1. come-on.de
  2. Volmetal
  3. Halver

Schwimmen oben ohne in der Herpine Thema in Halver? 

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sarah Lorencic

Kommentare

Das Waldfreibad Herpine ist eröffnet.
Das Waldfreibad Herpine. © Fabienne Schwarzer

Dürfen sich Frauen in der Herpine oben ohne sonnen und auch ohne Bikinioberteil schwimmen gehen? In Göttingen ist das seit dem 1. Mai zumindest an Wochenenden erlaubt. Die neue Regelung in der niedersächsischen Stadt geht zurück auf einen Vorfall im vergangenen Jahr, wo eine Frau, die ihre Brüste nicht verdeckte, aus dem Schwimmbad geworfen wurde und mehrere Monate lang Hausverbot bekam.

Halver - Der Fall von Mina Berger, die sich selbst nicht als Frau wahrnimmt, schlug Wellen. Es schalteten sich die Initiative „Gleiche Brust für alle“ und das Göttinger Frauenforum ein. Sie forderten, dass alle Geschlechter gleichberechtigt ihre Oberkörper unbekleidet zeigen dürfen. Wo es Männern gestattet sei, ihren Oberkörper zu zeigen, sollten es alle Menschen dürfen. Mit Erfolg. Jetzt darf man – zumindest in Göttingen – auch als Frau auf ein Oberteil im Freibad verzichten.

In Halver aber sei das kein Thema, sagt Philipp Hutt, Geschäftsführer der Herpine. Noch nie habe er erlebt, dass eine Frau im Waldfreibad ihre Brüste nicht verdeckte oder um Erlaubnis fragte. Sollte das aber einmal vorkommen, würde man seitens des Personals erst dann reagieren, wenn sich jemand davon gestört fühle. Eine Regel gebe es zumindest nicht, sagt Hutt. Aus der alten Heimat im Osten Deutschlands kenne Hutt das Bild von Frauen oben ohne im Schwimmbad, wenngleich es sehr selten war. Aber das war eine andere Generation, sagt er.

Heute sei das kein Thema mehr, so Hutt. Heute gehe es allerdings auch weniger um Kultur oder Tradition, sondern um Gleichberechtigung. Die Personen hinter der Initiative fordern das Ende der Sexualisierung der weiblichen Brust.

Grundsätzlich darf der Betreiber des Freibads selbst entscheiden. Es gilt Hausrecht und Vertragsfreiheit, erklärt Rechtsanwalt Arndt Kempgens. Allerdings: „Er darf dabei aber nicht gegen das Antidiskriminierungsgesetz verstoßen, denn das bildet die Grenze der Privatautonomie.“ An diesem Punkt wird es spannend, da es rechtlich nicht klar ist, ob eine Bikini-Vorschrift gegen das Antidiskriminierungsgesetz verstößt. Gerade mit Blick auf die aktuellen Themen „Geschlecht“ und „sexuelle Identität“ sei das ein wichtiger Punkt, der im Auge behalten werden müsse.

Auch interessant

Kommentare