Bürgermeisterwahlkampf 2.0 in Halver: Stimmenfang via Facebook

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Halver -  Ein Bürgermeister mit eigener Homepage und einem Auftritt bei Facebook. Wer Stadtoberhaupt werden oder bleiben möchte, kann sich nicht mehr nur mit Plakaten und Flyern in den Wahlkampf stürzen. Längst sind soziale Netzwerke unumgänglich beim Wählerfang.

Facebook und Co. sind nicht mehr nur Plattformen für Jugendliche und junge Erwachsene – auch Menschen jenseits der 40, 50 oder 60 Jahre nutzen das Netzwerk, um sich auszutauschen, zu präsentieren und zu informieren. Wer also sich selbst oder sein Produkt vermarkten möchte, findet dort zahlreiche potenzielle Abnehmer. Das wissen auch CDU-Bürgermeister Dr. Bernd Eicker und sein Herausforderer Michael Brosch von der SPD. Beide sind bei Facebook aktiv und teilen, „posten“ und „liken“, was das Zeug hält.

„Shitstorm“ bislang ausgeblieben

Der amtierende Bürgermeister Dr. Bernd Eicker hat auch den Wahlkampf 2.0 via Facebook für sich entdeckt und geht dort auf Wählerfang. - Screenshots: Kämper

Ob Stadtgeschehen, Veranstaltungen oder Termine – Eicker und Brosch sind aktiv und nutzen den Wahlkampf à la Facebook. Dazu gehören Fotos vom vergangenen Fußballspiel, der jüngsten Kulturveranstaltung in Halver oder der eigenen Wahlkampfveranstaltung. Aber auch ein Foto aus dem Norderney-Urlaub werden dem „Eicker-Liker“ nicht vorenthalten. Mit geringem Aufwand und wenigen Zeichen lassen sich auf Facebook, Twitter und Co. viele Leute erreichen. Schnell mal ein „Selfie“ (Selbstportrait) mit dem Handy geschossen und schon wissen die Nutzer über die jüngsten Aktivitäten des Kandidaten Bescheid – Wahlkampf 2.0. Ebenso zügig bekommen die Kandidaten aber auch eine Rückmeldung auf ihre Beiträge. Schnell sind die Inhalte von Eicker und Brosch von den Nutzern kommentiert und weiter verbreitet worden. Dass dabei nicht nur positives Feedback auf sie einprasseln kann, wissen sie.

Glücklicherweise, versichern Eicker und Brosch auf AA-Anfrage, sei man bislang von einem sogenannten „Shitstorm“ verschont geblieben. „Ich behalte die Kommentare aber alle im Blick und schaue regelmäßig hinein“, sagt Brosch. Für ihn gehöre Facebook als Medium zum täglichen Gebrauch. Anders als Eicker, nutzt Brosch die soziale Plattform auch privat. Das heißt – und jetzt wird es für Nicht-Facebook-Nutzer etwas kompliziert – er unterhält sowohl einen Account als Privatperson als auch, so wie Eicker, als Bürgermeisterkandidat. Eicker nennt sich dort „Person des öffentlichen Lebens“, Brosch „Politiker“. Facebook-Nutzer können die Seiten der beiden „liken“ und bekommen dann alle Neuigkeiten und „Postings“ auf den Bildschirm. 227 Nutzer gaben bisher Michael Brosch ein „Gefällt mir“, Dr. Bernd Eicker kommt derzeit (Stand 10. August) auf 141 folgsame Nutzer.

SPD-Stadtverband nicht bei Facebook

Michael Brosch, Herausforderer der SPD bei der Bürgermeisterwahl am 13. September, präsentiert sich bei Facebook mit einer „geschäftlichen“ Seite, ist aber auch privat in dem Netzwerk unterwegs.

Bei der Aktualisierung und Pflege seiner Facebook-Seite holt sich Bernd Eicker Unterstützung bei Partei-Kollegen. „Man muss sich da erstmal einarbeiten“, sagt der Bürgermeister, der erst seit kurzem bei dem sozialen Netzwerk aktiv ist. Michael Brosch hingegen gab an, sich ausschließlich selbst um seinen Auftritt zu kümmern. Und noch etwas unterscheidet beide Politiker im Facebook-Wahlkampf: Brosch siezt die Besucher seiner Seite, Eicker hingegen zieht ein „Du“ in der Begrüßungsanrede auf der Seite vor. Auch der CDU-Stadtverband aus Halver hat mittlerweile eine eigene Facebook-Präsenz und unterstützt seinen Kandidaten beim Online-Wahlkampf. Anders sieht es da bei der SPD aus. Der Stadtverband ist bislang noch nicht auf Facebook aktiv.

Dafür wird die SPD-Internetseite (www.spd-halver.de) auf dem neuesten Stand gehalten. Presseartikel, Termine und eine ausführliche Vorstellung des Bürgermeisterkandidaten Michael Brosch sind dort einzusehen. Und während die SPD auf ihrer Internetseite den 13. September voll im Visier hat, ist der CDU-Stadtverband im vergangenen Jahr hängen geblieben. Auf der Startseite (www.cdu-halver.de) ist noch die Kommunalwahl 2014 Thema. Von einer Bürgermeisterwahl ist zwar die Rede, allerdings aus dem Jahr 2010. Der aktuellste Eintrag auf der CDU-Internetseite ist vom 10. März diesen Jahres. Der Wahlkampf ist im Internet und in sozialen Netzwerken angekommen. Trotzdem gibt es durchaus Aktualisierungsbedarf – auf beiden Seiten.

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