Beunruhigung über finanzielle Situation

Pfarrer Werner Kenkel

OBERBRÜGGE ▪ Pfarrer Werner Kenkel sorgt sich um die Zukunft der Evangelischen Kirchengemeinde Oberbrügge. „Anlass zur Beunruhigung gibt auch die finanzielle Situation unserer Gemeinde“, erklärt der Geistliche in einem Schreiben an die Mitarbeiter.

Nach einem Defizit von rund 14 000 Euro in diesem Jahr könnte der Haushalt für das kommende nur durch eine Entnahme aus der Rücklage in Höhe von 27 000 Euro ausgeglichen werden. „Es ist zu befürchten, dass diese Zahl in den kommenden Jahren noch größer wird.“

Das Problem, das bereits 2005 angekündigt worden wäre, sei nun da, erklärt Pfarrer Kenkel auf AA-Anfrage. „Oberbrügge kann alleine eine Pfarrstelle nicht finanzieren.“ Das finanzielle Loch wachse. Daher werde es auf der Suche nach Lösungen im Januar auch ein Gespräch mit dem Superintendenten Klaus Majoress geben. Die Gemeinde soll zudem mitgenommen werden. „Es wird auf jeden Fall eine Gemeindeversammlung geben.“ Grund der finanziellen Probleme sind besonders ausbleibende Kirchensteuereinnahmen für Oberbrügge. So schlägt auch der demografische Wandel negativ zu Buche.

Das freiwillige Kirchgeld ist für die Gemeinde zwar wichtig, kann die Not aber nur bedingt lindern. Etwa 1800 Euro seien in diesem Jahr zusammengekommen. Daher will Pfarrer Kenkel im nächsten Jahr zudem nach anderen Wegen suchen. „Es wird eine Werbeaktion geben.“ Um den aktuell 1190 Oberbrügger Gemeindegliedern deutlich zu machen, wie viel Geld benötigt wird, führt Kenkel das Beispiel der Zigarettenschachtel an. 4 Euro monatlich von jedem Gemeindeglied würden reichen. „Da müsste nur jeder mitziehen.“

Es gibt aber auch weitere Aufgaben: Nach der Verabschiedung der Jugendreferentin Anne Thielen am 28. November existiert die Planstelle noch. Pfarrer Kenkel weiß aber, dass die Jugendlichen eher nach Bever, zum CVJM oder zu anderen Orten gehen, wo etwas los ist. „Wir sind zu der Erkenntnis gelangt, dass sich ein eigenes Angebot für Jugendliche in Oberbrügge nicht lohnt“, erklärt Kenkel.

Ein Feld, auf dem aber gehandelt werden soll, ist die Arbeit mit Kindern. Für diese soll es ein Angebot geben. „Wir werden auf jeden Fall ein neues Konzept erarbeiten.“ Wünschenswert wäre laut dem Pfarrer vielleicht, mit einer Jungschar oder „projektmäßigen Angeboten“ neu anzufangen. Doch auch das Kirchengebäude bleibt im Blick. Wie im November und Dezember, als an den Samstagabenden die Kirche für eine Stunde geöffnet war, soll auch trotz einer bislang geringen Resonanz an der Idee im nächsten Jahr festgehalten werden. Angedacht ist dies für die Passionszeit. ▪ Marco Fraune

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