Comedyduo "Ham and Egg": „Sahnestücke“ begeistern Publikum

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Das Publikum im fast vollbesetzten Saal zeigte sich einmal mehr begeistert vom Auftritt des Comedyduos „Ham and Egg“ am Samstagabend in Halver.

Halver - War noch Karneval? In der Schulaula an der Humboldtstraße konnten Besucher am Samstagabend diesen Eindruck gewinnen. Zu Gast waren aber auch zwei ausgesprochen zauberhafte Damen, die in jeder Hinsicht fast alles gaben.

Soll man sie wirklich „Ham and Egg“, also Schinken und Ei nennen? Erst am Ende eines wahrlich zauberhaften Abends zeigten Jörg Dilthey und Andreas Schmitz ihre wahren Gesichter, und die waren – wie die Namen schon andeuten – erheblich männlicher als jene Riege von glamourösen Damen, die den Saal immer mehr zum Kochen gebracht hatten.

An diesem Abend war das Bild aus der Küche durchaus passend. Nur durch ein Versehen war der Saal nur fast ausverkauft. Die Halveraner wussten nach drei vorangegangenen Auftritten, was mit dem Programm „Sahnestücke deluxe“ auf sie zukam, und genau das sehr zu schätzen. Also: Bis zu zwei Frauen auf der Bühne in wechselnden Besetzungen und mit einem Traumfundus unterschiedlicher Kostüme. Die Bühnen der Welt von Baden-Baden bis Las Vegas können angesichts solcher Fülle nur vor Neid erblassen.

Ein orangener Traum mit Rölleken und viel Glitzer legte auch noch den gewaltigen Leoparden-Büstenhalter ab. Schulterfrei in leuchtendem Gelb mit orangener Perücke kam ein weiteres Geschoss daher. Elegante Damenoberbekleidung gab es wahlweise in Lila mit entsprechender Handtasche oder in einem Farbenmix, der wahrlich die Sonne, wenn nicht sogar fast einen ganzen Regenbogen aufgehen ließ. Ganz grandios war der Auftritt als Eistüte mit allem, was dazugehört: Hörnchen, Eiskugeln, Sahne und dem kleinen Schirmchen obendrüber: „Himbeereis zum Frühstück“. Ein Traum in den italienischen Farben Rot, Weiß, Grün begleitete „Viva la Mamma“ und „Bella Italia“. Dazu sang das Publikum schöner noch als die Fischerchöre und wahrlich kraftvoll. Kein Auge trocken ließ das laszive Liebeslied einer Sekretärin an ihr Arbeitsgerät: „I can’t live if living is without you – du meine Triumph-Schreibmaschine!“.

Großes Kino für Augen und Ohren

Großes Kino für Augen und Ohren also, und allein schon durch die Schlagzahl unterschiedlicher selbstentworfener Kostüme haben die beiden Damen aus dem Rheinland regelmäßig schon gewonnen beim Publikum. „Wir sind zwei Männer, aber wen stört das schon“, gaben sie trotz des so anderen Anscheins zu – begleitet von Elton Johns „Crocodile Rock“. Und ihre Devise kam eine ganze Weile später: „Lieber im Gesicht bemalt, als vom Leben gezeichnet“.

Hinzu kamen musikalisch viele weitere Preziosen aus der Musikgeschichte, die größtenteils auf den überbordenden Charme der jeweiligen Sängerin anspielten: „Ich bin die Zuckerpuppe aus der Bauchtanzgruppe“ oder auch „Ich bin rund und gesund“, Natürlich wussten die Damen um ihren unwiderstehlichen Charme: „So zwei hübsche Astralkörper wie wir!“ Und dass die unüberhörbaren „Zugabe“-Rufe sie „völlig unvorbereitet getroffen“ hätten, war schlicht gelogen.

Den wahrlich tosenden Beifall nahmen die beiden Herren dann doch weitgehend entblättert entgegen: Das „Modell Zauberflöte“ verkauften sie als „der Zauber ist flöten“. Aber sie hatten es wahrlich verdient, sich vom Publikum als Jörg Dilthey und Andreas Schmitz feiern zu lassen.

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