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Eltern nicht glücklich mit OGS in Oberbrügge

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Von: Florian Hesse

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Die Offene Ganztagsschule war bestimmendes Thema im Bildungsausschuss.
Die Offene Ganztagsschule war bestimmendes Thema im Bildungsausschuss. © Florian Hesse

Die Offene Ganztagsschule besitzt hohen Stellenwert in Halver. Rund 300 Kinder an Grundschulen nehmen an dem Angebot teil. Konzeptionell, finanziell räumlich, personell und von der Verpflegung her wird an der steten Verbesserung gearbeitet. Und in Oberbrügge kommt nichts an?

Halver - „Ich würde meine Tochter sofort abmelden, wenn ich die Möglichkeit hätte.“ Silke Jordans Statement in der Sitzung des Ausschusses für Bildung und Jugend war eindeutig. Man zahle in Oberbrügge die gleichen Beiträge wie an den anderen Standorten in Halver – für ein Kind, das bald nicht mehr an der Schule sei, kritisierte auch Daniela Joest. Die Mütter von Grundschulkindern aus dem großen Stadtteil wollten nicht unkommentiert stehen lassen, was als Sachstandsbericht im Schulausschuss Thema war.

Die Zwischenevaluation zum OGS-Betrieb war am Mittwoch in der Lindenhofschule zentrales Thema, weil es um gleich mehrere Facetten ging. Mit einer Beitragserhöhung zum neuen Schuljahr seit dem 1. August verfolgt die Stadt als Träger das Ziel, über höhere Mittel zu mehr und qualifizierterem Personal zu kommen. Und das scheint im Grunde zu funktionieren. Nur eben in Oberbrügge und Ehringhausen nicht.

Mehrere Faktoren kommen dort zusammen. Vom früheren Betreuungsmodell hat man sich verabschiedet, um auch am Teilstandort der Regenbogenschule in Oberbrügge zum gleichen Standard wie in der Kernstadt zukommen. Damit wurde es für die Eltern zum ersten Mal teurer. Die zweite Beitragserhöhung kam im August. Dann kam der OGS in Oberbrügge auch noch die allseits beliebte Leiterin Carolin Berker abhanden, die aus persönlichen Gründen kündigte, wie sie zitiert wird. Für das Mittagessen vom Catering-Unternehmen zahlen die Eltern das Gleiche wie die an den Standorten, wo frisch gekocht wird. Und bis sich die räumlichen Voraussetzungen ändern, wenn der Schießstand vom aufgelösten Schießclub Wildschütz Oberbrügge genutzt werden kann, wird es auch noch bis ins Frühjahr dauern. „Wir zahlen schon jetzt für die Vision, die Sie von der OGS von morgen haben“, wandte sich Silke Jordan direkt an den Ersten Beigeordneten Simon Thienel.

Doch die Kritik wollte die Verwaltung nicht so im Raum stehen lassen. Alle Angebote der OGS in Oberbrügge blieben auch nach dem Ausscheiden von Carolin Berker aufrechterhalten, sagt deutlich Kai Henning, Leiter der OGS der Regenbogenschule. Man habe die personelle Ausstattung gesichert, die Ausschreibung der Leitungsstelle sei erfolgt. „In Oberbrügge bricht nichts zusammen. Das kann ich versprechen!“

Eine geänderte Staffelung der Beiträge, die Jürgen Wichert (SPD) anfragte, lehnte Simon Thienel als nicht machbar ab. Und Thienel verwies auch darauf, dass die Stadt erheblich mehr Geld für den OGS-Betrieb nehme, als eigentlich vorgesehen. Das Personalbudget sei um 100 000 Euro erhöht worden. „Wir haben Wort gehalten und Gas gegeben“, erklärte der Kämmerer.

Auch die Politik wollte der Kritik der Eltern nicht in dieser Form folgen. „Wir vernachlässigen keinen Standort“, sagte Dr. Sabine Wallmann (UWG). Seit 20 Jahren sei die OGS wichtiges Thema im Bildungsausschuss. Die Versorgung mit Mittagessen erfolge demnächst frisch aus der Schulküche der Lindenhofschule. „Für manche Dinge braucht es eine gewisse Zeit“, nahm sie die Verwaltung in Schutz. Und so schlecht stehe es um die Betreuung nicht, wenn man die Zahlen betrachte. Für 27 Kinder in Oberbrügge stünden wöchentlich 87 Arbeitsstunden im Raum. Im Vergleich zu anderen Standorten sei das kein schlechter Wert. 258 Stunden sind es bei 146 Kindern an der Regenbogenschule, 277 Stunden für 130 Kinder an der Lindenhofschule.

Klar blieb am Ende jedenfalls zweierlei: Es muss und es wird sich etwas ändern am OGS-Betrieb im Stadtteil. Und das Thema wird der Schulpolitik in Halver erhalten bleiben. Denn ab 2026 steht aller Voraussicht nach der Rechtsanspruch der Eltern auf einen OGS-Platz ins Haus. Das dürfte verbunden sein mit weiteren Anstrengungen, um den Betrieb quantitativ und qualitativ abzusichern, wie Kai Hellmann, zuständig im Rathaus für Schulfragen, in Aussicht stellte. Denn auch die Beitragserhöhungen vom Sommer hatten nicht zu einem massiven Rückgang der Nachfrage geführt – bis auf Oberbrügge, wo sieben von 34 Kindern abgemeldet worden seien.

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