Blut ist immer wichtig

Wenig Spender in Oberbrügge - Blut-Nachfrage dagegen hoch

Blutkonserven werden knapp
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Die Nachfrage nach Blut ist hoch.

Oberbrügge/Halver - Ein kleiner Pieks, der Leben retten kann: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) lud zur Blutspende ins Bürgerhaus in Oberbrügge ein. Mit einem nicht so guten Ergebnis. 

51 hilfsbereite Halveraner ließen sich diesmal anzapfen, um mit ihrem dringend benötigten Lebenssaft auszuhelfen. Das sei laut des DRK Halver eine niedrige Zahl, die vermutlich dem heißen Wetter geschuldet sei. 

Die Corona-Pandemie wirft ihren Schatten auch auf diese Veranstaltung. „Die Spender bekommen ein Lunchpaket, wenn sie wieder gehen“, erklärt Koordinatorin Elke Neuhoff. Die gewohnte Verpflegung in den Räumen sei bis Ende des Jahres nicht mehr möglich, weil das nahe Beisammensitzen vermieden werden soll. 

Anderer Ablauf durch Corona

Ein Wegekonzept verhindert zudem, dass sich die Spender über den Weg laufen. Nach wie vor ist der Aderlass nur gesunden Menschen vorbehalten. „Direkt am Eingang wird bei jedem Spender die Temperatur gemessen“, weiß Elke Neuhoff. „Wer sich unwohl fühlt oder vor Kurzem krank war, wird wieder weggeschickt.“ Ein vierseitiger Fragebogen gibt weitere Auskünfte über den Gesundheitszustand der Spendenwilligen.

Thomas Schwarzer spendete bereits zum 119. Mal sein Blut. Teamleiter Jacek Mross (links) und Sirin Dragosavjevic vom Entnahme-Team entnehmen ihm den dringend benötigten Lebenssaft.

Die Bereitschaft, sich von einem Teil seines Blutes zu trennen, hat nach rückläufigen Spenderzahlen im Zenit der Pandemie zum Glück wieder zugenommen: „Etwa 100 Spender sind in Oberbrügge ein guter Wert“, so Neuhoff. „Beim letzten Termin waren es um die 80.“ 

Warme Temperaturen machen das Spenden auch schwer

Dabei spiele nicht nur das Virus eine Rolle, sondern auch das Wetter. „Bei diesen Tropentemperaturen kommen nicht so viele, genauso wie bei schlechtem Wetter und bei Eis und Schnee“, weiß die Koordinatorin. Daher waren es am Montag vermutlich nur 51 Spender. Angst, sich bei der Blutspende anzustecken, muss niemand haben: „Die Gefahr, sich bei uns anzustecken, ist äußerst gering. Wir halten Abstand, haben Handschuhe und Mundschutz, und wir achten auch darauf, dass die Spender sich an die Hygieneregeln halten." 

Bisher ist auch noch kein Fall bekannt, in dem sich jemand durch Blutkonserven angesteckt hat. Die Nachfrage nach Blut ist immer hoch. Benötigt wird es für die Krebstherapie, Operationen, verschiedene Krankheiten, und selbst saisonal steigt der Bedarf. Elke Neuhoff dazu: „Denken sie nur an die vielen Motorradfahrer.“ 

Großer Aufwand vor jeder Spende

Die Vorbereitungen für einen Spendetermin sind mit einigem Zeitaufwand verbunden. Der Aufbau vor Ort, der Einkauf für die Verpflegung der Spender und die Werbung werden vom DRK-Team ehrenamtlich geleistet. „Das ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr“, hebt Elke Neuhoff den Stellenwert des Ehrenamtes hervor. 

Sie selbst kam durch ihren Mann zum Roten Kreuz. „Mein Mann war beim Jugend-Rotkreuz, in der Bereitschaft und ist jetzt Rotkreuzleiter. Als wir geheiratet haben, dachte ich, bevor ich alleine zu Hause rumsitze, gehe ich auch zum Roten Kreuz.“ An den Wochenenden war die Halveranerin für die Sportplatzwachen eingeteilt. Das überlässt sie nun den Jüngeren und kümmert sich nur noch um die Blutspenden in Halver und Oberbrügge. 

Bei Großeinsätzen wie Bränden ist sie auch vor Ort und kümmert sich um die Verpflegung der Einsatzkräfte. „Oft kamen nachts schon Anrufe, und mir wurde gesagt, es wird Verpflegung für 150 Personen benötigt“, erinnert sie sich. „Da wird man schnell wach.“ Wie nachts Hunderte Brötchen und Fleischwürste von Bäcker und Metzger organisiert werden können, weiß Neuhoff mittlerweile. In Zukunft möchte sie jedoch etwas kürzer treten und den jüngeren Kollegen das Feld überlassen.

Nächste Spende am Montag

Am Montag, 17. August, ist Elke Neuhoff vom DRK Halver wieder im Einsatz, wenn von 15 bis 20 Uhr in der ehemaligen Ganztagsschule Blut gesammelt wird. Wer dabei helfen möchte, die 15 000 Blutspenden voll zu bekommen, die täglich in Deutschland benötigt werden, kann sich im Vorfeld unter www.drk-blutspende.de einen Termin sichern. Weitere Termin sind für November geplant. 

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