Arbeiten statt Ferien

Campingclub rüstet auf: Neues Vereinsheim steht

Campingplatz Glörfeld, Halver
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Viel Arbeit für die Camper: Einer der Gästeplätze wird neu hergerichtet, nachdem besonders Frostschäden ihm zugesetzt hatten. An frischer Luft und mit genügend Abstand wird hier gearbeitet.

Arbeitsreiche Wochen haben die Mitglieder des Campingclubs in Glörfeld hinter sich. Statt Ferien waren sie mit Geräten unterwegs, um ein neues Gebäude zu errichten. Davon hat jeder etwas.

Halver – Es rappelt und knarrt und surrt und brummt an jeder Ecke auf dem Gelände des Familien-Campingclubs Glörfeld an diesem Samstag. Hecken werden geschnitten, Rasen gemäht, ein Gäste-Platz neu gepflastert, ein Unterstand für die Mülltonnen gebaut. Mittendrin ist der 1. Vorsitzende des Vereins, Peter Erlenhöfer. Ganz so viel Zeit hat er nicht – gleich kommen schon die nächsten Interessenten für einen Dauer-Campingplatz.

Ohnehin sind Erlenhöfer und seine Kollegen aus dem Vorstand seit einem Jahr sehr gefragt. Seit der Corona-Pandemie ist Urlaub im eigenen Land umso beliebter, nicht nur die Gästeplätze, auch die für Dauercamper sind sehr begehrt. „Auf die letzten Anzeigen haben sich über Ebay Kleinanzeigen Hunderte Menschen gemeldet, bei Facebook waren es mehr als 9000 Interaktionen“, erzählt Erlenhöfer. Ganz abgesehen von den vielen Anrufen, die beim Campingclub-Vorsitzenden eingingen. „Es war verrückt, wie viele Interessenten sich gemeldet haben.“ Mittlerweile ist die Warteliste fast abgearbeitet. „Wir haben 19 neue Mitglieder dazu gewinnen können“, freut sich Peter Erlenhöfer. Quasi ausgebucht sei man nun.

Camper-Treff realisiert

Nicht nur die Lage im Grünen und in unmittelbarer Nähe zur Glörtalsperre macht den Platz bei den Campern so beliebt. Stets wird hier daran gearbeitet, den Vereinsmitgliedern noch mehr zu bieten. Knapp drei Jahre nach dem Beschluss, ihn zu bauen, steht nun auch endlich der Camper-Treff. Eine große Holzhütte, die in Zukunft nicht nur für Vorstandstreffen und Feste genutzt werden soll.

Ein Unterstand für die Mülltonnen entsteht derzeit im Eingangsbereich des Geländes.

„Wir haben sehr viele Familien mit Kindern auf dem Platz. Im Alter von 0 bis zu 16 Jahren sind es mittlerweile 36. Wo sollen die denn hin, wenn es regnet? Das passt nicht, wenn die sich in einem Vorzelt treffen wollen“, sagt Erlenhöfer. Und so soll der neue Camper-Treff Alt und Jung dienen. Für die Kinder als Platz zum Spielen bei schlechtem Wetter, für den Vorstand für die regelmäßigen Sitzungen, für Beratungen und natürlich auch für Feiern. Einige Schränke und eine Magnettafel befinden sich schon im Inneren, bald soll noch eine kleine Küche dazukommen, ein paar Teppichfliesen, auf denen die Kinder spielen können, Tische und Stühle. Sogar Gesellschaftsspiele und einige Vorstands-Unterlagen sind schon vor Ort.

Langer Weg bis zum Vereinsheim

Doch es war ein langer Weg bis zum eigenen Vereinsheim. Zunächst galt es, die Vereinsmitglieder zu überzeugen, dann den Platz und das Fundament vorzubereiten und schließlich gab es Lieferschwierigkeiten bei der Firma, bei der das Holzhaus bestellt worden war. Im November hätte es dann endlich geliefert werden können. „Aber da dann die Freiwilligen zusammen zu kriegen, die es aufbauen – das hätte nicht gepasst“, erzählt Peter Erlenhöfer.

Also lagerte die Firma das Material ein – bis zum Frühjahr dieses Jahres. Das dann aber bis zum vorgesehen Platz durch die schmalen Zufahrtswege in Glörfeld und auf dem Campingplatz zu kriegen: gar nicht so einfach.

Es hat fast drei Jahre gedauert, aber jetzt steht es endlich: Das Holzhaus, das die Vereinsmitglieder in Glörfeld in Zukunft als Camper-Treff nutzen.

Der große Lkw schafft es nicht bis auf den Platz, also muss ein befreundeter Landwirt aushelfen. All die Balken, Fenster und Elemente werden erneut umgeladen, um dann in kleinen „Portionen“ an Ort und Stelle abgeladen werden zu können.

Damit fängt aber für die Camper die „echte“ Arbeit erst an. Die mehr als sechs Meter lange Hütte ist als Stecksystem konzipiert. „So konnten wir auch unter Corona-Bedingungen daran arbeiten, ohne uns zu nahe zu kommen“, berichtet Erlenhöfer vom Zusammenbau.

Das Dach wird kurze Zeit später installiert, bis dahin werden Planen über das Holzhaus gezogen. Auch wenn noch viel zu tun ist am Camper-Treff: Das Haus steht, der Boden ist verlegt. Strom und Wasserleitungen sind vorbereitet, in den Dachbalken werden LEDs installiert, die Regenrinnen müssen noch angebracht, der Unterbau verkleidet und das Gelände rund um die Hütte entsprechend hergerichtet werden.

Zu beiden kurzen Seiten des Gebäudes wurden Pflanzkübel installiert, auf der vorderen soll ein Kräutergarten entstehen. „Dafür habe ich sogar schon kleine Schilder vorbereitet, die den Mitgliedern mitteilen, ob schon gegossen wurde“, freut sich Peter Erlenhöfer.

Die nächste Baustelle wartet schon

Direkt vor dem neuen Holzhaus wartet die nächste Baustelle. Hier wird einer der Plätze für Gäste-Camper überarbeitet. „Hier gab es überall Stolperfallen und Unebenheiten“, erklärt Erlenhöfer. Also die alten Platten aufnehmen, Split verteilen und einrütteln, den vorderen Bereich mit neuen Steinen auslegen. „Arbeit, die hier nur von Freiwilligen verrichtet wird“, betont Peter Erlenhöfer. Ebenso neben dem Spielplatz: Dort entsteht derzeit ein großer Unterstand aus Holz für die Mülltonnen. Statt Ferien gibt es für die Mitglieder also grade jede Menge Arbeitseinsätze.

So auch schon wieder am 10. Juli. Dann gibt es eine Beratung darüber, welche Geräte noch für den Kinder-Spielplatz angeschafft werden sollen. Das in die Jahre gekommene Kinderkarussell wurde nämlich kürzlich gesperrt, weil es nicht mehr den derzeitigen Normen entspricht. Dabei soll auch ein entsprechender Sachverständiger vor Ort sein, der den Verein in Sachen Spielplatz und Geräte fachkundig berät, erzählt Peter Erlenhöfer. Dann muss der Vorsitzende allerdings schnell wieder zum Tor – die nächsten Interessenten stehen dort schon bereit.

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