Cocktail aus 600 Jahren Musikgeschichte

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Die neunjährige Lena Hager spielte ein Violinen-Solo. ▪

HALVER ▪ „Sie haben die richtige Wahl getroffen, trotz des schönen Wetters in die Kirche gekommen zu sein“, begrüßte Thomas Kroll die Besucher am Sonntagnachmittag in der Nicolai-Kirche. Die Kantorei Halver unter der Leitung von Andreas Pumpa hatte zum Sommerkonzert in das evangelische Gotteshaus geladen.

„Erleben Sie zwei Stunden lang einen bunten Cocktail aus 600 Jahren Musikgeschichte.“ Der Moderator führte gekonnt und charmant durch das in drei Teile gegliederte Programm. Mit kleinen Anekdoten und Hintergrundwissen zu den einzelnen Stücken und Komponisten wertete er das Konzert zusätzlich auf.

Ein buntes und abwechslungsreiches Programm ließ schließlich keine Wünsche offen und begeisterte die Besucher. Der erste Teil trug den Namen „Preis und Lob“, in dem der Kammerchor, sowie die gesamte Kantorei Halver Werke von Guillaume Dufay, Antonio Vivaldi und Joseph Haydn sang. Zudem begeisterte an der Orgel Heidi Viebahn, die ein Präludium in h-moll von Johann Kaspar Ferdinand Fischer sowie das Choralvorspiel „Allein Gott in der Höh' sei Ehr“ von Johann Gottfried Walther zum Besten gab. „Klatschen Sie nach Herzenslust!“, forderte Kroll das zunächst etwas verhaltene Publikum zum Applaus auf. Und dieses ließ sich nicht lange bitten. Spätestens zu Beginn des zweiten Teils, der den Titel „fröhlich und weltlich“ trug, hallte schallender Applaus durch die Nicolai-Kirche. Ein bisschen abgerückt von der geistlichen Musik startete die Kantorei mit dem Hit der sechziger Jahre „O happy day“. Swing lag in der Luft und animierte zum „Mitschnipsen“. Unterstützt wurden die Sänger dabei von dem jungen Gesangstalent Vanessa Dewald. Die 15-jährige Halveranerin begeisterte mit ihrer klaren und kraftvollen Stimme. Scheinbar ohne Lampenfieber präsentierte sie zudem „Mamma Mia“ und „Dancing Queen“ von Abba. Unterstützt wurde sie dabei von Andreas Pumpa, seit einem Jahr ihr Gesangslehrer.

Und noch ein weiteres Musiktalent präsentierte sich der Gemeinde. Die erst neun Jahre alte Lena Hager spielte auf der Violine „Die Gedanken sind frei“. Zum Schluss des zweiten Teils brachte die Gesangsformation „Comedian Organ Pipes“ den Swing in die Kirche. Mit Frack und Fliege, Witz und Charme sangen die fünf Männer a capella „Wochenend und Sonnenschein“, „Eine kleine Frühlingsweise“ und „Mein kleiner grüner Kaktus“.

Das Publikum war begeistert und applaudierte lautstark. Zu dem Titel „Das ist die Liebe der Matrosen“ wurde der Frack gegen ein Matrosenkostüm getauscht – die Show war perfekt. „Stille und Gebet“ ließ im abschließenden dritten Teil wieder Ruhe in die Kirche einkehren. Anbetungslieder von John Rutter erfüllten den Raum mit warmen Klängen. Nach der Verabschiedung durch Thomas Kroll sang die Gemeinde zusammen mit der Kantorei den Choral „Bleib bei mir, Herr'“. „Ein durchweg gelungenes Konzert“, waren sich die Besucher einig. ▪ Friederike Domke

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