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Bürgermeisterkandidat reagiert heftig auf SPD-Vorwürfe

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Halver - Überrascht über die Aussagen des SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Martin Kastner in einem Interview mit dem AA am 20. Februar zeigt sich Markus Tempelmann, designierter Bürgermeisterkandidat von CDU, UWG, Grünen und FDP. In einer Stellungnahme reagiert er mit deutlicher Kritik auf einzelne Punkte Kastners – und offenbart dabei auch Differenzen zu seinem aktuellen Dienstherrn und Konkurrenten ums Bürgermeisteramt, Michael Brosch.

Zum einen zeigt sich Markus Tempelmann verwundert darüber, dass Kastner die positiven Entwicklungen Halvers lediglich auf die Brosch-Ära zurückführe. „Die Wahrheit ist, dass viele wichtige Projekte wie das neue Einkaufszentrum, das Gewerbegebiet Susannenhöhe, zwei Wohngebiete und die Regionale 2013 ebenso schon umgesetzt oder eingeleitet waren wie auch das barrierefreie Rathaus. Gerade die beiden letztgenannten Projekte waren Herzensangelegenheiten der damaligen Verwaltungsspitze, die hierzu auch die Förderung besorgt hat, während Michael Brosch und die SPD anfänglich sogar dagegen waren“, betont der Erste Beigeordnete der Stadt.

Abgrenzung vom Bürgermeister

Eine Abgrenzung vom Bürgermeister, wie Martin Kastner sie beschrieb, sieht auch Tempelmann – allerdings sieht er den Bürgermeister selbst dafür verantwortlich. Dieser habe sich 2018 aus politischen Gründen dagegen entschieden, weiterhin Wohngebiete auf eigenen Flächen zu entwickeln, wie mittlerweile auch die Bezirksregierung fordere. Stattdessen hätten Brosch und Kastner ein privates Areal vorgeschlagen. „Die beiden zuständigen Fachbereichsleiter waren ebenso wenig informiert wie vier der fünf Fraktionen. Unser Projekt Schmittenkamp hätte das sicherlich um zwei Jahre verzögert“, sagt Tempelmann.

Erhöhung der Gewerbesteuern plant Tempelmann nicht

Unterschiede zu seinem politischen Widersacher sieht Markus Tempelmann auch bei den Themen Wirtschaftsförderung und Steuern. „Als ich 2008 nach Halver kam, lagen wir bei Grund- und Gewerbesteuern nur auf dem achten beziehungsweise neunten Platz der 15 Kommunen im Märkischen Kreis. Jetzt haben wir in beiden Fällen den günstigsten Steuersatz im Kreisgebiet.“ Zwar sei er von Martin Kastner wiederholt dazu aufgefordert worden, eine Erhöhung der Gewerbesteuern vorzuschlagen. Dies plant Tempelmann nach eigener Aussage aber auch weiterhin nicht. Er setze auf den Dialog mit den Unternehmen und wolle an einer weiteren Optimierung der Rahmenbedingungen arbeiten. „Hierdurch konnten wir bereits von 2010 bis 2019 einen Zuwachs von etwa 900 Arbeitsplätzen verzeichnen.“ Auch die häufig kritisierte Schwarze Null habe ihre Berechtigung, so Tempelmann. Ohne diese schwarze Null hätte die Stadt in diesem Jahr statt 17 Millionen Euro Investitionen in die Zukunft nur weniger als 5 Millionen Euro tätigen dürfen.

Sozialer Wohungsbau

In Sachen sozialer Wohnungsbau ist Tempelmann weiterhin zurückhaltend. „Ich würde den Fokus nicht einseitig nur auf den sozialen Wohnungsbau legen, sondern weiter an der Beschleunigung bei der Entwicklung von Wohngebieten arbeiten.“ Weitere Projekte am Rande des Ortskerns sollten vorangetrieben werden – genauso wie die Sicherung des Werkhof-Standorts in Halver.

Wohnort als Kritik

Und dann war da noch die Kritik Martin Kastners am Wohnort des Bürgermeisterkandidaten aus Breckerfeld – und indirekt auch an den Wohnorten anderer Fachbereichsleiter. „Die pauschale Kritik von Herrn Kastner, dass die auswärtigen Führungskräfte bis 2015 einen Stillstand erzeugt hätten, kann ich so – auch im Sinne der Kollegen – nicht stehen lassen. Ich selbst lebe neun Minuten vom Rathaus entfernt in einem Drei-Generationenhaus. Ich denke nicht, dass ich noch mehr für Halver hätte leisten können, wenn ich zwei Kilometer weiter südlich wohnen würde.“

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