Ovationen für die Kantorei

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Auch das neue Quintett „Graduale“ wirkte beim Adventskonzert mit. ▪

HALVER ▪ „Gloria in Excelsis Deo“– nicht nur mit dieser Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach haben die Kantorei-Mitglieder ihre Stimmen zum Lobe Gottes erhoben. Fröhlich, mit einem abwechslungsreichen Programm. Dennoch umgab ein Hauch von Abschied und Wehmut das Adventskonzert am Sonntag in der katholischen Christus-König-Kirche.

Wie bereits berichtet, hat das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Halver die Kantorei, die 1994 aus dem drei Jahre zuvor gegründeten Kirchenchor hervorgegangen ist, aufgelöst. Das hat die Chorgemeinschaft kalt erwischt, die einige Wochen zuvor noch ihre Planung für das gesamte Jahr 2013 vom Presbyterium genehmigt bekommen hatte. Der heimatlos gewordenen Kantorei gewährte Pfarrer Claus Optenhövel „Kirchenasyl“ für die Proben und das bereits angekündigte Konzert.

Als Gastgeber begrüßte der katholische Geistliche die zahlreichen Besucher mit Freude, aber auch mit dem Bekenntnis, dass die Katholische Kirchengemeinde keine Position zu den „schmerzlich“ zur Kenntnis genommenen Auseinandersetzungen zwischen Kantorei und Evangelischer Kirchengemeinde beziehen wolle. Neben all den Fragen, wie es weitergehen soll, sei eigentlich die entscheidende Frage nach dem Frieden wichtiger, gab Optenhövel den Anwesenden am zweiten Advent mit auf den Weg.

Mit „Advent ist heut“ sowie „Ehre und Preis sei Gott“ von Johann Sebastian Bach präsentierte sich das neue Quintett „Graduale“ der Kantorei in bester Stimmlage. Auch beim vorerst letzten Konzert der bisher evangelischen Chorgemeinschaft war der Wechsel von Darbietungen der verschiedenen Gruppierungen – auch der Kammerchor zählt dazu –, dem Orgelspiel von Kantor Andreas Pumpa, dem Einstimmen der Besucher sowie den Lesungen von Michael Fischer eine gelungene Mischung von andächtigem Zuhören und Mitwirken.

Während die Kantorei ausgesuchte Werke von Bach, Gottfried August Homilius, Felix Mendelssohn-Bartholdy oder Wolfgang Amadeus Mozart sang, konnten die Besucher in bekannte Lieder wie „Macht hoch die Tür“, „Nun komm, der Heiden Heiland“ oder „Tochter Zion“ – und in einen Kanon – einstimmen.

Einen weihnachtlichen Segen von Anselm Grün hatte Fischer für den Schluss ausgesucht und die Kantorei „Wie lieblich sind die Boten“ angestimmt. Das Publikum dankte der Kantorei mit Standing Ovations und der Kirchengemeinde für die Gastfreundschaft.

Zum Ausklang waren alle ins Pfarrer-Neunzig -Haus eingeladen, wo bei Kaffee oder Sekt noch lebhaft diskutiert wurde. ▪ Yvonne Pfannschmidt

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