A capella auf der Burg in altertümlichen Gewändern

Alles hört auf sein Kommando: Kantor Andreas Pumpa (links) dirigiert die Gruppe „Graduale“. ▪ Prillwitz

HALVER ▪ Heute in zwei Wochen, am 6. August, tritt der Kammerchor Halver beim Mittelalterfest auf der Burg Altena auf. Obwohl die zwölf Mitglieder von „Graduale“ allesamt über zum Teil langjährige Chorerfahrung verfügen und bereits einige Auftritte absolviert haben, wagt sich die Gruppe um Kantor Andreas Pumpa in der Burgstadt auf Neuland.

Erstmals wird der Kammerchor sein Programm nicht nur weitestgehend a capella zum Besten geben, sondern auch in mittelalterliche Gewänder gehüllt und an permanent wechselnden Standorten. „Wir wollen möglichst an jeder Ecke des Marktgeländes ein Lied singen und hoffen, auch in der Kapelle der Burg auftreten zu können“, erklärt Pumpa.

Insgesamt 15 „geistliche und weltliche Werke aus unterschiedlichen Stilrichtungen und sieben Jahrhunderten“ habe der Kammerchor für den Auftritt in Altena im Repertoire. Dieses reicht von Liedern aus dem Barock über Stücke aus der Epoche der Klassik bis hin zum Expressionismus, die lediglich von einem Tambourin und einem Schellenbaum instrumental begleitet werden.

Normalerweise verwendet die Gruppe „Graduale“ bei ihren Auftritten ein so genanntes Tafelklavier, das im Jahre 1809 erbaut wurde – und in der Region bereits bekannt ist. So präsentieren Pumpa und seine Mitstreiter ihr Programm bereits seit zwei Jahren bei diversen Konzerten und Gottesdiensten. Für die Proben greifen die Kammerchorsänger dagegen auf ein modernes Instrument, ein Keyboard, zurück. „Das ist auch einfacher zu transportieren“, lacht Pumpa.

Ursprünglich, erinnert sich der Kantor, habe er lediglich den Plan gehabt, in der Evangelischen Kirchengemeinde mehr Musik machen zu wollen und zu diesem Zweck einen Kammerchor als Projekt ins Leben gerufen. Nach einigen „ergänzenden“ Auftritten bei Gottesdiensten habe sich das Projekt jedoch zu einer eigenständigen Musikgruppe entwickelt, die seitdem privat organisiert ist und sich selbst finanziert.

„Das ist nicht unsere Idealvorstellung, zumal wir auch keinen Proberaum haben“, so Pumpa. So ist der Kammerchor nämlich dazu gezwungen, seine zweistündigen Proben, die einmal pro Woche stattfinden, abwechselnd in den Wohnzimmern derjenigen Mitglieder stattfinden zu lassen, die über entsprechend große Räume verfügen.

Davon unterkriegen lässt sich „Graduale“ allerdings nicht. Stattdessen ist die Gruppe weiterhin auf der Suche nach neuen Mitgliedern. „Interessenten sollten auf jeden Fall über Chorerfahrung verfügen“, erläutert Pumpa das Anforderungsprofil. Nach einem Vorgespräch mit dem Kantor und einem Vorsingen werden Bewerber zunächst befristet bei den Proben aufgenommen.

Über das Mittelalterfest in Altena hinaus stehen bereits zwei weitere Termine fest, bei denen der Halveraner Kammerchor auftreten wird. Am 2. Oktober geht es erneut nach Altena, wo „Graduale“ im Rahmen der Veranstaltung „Musik liegt in der Luft“ Schlager der 20er und 30er Jahre zum Besten geben wird. Zwei Wochen darauf, am 16. Oktober, folgt ein „Heimspiel“ in Halver. „Wo genau das stattfinden wird, steht allerdings noch nicht genau fest“, so Pumpa.

Fest steht dagegen, dass der Kammerchor diese beiden Termine nicht in mittelalterlicher Kleidung wahrnehmen wird. „Die Klamotten“, erklärt Andreas Pumpa grinsend, „sind für uns lediglich schmückendes Beiwerk für den Mittelaltermarkt.“ ▪ Sven Prillwitz

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