Holzvermarktung erschwert

Borkenkäfer-Holt stapelt sich - so ist die Situation im Wald

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Der Borkenkäfer schlägt immer weiter zu. So einem massiven Befall können dann noch nicht mal gesunde Bäume Stand halten.

Halver - Er ist nur wenige Millimeter groß – und doch richtet er immensen Schaden an. Der Borkenkäfer bedroht in den heimischen Wäldern vor allem Fichten.

Das ungewöhnlich trockene Frühjahr und die letzten zwei warmen Jahre boten ideale Bedingungen für den Käfer. Das merkt auch Förster Ulrich Ackfeld vom Regionalforstamt Märkisches Sauerland. „Die Käfer sind gut über den Winter gekommen“, sagt Ackfeld. 

In den vergangenen Jahren habe der Käfer vermehrt unter der Baumrinde überwintert und nicht mehr nur im Boden. Eigentlich die Gelegenheit, ihn durch eine zügige Ernte zu bekämpfen – doch bei der fällt die Rinde meist ab und der Käfer bleibt auf der Fläche. „Wir können nicht die ganze Rinde aufsammeln und jeden Käfer, der darunter sitzt“, berichtet Ulrich Ackfeld. 

Das Holz stapelt sich in den heimischen Wälder, hier östlich von Howarde.

Ohnehin sei die schiere Masse der Käfer ein großes Problem für die heimischen Fichtenbestände: „Da kommen teilweise zig Millionen Käfer auf einen Hektar Wald.“ So einem massiven Befall können dann noch nicht mal gesunde Bäume Stand halten. „Wir hatten gehofft, dass wir vor dem diesjährigen ersten Flug der Käfer weitere rund 10 000 Festmeter Holz aus den Wäldern holen können“, sagt der Förster. 

Dann kam das Coronavirus

Doch dann kam die Corona-Krise. Die Handelswege für den Export des Holzes nach China wurden unterbrochen, Transportkapazitäten extrem eingeschränkt. Container, die sich sonst quasi in einem Rundlauf befinden, wurden geblockt. Entsprechend teuer wurde der Transport des Holzes nach China – und die Marge für die Waldbesitzer entsprechend viel kleiner. 

Die Transportkapazitäten sind extrem eingeschränkt.

Auch heimische Sägewerke reagieren entsprechend auf die ungewisse wirtschaftliche Lage und nehmen das Holz nur schleppend ab. Immer noch ist nicht alles Holz verschifft worden, das eigentlich nach China gehen sollte – auch weil der Borkenkäfer eben „ganze Arbeit leistet“. 

Andere Wege in der Zukunft nötig

Der erste Flug der kleinen Tiere ist so gut wie durch, die trockenen Fichten bieten ihnen viel Nahrung und ideale Brutbedingungen. „Die Fichten-Monokulturen machten aus historischer Sicht schon Sinn“, sagt Ackfeld. 

Doch der Klimawandel mache deutlich, dass man in der Forstwirtschaft künftig andere Wege gehen müsse. Bereits nach Kyrill habe man damit begonnen, die heimischen Wälder klima- und standortgerecht weiter umzubauen. Doch dieser Umbau braucht seine Zeit. Bis dahin findet der Borkenkäfer vor Ort noch ideale Bedingungen vor.

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