Bürgerinfo per Videoschalte zur Außenbereichssatzung in Halver Ober Buschhausen

Einzelgrundstücke frei für Bebauung

Ober Buschhausen
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In Ober Buschhausen sollen zwei Parzellen per Satzungsänderung bebaubar werden.

Unterschiedliche Interessen standen sich bei einer Bürgerversammlung zur ersten Änderung und Erweiterung der bestehenden Außenbereichssatzung der Stadt Halver für den Ortsteil Ober Buschhausen gegenüber.

Halver - Digital im Rahmen einer Zoom-Konferenz ging Kämmerer Markus Tempelmann auf Fragen der Anwohner zu den Gründen und Auswirkungen der Änderung im vereinfachten Verfahren ein. Als Protokollantin nahm Nicole Schmies vom Fachbereich Zentrale Dienste und Finanzen an der Online-Versammlung, bei der die Anwohner auch ihre Verärgerung über die Genehmigung des Baus eines Festsaals durch die Draut Foods GmbH in Ober Buschhausen zum Ausdruck brachten, teil.

Vor der Fragerunde legte Markus Tempelmann den Anwohnern die Gründe für die geplante Satzungsänderung dar. Dabei kam er auf einen Einleitungsbeschluss des Rates vom 14. Dezember 2020 und Überlegungen, anstelle der Ausweisung neuer Wohngebiete „die Dörfer, die wir haben, am Leben zu erhalten“, zu sprechen. Damit könnten verschiedene positive Effekte erreicht werden. An acht bis zehn Stellen in Halver sei geplant, auf diese Weise ein bis zwei Grundstücke zur Bebauung auszuweisen. In Ober Buschhausen liege ein konkretes Anliegen vor. Die vorgesehene Ergänzung betreffe ein Grundstück und zwei Parzellen. Die Satzungsänderung solle jedoch nicht der Startschuss für mehrere Grundstücke sein. Es sei keine massive Erweiterung von Dörfern angedacht. Der Neubaubedarf auf der grünen Wiese werde auf diese Weise reduziert.

„Die Buschhausener sind empfindlich durch den Pferdehof und die Vergrößerung bei Draut“, legte Anwohnerin Corinna Rottschy bei der Zoom-Konferenz gleichsam den Finger in die offene Wunde. Auf die Frage nach einer Prüfung des Bauvorhabens im Vorfeld antwortete Markus Tempelmann: „Der Rat hatte keine Kenntnis von der Baugenehmigung, die der Märkische Kreis schon erteilt hatte.“ Als der Rat davon erfahren habe, sei es schon zu spät gewesen. „Hätte der Rat von dem Bauantrag gewusst, hätten wir sicherlich agiert.“ Künftig solle das anders gehandhabt werden.

Weitere Fragen zielten auf einen etwaigen Kanalanschluss durch die Satzungsänderung. Da es sich um einen Außenbereich handelt, bestehe keine Pflicht, einen Kanal zu bauen, beantwortete der Kämmerer eine entsprechende Anfrage von Rebecca Wareham und anderer Konferenzteilnehmer. Wunsch vieler Anwohner sei es, auf einen Kanal zu verzichten.

An der im Änderungsentwurf der Satzung angegebenen Grundstücksgröße von je 700 Quadratmetern je Wohnhaus stieß sich Hans Peter Wilmsmann, der durch diese Festlegung eine Wertminderung des eigenen Hauses und einer eigenen Baulücke von weniger als 700 Quadratmetern befürchtete. „Die 700 Quadratmeter müssen weg“, forderte er. Von Überregulierung war die Rede. Das Dorf habe schon gelitten, dass Draut die Genehmigung für sein Riesenprojekt, das den Dorfcharakter stark beschädigt habe, erhalten habe.

„Wir werden das in der Sache bewerten“, zeigte sich Markus Tempelmann gesprächsbereit. Den Außenbereich bündig zu erweitern, damit die neuen Parzellen mit hineingenommen werden können, regte abschließend Draut-Geschäftsführer Dimitrios Michailidis an. Die Außenbereichssatzung verlaufe willkürlich durch das Gebiet. Planungsprämisse bleibe, den dörflichen Charakter nicht zu verändern, fasste Tempelmann zusammen. Weitere Anregungen könnten telefonisch oder per E-Mail eingereicht werden. „Wir werden uns weiterhin mit Außenbereichssatzungen beschäftigen.“

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