Hoffnung für das Wahrzeichen der Stadt

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Halver - Fragt man die Halveraner Bürger nach dem Wahrzeichen der „Stadt im Grünen“, verbinden viele den Aussichtsturm an der Karlshöhe mit dem Stichwort. Der 1893 vom Sauerländischen Gebirgsverein Halver errichtete Turm ist jedoch seit Jahren gesperrt und nicht begehbar.

Sanierungsmaßnahmen der Schäden an der Fassade und im Inneren des Turmes sind dringend notwendig. Diese wäre laut Peter Bell vom Heimatverein Halver ab 2017 möglich.

Beim Antrittsbesuch von Bundestagsmitglied Petra Crone bei Bürgermeister Michael Brosch (wir berichteten) erkundigte sich Bürgermeister Michael Brosch auch über die Möglichkeiten der Denkmal-Förderung. Hierbei erinnerte das Stadtoberhaupt an den „desolaten Zustand“ des Halveraner Aussichtsturm an der Karlshöhe.

Turm soll nicht weiter vergammeln

„Das Projekt Aussichtsturm liegt mir persönlich auch sehr am Herzen“, betonte Brosch im Gespräch mit Crone. Es sei mehr als schade, dass das 23,5 Meter hohe Wahrzeichen der Stadt, das seit längerer Zeit für den öffentlichen Publikumsverkehr gesperrt ist, nur vergammelt. Ähnlich sieht das Peter Bell vom Heimatverein Halver: „Wir setzen uns seit Jahren aktiv dafür ein, dass das Wahrzeichen bald wieder in einen ordentlichen Zustand gebracht wird.“ Den Turm an der Karlshöhe, an dem auch das Halveraner Stadtwappen prangt, kenne jeder Einheimische.

Sanierung vor 25 Jahren war kontraproduktiv

Der Aussichtsturm steht bereits seit Ende Januar 1983 unter Denkmalschutz. Die letzte Restaurierung erfolgte in den Jahren 1990 bis 1992 und kostete damals rund 230 000 Mark. Laut Bell wurden damals die Ziegelsteine getauscht und mit einer speziellen Farbe angestrichen. „Nach damaligen Kenntnisstand war das die beste Möglichkeit. Heute wissen wir leider, dass die Sanierungsmaßnahme falsch war, da durch die Spezielfarbe die Feuchtigkeit in den Steinen bleibt“, erklärt Bell. Bei Frost könne die Feuchtigkeit in den Steinen gefrieren und die Steine zum Aufplatzen bringen. Zwar sei der Turm in seinem jetzigen Zustand laut Bell nicht einsturzgefährdet, doch die Bausubstanz habe in den letzten Jahren arg gelitten. Deshalb sei die Komplettsperrung nachvollziehbar, „bevor jemand zu Schaden kommen würde.“ Im Jahr 2007 hatte das Halveraner Bauamt den Turm aus Sicherheitsgründen gesperrt. Nach Schätzungen vor etwa fünf Jahren würde eine Sanierung des Turms etwa 300 000 Euro kosten. „Das war der letzte Stand der Dinge. Ich schätze, dass die Sanierung mittlerweile eher 400 000 Euro kosten würde“, sagte Bell auf Anfrage unserer Zeitung. Bürgermeister Brosch spekuliert bezüglich der Instandsetzung mit sogar noch höheren Kosten, die anfallen könnten. Man könne sicherlich nicht von einem kleinen Projekt sprechen.

Halveraner Industrie soll mithelfen

Allerdings seien Sanierungsmaßnahmen aktuell nicht durchführbar, da seit mehr als zehn Jahren am Turm noch Mobilfunksendemasten angebracht seien. „Die Verträge hierfür laufen nach meiner Kenntnis noch bis Ende 2016. Bis dahin kann am Turm nicht gearbeitet werden“, sagt Bell. Er sei aber sehr zuversichtlich, dass ab 2017 – entsprechende finanzielle Mittel vorausgesetzt – eine Sanierung beginnen könne. „Mit einem festgelegten Zeitplan wollen wir auch auf potenzielle Spender aus der Halveraner Industrie zugehen. Dies ist nicht möglich, wenn wir nicht sagen können, wann wir beginnen. Das schreckt die möglichen Geldgeber eher ab, wenn sie nicht wissen, in welchem Zeitrahmen ihre Spende auch genutzt wird“, ist sich Bell sicher und bleibt zuversichtlich: „Wir setzen uns weiter dafür ein, dass der Turm nicht in Vergessenheit gerät.“ Petra Crone empfahl Michael Brosch bei ihrem Besuch im Rathaus, sich beim Bundesprogramm der Stiftung Denkmalschutz zu erkundigen, inwieweit Fördermaßnahmen für den im Jahr 1893 gebauten Turm möglich seien. Brosch will die Möglichkeit in naher Zukunft prüfen und hofft auf ein „gutes Gesamtpaket, dass wir in Halver für unseren Turm bekommen könnten“, so dass das Wahrzeichen, das im Jahr 2018 seinen 125. Geburtstag feiert, wieder in einen „vorzeigbaren Zustand gebracht werden kann. Die Bürger Halvers verbinden viele Emotionen mit ihrem Wahrzeichen“, sagte der Bürgermeister, die in früheren Jahren oft selbst auf den Turm gestiegen ist. Bürgermeister Brosch will zudem prüfen, ob eine vorzeitige Beendigung der Verträge mit den Mobilfunkanbietern möglich sei, was die angedachten Baumaßnahmen eventuell beschleunigen könnte.

Heimatverein auf dem Weihnachtsmarkt

Auch der Heimatverein wird sich weiterhin dabei beteiligen. Auf dem Halveraner Weihnachtsmarkt ist der Verein mit einem Stand vertreten. Die Verkäufe von Getränken, Waffeln und den Turm-Schlüsselanhängern geht in vollem Umfang in die geplante Turmsanierung. „So kann jeder Halveraner, der sich für die Rettung des Aussichtsturms einsetzen möchte, die anstrebte Sanierung mit unterstützen“, so Bell.

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