„Blauröcke“ erwartet intensive Ausbildung

So sieht das neue Rettungshubbühnenfahrzeug der Firma Metz aus, das die Halveraner Feuerwehr im Oktober erhalten wird.

HALVER ▪ Die Rechnung ist recht simpel: Wenn die Feuerwehr zu einem Brandeinsatz ausrückt, dann erreichen die ersten Einsatzkräfte den Unglücksort in vier bis sechs Minuten. Wenn dann – wie in der Vergangenheit – der Drehleiterwagen aus Brügge angefordert werden muss, vergehen 25 bis 30 Minuten. Wertvolle Zeit, die bei der Rettung von Menschen und bei der Hilfe verloren gehen.

Das ist Stefan Czarkowski, dem Leiter der Freiwilligen Feuerwehr, und allen anderen Führungskräften hinlänglich bekannt – und dies schon seit vielen Jahren. Nicht umsonst gibt es den Modell-Drehleiterwagen, der immer mal wieder in der Öffentlichkeit auftauchte und so an die Anschaffung solch eines Fahrzeugs erinnerte.

Dass es nicht schon früher gekauft werden konnte, liegt zweifellos am Preis: Mehr als eine halbe Million Euro hat die Stadt in den Haushalt dieses Jahres eingestellt. „Die Sache ist aber durchfinanziert“, betont Bürgermeister Dr. Bernd Eicker, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass die Anschaffung von der Feuerwehrpauschale des Landes kaum möglich wäre, „vielleicht in zehn Jahren“.

Doch die Wehr muss nicht mehr so lange warten, im Gegenteil: Die bestellte Rettungshubbühne Metz B32 wird, wie bereits berichtet, ab Oktober dafür sorgen, dass das Fahrzeug gleichzeitig mit den anderen Einsatzkräften am Unglücksort eintrifft, Wartezeiten der Vergangenheit angehören – und damit die im Brandschutzbedarfsplan angegeben Zeiten auch eingehalten werden können.

Bevor jedoch der Feuerwehr das neue Rettungsfahrzeug zur Verfügung stehen wird, müssen sich einige „Blauröcke“ erst einmal an „diesem neuen Gerät“ ausbilden lassen. Zehn Feuerwehrmänner, so Stadtbrandinspektor Czarkowski, würden dazu im Oktober nach Karlsruhe zum Hersteller des Fahrzeugs fahren, um nach Ende der Ausbildung zum Drehleitermaschinisten mit dem Wagen nach Halver zurückzukommen.

„Das ist sehr ausbildungsintensiv“, verweist Czarkowski darauf, dass seine zehn Männer anschließend im Rahmen einer Multiplikatorenschulung weitere Feuerwehrmänner am MAN-Lastwagen mit der Rettungshubbühne ausbilden. Schließlich soll der 18 Tonnen schwere Wagen, der im Feuerwehrgerätehaus des Löschzugs Stadtmitte – der Platz dafür ist bereits vorhanden – stationiert wird, auch personell stets einsatzbereits sein. Dafür benötige man noch mehr Maschinisten.

Ähnlich, wie es bislang mit dem Drehleiterwagen der Lüdenscheider Feuerwehr ist, der in Brügge stationiert ist, wird möglicherweise auch der Halveraner Rettungshubbühnenwagen grenzübergreifend zum Einsatz kommen, beispielsweise in Schalksmühle oder Kierspe, wo es solch oder ein vergleichbares Fahrzeug nicht gibt. Es könne aber auch sein, fügt Feuerwehrchef Stefan Czarkowski hinzu, dass der Wagen auch aus Radevormwald oder Wipperführt angefordert würde. Das hänge von Einsatzort und -lage ab. ▪ Det Ruthmann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare