Beziehungsstreit landet vor Gericht: 1500 Euro Geldstrafe

- Symbolbild

Halver  - Zuweilen muss der unbeteiligte Zuschauer zugeben, dass es uneingeschränkt gut ist, dass sich zwei Menschen getrennt haben – selbst dann, wenn sie ein gemeinsames Kind haben.

Von Thomas Krumm

Recht unterschiedliche Darstellungen über einen allerletzten Konflikt gaben gestern ein 25-jähriger Angeklagter und seine 24-jährige Ex-Freundin im Amtsgericht Lüdenscheid. Ein „Gerangel“ habe es am 4. März in ihrer Wohnung in Halver gegeben, versuchte der junge Mann den Konflikt herunterzuspielen. Und - “ja“ – er habe versucht, ihr das Handy wegzunehmen, weil das Auskunft geben sollte über eine mögliche neue Freundschaft der 24-Jährigen. Die wiederum bestätigte in ihrer Aussage die Anklage: Der Beschuldigte habe sie an den Haaren zu Boden gezogen, während sie das gemeinsame Kind auf den Armen hatte. Schürfwunden und Blutergüsse, die später auch von einem Arzt dokumentiert wurden, seien die Folge gewesen. Im Gegensatz zu ihm habe sie die Beziehung schon vor dem Besuch am 4. März als beendet betrachtet, versicherte die Zeugin. Und weil sie Böses befürchtete, habe sie ihm nach seinem Eintreffen mitgeteilt, dass sie ihn nicht zu sehen wünsche. „Ich weiß, wie das zwischen uns eskalieren kann. Ich habe ihm 1000 Mal ausdrücklich gesagt, er möchte gehen.“ Der Angriff „mit der Kleinen auf dem Arm“ habe tatsächlich ihr und ihrem Handy gegolten. „Er hat es mir weggenommen, hat gelesen und ist verschwunden.“

Der Angeklagte nutzte sein letztes Wort zu einer Erwiderung: „Ich bin mir absolut sicher, dass die Person da hinten lügt. Ich bin nicht der Böse.“ Nie hätte er seine Exfreundin mit dem Kind auf dem Arm angegriffen, versicherte er. Nicht wegen dieser Geschichte, wohl aber wegen der Verletzungen, die die Zeugin erlitten hatte, verurteilte ihn Richter Peter Alte zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 30 Euro. Die Entscheidung war knapp: 2013 hatte der Angeklagte schon eine dreimonatige Haftstrafe wegen eines Angriffs auf seine Ex-Freundin kassiert, deren Bewährungszeit nun verlängert werden könnte.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Kontrahenten könnten sich also im Landgericht wiedersehen.

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