Gewinner der Pandemie

Corona im MK: Baumarkt wird zum Freizeitpark in der Krisenzeit

Wer wegen Corona nicht in den Urlaub fahren konnte, investierte in sein Zuhause. Baumärkte wurden zu Pandemie-Zeiten regelrecht zu einem Freizeitpark - auch im Märkischen Kreis.

Halver – Wo gehen die Menschen hin, wenn der Freizeitpark geschlossen hat? Die Mitarbeiter vom Bauzentrum Lieder in Halver haben da eine klare Antwort. Wir waren zu Besuch und haben nachgefragt, wie das Corona-Jahr für das Geschäft gelaufen ist. Marktleiter Harald Kausch erzählt auch, was die Kunden am meisten gekauft haben.

StadtHalver
LandkreisMärkischer Kreis
Fläche77,37 km²
Einwohner16.083 (31. Dez. 2019)

Corona im MK: Baumarkt wird zum Freizeitpark in der Krisenzeit - „Das war schon ein richtig gutes Jahr“

Beim Bauzentrum Lieder in Halver muss man keinen Eintritt zahlen. Nur einen Einkaufswagen braucht man für das Erlebnis Baumarkt. „Wir sind der Freizeitpark“, sagt Marktleiter Harald Kausch. Baumärkte sind in der Corona-Krise klare Gewinner. Das kann auch Harald Kausch bestätigen: „Das war schon ein richtig gutes Jahr.“

Der Markt war so voll, wie es unter Corona-Bedingungen erlaubt war, und auf dem Parkplatz standen die Kunden Schlange und warteten auf den Einlass. Das hat schon etwas vom Freizeitpark, sagen die Mitarbeiter und lachen. Es ging so weit, dass die Empfehlung ausgesprochen wurde, keine Angebots-Prospekte mehr zu verteilen. „Um die Menschen nicht noch mehr anzulocken“, sagt Kausch. Beilagen gab es deshalb lange nicht.

Harald Kausch, Marktleiter im Bauzentrum Lieder Halver, blickt auf gute Zahlen fürs Geschäftsjahr.

Corona im MK: Baumarkt wird zum Freizeitpark in der Krisenzeit - Lieferengpässe zu Beginn der Pandemie

Am Ende musste ein Wachdienst her, sagt Kausch. Nicht alle Kunden waren freundlich – sie waren oft unverschämt. Wie in jedem anderen Geschäft auch, mussten die Mitarbeiter die Kunden daran erinnern, eine Corona-Maske zu tragen. „Manchmal war es unerträglich“, sagt Kausch. Aber die Kunden haben auch gekauft. Größtenteils wurde zuhause renoviert. Die Abteilung für Tapeten und Farbe war immer voll. Zeitweise waren sogar erstmals die Farben für die Farbmischanlage leer – und der Lieferant kam nicht hinterher, sagt Kausch. Ähnlich bei den Schrauben. Weil die aus China kamen, gab es zu Beginn der Pandemie im März Lieferengpässe.

Verstecken können sich die Mitarbeiter im Baumarktzentrum Lieder nicht. Viel los war vor allem in der Farbabteilung. Wer nicht in den Urlaub fahren konnte, investierte in sein Zuhause. Das sieht man auch an den guten Umsätzen des Bauzentrums.

Schnell wurde man sich bewusst, dass der Baumarkt zu einer beliebten Anlaufstelle geworden ist in der Corona-Pandemie. Geld, was sonst für den Urlaub ausgegeben worden wäre, wurde nun ins Zuhause investiert. Der Baumarkt Lieder hat in der Corona-Krise so seinen Umsatz steigern können und deutlich profitiert. Zahlen nennt Harald Kausch nicht, aber er sagt: „So ein Jahr kriegt man so schnell nicht wieder.“

Baumarktboom deutschlandweit

Von Januar bis September setzten die Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland 17,32 Milliarden Euro um, was einem Umsatzplus von +15 Prozent entspricht. Besonders gefragt waren laut Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) in den vergangenen Monaten Farben und Malerzubehör, Gartenausstattung, Holz, Gartenmöbel und Werkzeuge. Lediglich in einer Warengruppe waren die Umsätze rückläufig – beim Autozubehör. Hier spiegele sich die eingeschränkte Mobilität der Verbraucher im Corona-Jahr wider, urteilte der Verband.

Rubriklistenbild: © Lorencic, Sarah

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