Breckerfelder Alleingang ärgert die Nachbarn

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HALVER ▪ Für die Stadt Breckerfeld ist es ein großer Schritt – bei den Nachbarn im Märkischen Kreis sorgt die am Montag offiziell angekündigte Sekundarschule (wir berichteten) mindestens für eine Überraschung, teils sogar für Verärgerung.

Selbst in der offiziellen Presseerklärung zur Schulgründung in Breckerfeld war von einem „Unbehagen in manchen Nachbarkommunen“ die Rede gewesen. Nicht ohne Grund, wie Halvers Bürgermeister Dr. Bernd Eicker gestern auf Anfrage unserer Zeitung einräumte.

„Die Beteiligung der Nachbarn ist nicht so erfolgt, wie sie wünschenswert gewesen wäre. Da meinte der kirchliche Träger wohl, das formale Beteiligungssystem, das für die Bildung von Sekundarschulen vorgesehen ist, nicht einhalten zu müssen“, äußerte Eicker deutliche Kritik. „Bestandteil der Richtlinie ist immer auch ein Konsens mit den Nachbarkommunen“, machte der Bürgermeister gestern deutlich, „aber Breckerfeld hat einfach gemacht, ohne einen Konsens anzustreben. Ob das so glücklich war, will ich nicht weiter kommentieren.“

Dennoch könne Halver mit großem Selbstbewusstsein in den schulischen Wettbewerb treten. „Gymnasium und Realschule haben einen hervorragenden Ruf. Und dass 60 Prozent der Ganztagsschüler eine Lehrstelle erhalten, spricht auch für die gute Arbeit an dieser Schule. Das ist ein Zustand, auf dem wir hier aufbauen können. Ob die Qualität der Real- und Hauptschule in Breckerfeld so viele Eltern überzeugen, werden die Anmeldezahlen zeigen.“

Doch auch in Halver machten die sinkenden Schülerzahlen Überlegungen zu künftigen Konzepten notwendig. „Hier hat Schalksmühle bereits heute erhebliche Probleme. In fünf Jahren betrifft das aber auch Halver, und daher sollten wir die nachbarschaftliche Zusammenarbeit vertiefen und weiter an einem Schulstandort Halver-Schalksmühle arbeiten“, gab Bernd Eicker erneut die Richtung vor, die er Politik und Eltern vorschlagen will. Ob eine schulische Zusammenarbeit dann ebenfalls in Form einer Sekundarschule realisiert werden soll, sei noch unklar. „Wir müssen Eltern über Details informieren, in den politischen Gremien diskutieren.“ Erst nach „sorgfältiger Abwägung“ aller Möglichkeiten könne eine nachhaltige Entscheidung getroffen werden. „Das geht nicht so schnell, wie das jetzt in Breckerfeld geschehen ist“, so Eicker. ▪ Frank Zacharias

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