350 Besucher genießen Deutsches Requiem

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Werner Turck und seine Schwiegertochter Cora (rechts) dankten Kantorin Mary Sherburne (Mitte) sowie den Solisten Martin Berner und Sabine Schneider. ▪

HALVER ▪ Zum vorletzten Mal hob Mary Sherburne am Sonntag ihren Taktstock in Halver. Mit dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms brachte die Lüdenscheider Kirchenmusikdirektorin wieder einmal einen absoluten Höhepunkt der Kirchenmusik in die katholische Kirche „Christus König“.

Gemeinsam mit ihrem Lüdenscheider Vokalensemble, der Heinrich-Schütz-Kantorei, den Solisten Sabine Schneider und Martin Berner sowie dem Neuen Rheinischen Kammerorchester Köln bot sie den rund 350 Besuchern in der voll besetzten Kirche ein Konzert auf allerhöchstem Niveau.

Einen besseren Termin als den „Ewigkeitssonntag“, der das Kirchenjahr beschließt und dem Totengedenken gewidmet ist, hätten die Veranstalter kaum finden können. Denn in seinem Requiem setzt sich Brahms mit Hilfe von Bibeltexten nicht nur mit Leid, Tod und Trauer auseinander, sondern legt auch einen Schwerpunkt auf den Trost der Lebenden. Genau dieses Zwischenspiel von Trauer und Hoffnung wussten Sherburne und ihre Musiker bestens umzusetzen. Starke Choräle mit vollem Orchesterklang unterlegt von dunklem Paukendonner wechselten mit sanften, glockenklaren Melodien, die nur von einigen hellen Bläserklängen begleitet wurden. Das alles lockte die erfahrene Kreiskantorin, die im kommenden Jahr in den Ruhestand geht, mit fordernder Gestik aus Chor und Orchester hervor.

Gerade die sanften, stillen Passagen erreichten durch eine Verschlankung der Bläserbesetzung besondere Ausdrucksstärke. Die moderne Orchestrierung des Requiems von Ingo Schulz sorgte für eine gelungene klangliche Balance. Hervorragend besetzt waren auch die beiden Solisten. Martin Berner harmonierte mit seinem warmen Bariton im dritten und sechsten Satz perfekt mit dem Chor. Einen absoluten Höhepunkt stellte der Auftritt von Sopranistin Sabine Schneider dar. Das sanfte, langsame Vibrato ihrer Stimme drang auch in die hintersten Ecken der Kirche und unterstrich so eindrucksvoll die Trost spenden Worten der Bibelstellen aus Johannes, Jesus Sirach und Jesaja des fünften Satzes.

Nach den zuversichtlichen, erlösenden Schlussklängen des siebten Satzes brach donnernder Applaus los. Mit Ovationen bedachte das Publikum alle Mitwirkenden und die scheidende Kreiskantorin im Besonderen, als diese von Sponsor Werner Turck einen Strauß Blumen überreicht bekam. Und auch nach dem Konzert riss die Schlange der Gratulanten nicht ab. Alle wollten Sherburne noch ein paar gute Worte mit auf den Weg geben und ihr sagen, wie sehr sie die hochkarätigen Kirchenkonzerte mit ihr in vergangenen Jahren genossen hatten. ▪ Marit Schulte

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