Bienenlehrpfad fertiggestellt

800 Kilometer weit fliegt eine Biene in ihrem kurzen Leben von 35 Tagen - hätten Sie das gewusst?

Imkerverein, Halver, Bienenlehrpfad
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Margot Ihne, Vorsitzende des Imkervereins Halver-Schmidthausen, freut sich über den fertiggestellten Bienenlehrpfad.

800 Kilometer weit fliegt eine Biene in ihrem kurzen Leben von 35 Tagen. Und für ein Glas Honig mit 500 Gramm ist ein Bienenvolk bis zu 120 000 Kilometer unterwegs.

Halver - Der Reporter wusste das bis vor Kurzem nicht. Aber Margot Ihne weiß das. Die Vorsitzende des Imkervereins Halver-Schmidthausen, gegründet bereits im Jahr 1890, ist schon ein bisschen stolz auf das, was der Verein im Hälvertal unterhalb der Herpine und am Haus Walfrieden auf die Beine gestellt hat.

Der Bienenlehrpfad ist bis auf Kleinigkeiten fertiggestellt. Die Stationen an der Senioreneinrichtung Haus Waldfrieden sind zur Zeit der Corona-Pandemie nicht zugänglich. Dort liegen die Hoffnungen auf dem Frühjahr. Zwei Bienenvölker leben auf dem Gelände des Demenz-Kompetenz-Zentrums. Den Honig essen die Bewohner des Hauses. 30 Kilogramm davon liefern die Bienen vom Hälversprung. Viel findet das der Reporter, „eigentlich ein bisschen wenig“, findet Margot Ihne: „Manchmal schafft ein Volk das alleine.“

Schautafeln am Herpineteich

Zugänglich ist aber der Bienenlehrpfad mit den Schautafeln am unteren Herpineteich. Auf der einen Seite schwimmen die Enten und Gänse, auf der anderen stehen die drei Tafeln, die der Verein dort aufgestellt hat. Die Bänke laden ein zum Rasten, und auf honiggelben Tafeln, die die Halveraner Agentur „die von hier“ gestaltet hat, ist nachzulesen und zu sehen, wie die Honigbienen leben, warum eine intakte Natur für sie wichtig ist und wie wichtig sie selbst für den Menschen sind.

Die Info-Tafeln sollen dabei nicht nur Ausflugsziel für Familien sein. Der Imkerverein würde sich auch über Kita-Gruppen, Schulklassen und andere Interessierte freuen, die den Teich und in Zukunft auch die Lehrstände am Haus Waldfrieden besuchen. Auf Anmeldung, mit Schutzkleidung und fachlicher Begleitung werden die Besucher dort einen Blick in den Schaukasten werfen können. „Angst braucht keiner zu haben“, sagt Margot Ihne, die sich selbst um etwa zehn Völker und 70 Mit-Imker im Verein kümmert. Denn eigentlich interessieren sich die Tiere nicht für den Menschen und lassen auch die Bewohner des Hauses Waldfrieden in Ruhe.

Angst braucht keiner zu haben.

Margot Ihne, Vorsitzende des Imkervereins

Dass der Bienenlehrpfad jetzt nutzbar ist, ist wichtig auch für den Verein. Die Möglichkeiten, die Imkerei vorzustellen, sind in Corona-Zeiten beschränkt. Eigentlich wären die Imker auf dem Weihnachtsmarkt, beim Tag der Imkerei zu finden oder auf dem Kürbisfest an der Heesfelder Mühle. Das alles fällt flach – und damit auch die Möglichkeit der Vermarktung des gewonnenen Honigs aus der Region, der je nach Standort und bevorzugter Blüte seine ganz eigene Note hat.

Leader hilft bei der Umsetzung

Dass es den Bienenpfad überhaupt gibt, ist mehreren Umständen zu verdanken. Ideengeberin war die Halveranerin Monika Ebbinghaus, wie Margot Ihne sagt. Das Geld dafür mit Gesamtkosten von rund 6000 Euro kommt zu zwei Dritteln aus dem Programm Leader, das beträchtliche Mittel der Europäischen Union in den ländlichen Raum und auch in die Volme-Region lenkt.

Den übrigen Teil musste der Verein mit Eigenmitteln stemmen und schaffte das mit Unterstützung der Sparkasse Lüdenscheid, die als Sponsor einsprang, wie die Vorsitzende dankend sagt.

Margot Ihne ist auch direkte Ansprechpartnerin für Fragen rund um die Honigbienen und die Imkerei für den Fall, dass vielleicht auch eine Führung und persönliche Information gefragt ist. Und auch diejenigen, die Honig mögen und keinen Imker persönlich kennen, können sich an sie wenden: Tel. 0 23 53/39 36.

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