Bibel als Grundlage für Homosexualität-Diskussion

„Das Thema hat die Gemeinde beschäftigt“, begründet Pfarrer Dickel die erneute Diskussion über die Homosexualität.

HALVER ▪ Das Thema gleichgeschlechtliche Liebe rückt ein Jahr nach der aufgeflammten Diskussion über Therapieangebote für Homosexuelle erneut in den Blick. Informationen unserer Zeitung, dass sich die Evangelische Kirchengemeinde Halver jetzt erneut mit den maßgebenden Bibelstellen auseinandersetzen will, bestätigte Pfarrer Christoph Dickel auf Anfrage. Es handele sich dabei aber nicht um einen Arbeitskreis oder eine Arbeitsgruppe, sondern um ein „Gesprächs- und Diskussionsforum“. Obwohl bislang nur intern der am kommenden Dienstag stattfindene Treff im Gemeindehaus (Beginn 19.30 Uhr) kommuniziert wurde, sei jeder Interessierte eingeladen.

„Das Thema hat die Gemeinde beschäftigt“, begründet Dickel die erneute Diskussion über die Homosexualität. So soll in der Runde die Bibel zur Hand genommen und diese dann als Grundlage für die Diskussion genommen werden, wobei das Gespräch über das Verhältnis von Mann und Frau breiter angelegt werde. Auch die Frage, wie das sexuelle Miteinander in der Bibel geschildert wird, soll beantwortet werden. Viele Bibelstellen würden Möglichkeiten zur Interpretation bieten. „Wir wollen offen ins Gespräch kommen.“

Den in der Gemeinde entstandenen Eindruck, dass sich ein kleiner Kreis theologisch Gleichgesinnter mit dem Thema Homosexualität beschäftigt und anschließend für die Gemeinde eine in weiten Teilen nicht vertretene Meinung kund tut, kann sich Dickel nicht erklären. Zwar seien nur die Gruppenleiter informiert worden, doch dies beschrieb er als einen üblichen „internen Kommunikationsweg“. Eine offizielle Stellungnahme im Anschluss an das Forum werde es darüber hinaus nicht geben, versichert der Pfarrer.

Bundesweit für Schlagzeilen hatten Dickel sowie seine Kollegen, die Pfarrer Werner Kenkel, Hans-Jürgen Patro und Thomas Wienand als Unterzeichner eines Briefes von westfälischen Pfarrern an den Präses der Evangelischen Kirchen von Westfalen, Präses Alfred Buß, gesorgt. Gemeinsam zeigten sie sich vor einem Jahr „sehr beunruhigt und bestürzt“ über von ihm gemachte Aussagen. „Gelebte Homosexualität entspricht nicht der Schöpfungsgeschichte Gottes, wie sie in der Bibel beschrieben wird“, unterstrichen hingegen die Halveraner. „Die Ehe von Mann und Frau ist die vom Schöpfer gewollte und im Aufeinander-Bezogen-Sein von Mann und Frau angelegte Form des Zusammenlebens“, wobei jetzt wieder in den Blick rückende Bibelstellen als Grundlage angeführt wurden. Die Aussage „praktizierte Homosexualität wird nicht nur im Alten Testament, sondern auch im Neuen Testament abgelehnt“ steht nun zur Diskussion. ▪ Marco Fraune

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