Neubeschaffung solcher Geräte gehe, die pro Stück zwischen 2500 und 4500 Euro kosten würden.

Weiteres Thema, das wiederum Dr. Wallmann aufwarf, war das der Kommunikation mit der Bürgerschaft, was die Entwicklung der Pandemie-Lage in Halver in den kommenden Wochen und Monaten angeht.

Die in der Anfangszeit fast täglichen Briefings des Bürgermeisters über das Portal Facebook seien offenkundig mit Dankbarkeit aufgenommen worden. Ihr Vorschlag: diese Form der regelmäßigen Information aufrechtzuerhalten und auszuweiten über die Tagespresse beziehungsweise die Homepage der Stadt Halver.

Regelmäßiger Austausch

Brosch verwies in diesem Zusammenhang auch auf den regelmäßigen Austausch zwischen Verwaltung als Exekutive der geltenden Bestimmungen und der Politik und darauf, die Corona-Entwicklung auch regelmäßig auf die Tagesordnung des Rates wie nötigenfalls auch der Fachausschüsse setzen zu wollen.

Ob die Ausweitung der Kommunikation in der angesprochenen Form möglich sei, ließ er in der Sitzung offen, wies im Nachgang der Sitzung gegenüber dem AA aber auch auf zeitliche Probleme hin, in extrem kurzen Abständen unterschiedliche Formate wie Internet-Portale, Homepage und Presse zu bedienen. Ohne wesentliche Veränderungen der Situation sei dies nicht unbedingt zielführend.

Längere Posts für unterschiedliche Zielgruppen brächten einen leicht zu unterschätzenden Zeitaufwand mit sich – im Internet zudem verbunden mit dem Anspruch, unter Umständen auch steuernd in einen aus dem Ruder laufenden Diskussionsverlauf eingreifen zu müssen.

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