CDU-Antrag sorgt im Rat für Erstaunen

Gegen eine „Verspargelung der Landschaft“ will die CDU weiterhin eintreten – mit Hilfe neuester Technik. ▪ Schüller

HALVER ▪ Nein, Bibel-Kenntnisse alleine genügten nicht, um bei den Diskussionen im Rat glänzen zu können. Doch mehr als sonst waren sie beim politischen Schlagabtausch am Montag hilfreich: als es etwa um jenen Antrag der CDU ging, der die Produktion regenerativer Energien auf Halvers Stadtgebiet zum Inhalt hat. Da war sie dann eben doch gefragt, die Bibeltreue.

„Da sagt man wohl: vom Saulus zum Paulus“, zog SPD-Fraktionschef Michael Brosch den Vergleich zur Apostelgeschichte, den sein Gegenüber Peter Starke von der CDU mit wenig Wohlgefallen aufgenommen haben dürfte. Und doch räumte auch er ein, dass seine Partei im Zuge der Katastrophe von Fukushima eine Richtungsänderung vorgenommen hat. „Jeder hat dazu gelernt. Die CDU in dieser Sache vielleicht ein bisschen mehr als andere“, so Starke. Wie berichtet, wollen die Christdemokraten von der Verwaltung nicht nur prüfen lassen, ob auf städtischen Flächen regenerative Energien erzeugt, sondern ob die entsprechenden Anlagen auch von der Stadt selbst betrieben werden könnten. Dabei betonte Starke aber erneut, dass man mitnichten auf die konventionelle Nutzung der Windkraft setze. Vielmehr sollte die Installation so genannter vertikaler Anlagen überprüft werden.

Eine Einschränkung, die Karl-Friedrich Osenberg (Grüne) kritisierte: „Damit schließen Sie ausgerechnet die Technik aus, die die großen Mengen an Energie geben kann.“ Grundsätzlich begrüßte er den Antrag der CDU jedoch – ebenso wie die SPD-Fraktion, die allerdings an vergangene Anträge aus den eigenen Reihen erinnerte, die „seinerzeit belächelt wurden“, wie Alfred Kreikebaum sagte. Markus Turck (UWG) bewertete den CDU-Antrag ebenfalls positiv, bekräftigte jedoch erneut, dass es vor allem gelten müsse, Kilowattstunden, sprich: Energie, zu sparen.

Skeptisch äußerten sich sowohl Andreas Gerrath als auch Jürgen Theiß von der FDP: Sie befürchten, dass sich die Stadt mit dem Betrieb energieerzeugender Anlagen ein Tätigkeitsfeld erschließt, mit dem ein unabsehbares wirtschaftliches Risiko einhergeht.

Die lange Diskussion zu dem Thema war indes nur ein Vorgeschmack auf die kommenden Ausschüsse, an die der Antrag mit dem Votum aller Ratsfraktionen einstimmig weitergeleitet wurde. ▪ Frank Zacharias

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