Briefaktion: Kirchgeld soll Gemeinde retten

Roland Pfeiffer, Klaus Böcker, Werner Kenkel und Günther Hösch haben die Aktion „Meine Gemeinde – dafür habe ich ‘was übrig“ intensiv vorbereitet. ▪ Ruthmann

OBERBRÜGGE ▪ „Meine Gemeinde – dafür habe ich ‘was übrig“ – unter diesem Motto werden vom 7. bis zum 12. November 22 Helfer der Evangelischen Kirchengemeinde mit insgesamt rund 820 Briefen in Oberbrügge und Ehringhausen unterwegs sein zu den Gemeindegliedern. Diese sollen bei der persönlichen Briefübergabe angesprochen werden.

Mit dem Schreiben soll bei den Gemeindegliedern um ein freiwilliges Kirchgeld geworben werden. Denn es geht um eine nachhaltige Einnahmeverbesserung der Oberbrügger Kirchengemeinde, sonst ist diese, wie bereits berichtet, in fünf oder sechs Jahren – trotz Fördervereins – nicht mehr finanzierbar. Sofern nicht gegengesteuert würde. Das versuchen die Verantwortlichen der Gemeinde jetzt mit der Werbung „freiwilliges Kirchgeld“, was sie als Endpunkt der verschiedenen Aktivitäten sehen. „Wir haben dabei nichts Neues erfunden, sondern folgen nur der Entwicklung“, machen Klaus Böcker, Roland Pfeiffer, Günther Hösch und Pfarrer Werner Kenkel deutlich. Denn in anderen Gemeinden, auch außerhalb Nordrhein-Westfalens, würde schon seit längerer Zeit freiwilliges Kirchgeld erhoben. Außerdem könnten die Ziele nur mit den Gemeindegliedern erreicht werden. Letztlich sei dies vor dem Hintergrund zu sehen, dass nur noch 30 Prozent der Gemeindeglieder Kirchensteuer zahlen würden. Die Zahl der Kirchensteuerzahler zwischen 20 und 60 Jahren habe sich aufgrund der demographischen Entwicklung halbiert.

Für die Oberbrügger Gemeinde bedeute dies, dass aus finanzieller Sicht die Selbstständigkeit und damit das Gemeindeleben nicht mehr gesichert werden kann. Sofern es nicht gelingt, die Finanzierung der knapp 1200 Seelen großen Gemeinde von der Kirchensteuer auf eine durch die Gemeindeglieder umzustellen.

Die Gründe für diese Entwicklung haben die Verantwortlichen in der Vergangenheit schon mehrfach genannt, zuletzt auf einer Gemeindeversammlung (wir berichteten). Sie sehen die Leistungsfähigkeit der Evangelischen Kirchengemeinde Oberbrügge in Gefahr. Aufgaben könnten dann mangels Geld nicht mehr finanziert und durchgeführt werden, Das soll durch die Einnahmeverbesserung „freiwilliges Kirchgeld“ verhindert werden.

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