Schulschließung in Oberbrügge sorgt für kochende Emotionen

+
Plakatflut gegen Schulschließung in Oberbrügge.

Halver - In einer hochgradig aufgeladenen Atmosphäre hat Bürgermeister Michael Brosch am Freitag die Schulplanung der Stadt verteidigt, die das Aus für die Grundschule Oberbrügge bedeuten könnte.

Etwa 70 Besucher waren zur Sprechstunde ins Oberbrügger Bürgerhaus Am Nocken gekommen. Empörung, Zorn und Trauer prägten die Grundstimmung, in der Brosch zu vermitteln versuchte, weshalb die Verwaltung der Politik das Auslaufen der Grundschule am Ort vorschlage.

„Mein Junge kommt weinend nach Hause. Der kann überhaupt nicht verstehen, dass er nicht mehr in seine Schule gehen soll“, sagte ein Mutter. Die Tochter nässe wieder ins Bett aus Angst, mit den großen Kindern dicht gedrängt mit dem Bus nach Halver fahren zu müssen, so ein Vater. Sie habe sich bis an die Ohren verschuldet, um mit ihren Kindern in Oberbrügge Teil der Dorfgemeinschaft zu werden, machte wieder eine junge Mutter klar. Der Ortsteil sei abgehängt, niemand kümmere sich um Oberbrügge, man fühle sich komplett im Stich gelassen. Dass der Gutachter im Schulentwicklungsplan von verbesserten pädagogischen Möglichkeiten größerer Einheiten spricht, empfinden Eltern geradezu als Hohn.

Auch bei den zu erwartenden Schülerzahlen warten sie auf verlässliche Angaben. Ihrer Einschätzung nach ist die Grundschule auch in Zukunft mit voraussichtlich mehr als 100 Schülern überlebensfähig. Broschs Argumentation, dass die vorhandenen Grundschulen in Halver, Auf dem Dorfe und die Lindenhofschule, die Kinder aus Oberbrügge unterbringen könnten, drang in dieser Stimmung der Verärgerung und des Zweifels nicht durch.

In seiner Sprechstunde hat Michael Brosch die städtische Schulplanung verteidigt.

So kommt es jetzt zunächst am Mittwoch in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Bildung und Jugend um 17 Uhr in der Lindenhofschule auf die politische Entscheidung an. Und die wird denkbar knapp. Entscheidend werden die Stimmen der Grünen-Fraktion sein, die sich aber noch nicht abschließend festgelegt hat. Das wird erst in der Fraktionssitzung voraussichtlich Dienstagnacht passieren.

Für eine Aufstellung der Schullandschaft ohne Oberbrügge haben sich im Vorfeld UWG und SPD ausgesprochen. Die CDU ist für den Erhalt der Schule. Die FDP sieht noch Klärungsbedarf, was das Zahlenwerk angeht. Sollte Oberbrügge aber künftig im Bereich der Mindestgröße von 92 Schülern liegen, spreche sich die FDP eindeutig nicht nur für den Erhalt der Schule am Ort, sondern auch für ihre Eigenständigkeit aus. Sie sollte seiner Auffassung nach auch nicht als Zweigstandort der Schule Auf dem Dorfe geführt werden, sagte im Gespräch mit dem Allgemeinen Anzeiger Andreas Gerrath, Fraktionschef der Liberalen im Rat. Problematisch werde es aus seiner Sicht erst bei 60 bis 70 Schülern. Sollten diese Aussagen Bestand haben, entscheidet somit das Votum der Grünen, auf das jetzt beide Lager angewiesen sind.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare