Bodecker & Neander glänzen auch ohne Worte

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Keine Worte, kaum Requisiten – das ist das Konzept von Bodecker & Neander. ▪

HALVER ▪ Eine hochgezogene Augenbraue, eine schnelle Drehung, ein kreisender Blick oder heruntergezogene Mundwinkel – die Facetten der Sprache, die sich auf Gesten, Mimik sowie Bewegung beschränkt, sind vielfältig und, „Hand aufs Herz“ –wie im Stück „Rendezvous“ die Liebe ausgedrückt wurde –, Bodecker & Neander förmlich auf den Leib geschrieben.

Das Duo, das am Freitagabend zum zweiten Mal in Halver gastierte, bescherte seinem Publikum beim Familienabend gut zwei Stunden lang einen spannenden Ausflug in die Welt der Phantasie und Träume, dorthin, wo Lautes neben Leisem, Großes neben Kleinem wie selbstverständlich bestehen kann.

Wolfram von Bodecker und Alexander Neander haben sich während des Studiums an der Ecole Marcel Marceau in Paris kennengelernt, arbeiten seit 1996 zusammen und touren durch die Kontinente. Vom Meister der Pantomime geprägt, zeigen sie dennoch ihre eigene Handschrift. Mit Musik, Objekt- und Bildertheater sowie Magie.

Mit ihrem Programm „Déjà vu“ begeisterten sie Jung und Alt in der Aula des Anne-Frank-Gymnasiums. Insbesondere die Jungen mit dem Stück „Der Marsmensch“. Ein Astronaut landet auf dem Mars, steigt aus dem Raumschiff, schwebt förmlich über den Planeten und begegnet einem Marsmenschen. Der verfolgt ihn, will ihn kriegen. Er entkommt, erreicht das rettende Schiff – und wird wach: Alles nur ein Traum. Eine Geschichte, mit großer Kunst auf einem Quadratmeter Bühne für jeden lesbar und ganz lebendig „erzählt“. Ebenso die von dem kleinen Vogel, vom Tenor, dem Aquarell, von David & Goliath oder – nach Marcel Marceau – vom Maskenmacher. Bodecker & Neander nehmen das Publikum mit und begeistern. Gemeinsam ebenso wie solo. Sie sind bestens aufeinander abgestimmt und bieten Unterhaltung auf hohem Niveau. Ohne Worte, mit nur ein paar Requisiten und ganz viel Ausdruckskraft zaubern sie mal ein leises Lächeln, mal herzhaft lautes Lachen auf die Gesichter ihrer Zuschauer. Und ein schönes Déjà vu-Erlebnis hatten jene, denen das eine oder andere Stück von Marcel Marceau vertraut war.

Das Publikum dankte es mit reichlich Applaus. Lautstark auch die Jüngsten, die zahlreich anwesend waren. Allein 20 Schülerinnen und Schüler der 7c der Realschule hatten sich das Duo nicht entgehen lassen. Darunter auch Laura (12), die bereits zum dritten Mal bei einem Familien-Kulturangebot der Stadt dabei war und es ganz toll fand. Oder Paul (10) aus der Klasse 4 der Lindenhofschule, der die Eintrittskarte von seinen Eltern zum Geburtstag geschenkt bekam und sichtlich auch alles verstanden hat.

Von Yvonne Pfannschmidt

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