Blechbläser freuen sich auf „Trompetentobi“

Mit Augenmaß und viel Geschick bringt Tobias Schubert alias „Trompetentobi“ defekte Instrumente wieder zum Klingen. Noch bis Freitagmittag macht er in Halver Station

HALVER ▪ Er ist erst 27 Jahre alt, aber schon im ganzen Land bekannt: Tobias Schubert ist Meister eines Fachs, in dem sich nicht allzu viele als echte Experten bezeichnen können. Tobias Schubert ist Metallblasinstrumentenmachermeister.

Und weil dieses 36 Buchstaben zählende Wortungetüm seinen Kunden nur schwer über die Lippen kommt, nennen sie ihn einfach nur „Trompetentobi“. Der Fachmann aus Stelle bei Hamburg fährt durch ganz Deutschland, um Trompeten, Hörner & Co. vor Ort zu reparieren – seit Montag hat er in der Firma Carl Turck, Baubeschläge, in der Löhbach seine mobile Werkstatt aufgebaut.

„Eigentlich war ich nur auf der Suche nach einer Email-Adresse. Trompetentobi passte einfach. Und als ich mich selbstständig gemacht habe, bin ich dabei geblieben“, sagt Tobias Schubert, der diesen Entschluss nicht bereut. Denn als „Trompetentobi“ ist er landauf, landab bekannt – und auch im Märkischen Kreis warten viele Blechbläser auf seinen regelmäßigen Besuch. Kam er nach seiner Ausbildung in Leipzig zunächst mit einem Lastwagen für das Musikgeschäft „Harmonic Brass“ unter anderem nach Brügge, tourt er mittlerweile als eigenständiger Handwerker durch die Republik. Und so kam auch der Kontakt zu Michael Bertram zustande, der im CVJM-Kreisverband für die Blechbläserarbeit zuständig ist. Bereits vor zwei Jahren gab Schubert dem Nachwuchs beim Jungbläserwochenende in Wilgersdorf Tipps zum richtigen Umgang mit dem Instrument. 2010 richtete er dann erstmals für eine Woche lang seine Werkstatt durch persönliche Kontakte in der Firma Carl Turck ein – die Resonanz war groß.

„Die Leute rennen einem förmlich die Tür ein“, freut sich Schubert über den Ansturm auf sein Angebot. Und so erwarten ihn auch in dieser Woche „mindestens 20 Instrumente“, die es zu warten oder zu reparieren gilt. Ob Beulen, festsitzende Züge oder klemmende Ventile – „Trompetentobi“ hilft. Das wissen seine Kunden zu schätzen, die sich die weite Fahrt zum Spezialisten sparen können. „Instrumentenbauer gibt es nicht an jeder Ecke“, weiß Tobias Schubert um die Besonderheit seines Berufes, den er nicht zuletzt durch sein privates Umfeld gewählt hatte. „Meine ganze Familie besteht aus Musikern, mein Vater hatte seine Instrumente bei meinem späteren Ausbildungsbetrieb immer zur Reparatur gegeben“, erinnert sich der gebürtige Cottbuser an die Anfänge seiner beruflichen Laufbahn. Im Leipziger Musikhaus Syhre ging er schließlich in die Lehre, 2008 bestand er die Meisterprüfung mit Auszeichnung „als Bester seines Handwerks“. Für seine Geschäftsidee eines deutschlandweiten mobilen Reparatur- und Wartungsservices belegte er bereits 2007 – im Alter von 23 Jahren – den dritten Platz im Lausitzer Existenzgründerwettbewerb.

Noch bis Freitagmittag wird „Trompetentobi“ vor Ort sein, um – nach telefonischer Ankündigung – die lädierten oder schadhaften Blechblasinstrumente unter die Lupe zu nehmen. Und: Nicht nur Musiker der CVJM- oder anderer kirchlicher Posaunenchöre können in seine Obhut gegeben werden, auch die Instrumente anderer Musikschulen oder Bläserklassen werden repariert oder gewartet. Absprachen über Termine können mit ihm unter der Rufnummer 01 71 / 5 04 18 13 oder per E-Mail an trompetentobi@hotmail.de vorgenommen werden.

Am Wochenende steht für ihn dann wieder die Teilnahme am Jungbläserwochenende in Wilgersdorf an, wo er die 84 Nachwuchsmusiker in der Pflege ihrer Instrumente unterweist. Dort wird er unter anderem erklären, was man gegen eingefrorene Ventile tun kann und wie man für den musikalischen Einsatz im Winter gerüstet ist. ▪ Frank Zacharias

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