Mittwoch ist Tag des Balletts

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Für die beiden Aufführungen am 30. Juni und 1. Juli studieren die Balletttänzerinnen der Musikschule Volmetal derzeit unter Anleitung von Stina Emmerich Tänze aus aller Welt ein.

Halver - Den kleinsten Elevinnen, die Tanzpädagogin Stina Emmerich auf spielerische Art und Weise an die Grundlagen des Balletts heranführt, ist die Farbe Rosa vorbehalten. „Die nachfolgende Gruppe hat hellblaue Trikots“, erzählt die Wuppertalerin, die an der Musikschule Volmetal das Fach Ballett unterrichtet.

„Jede Gruppe hat ihre eigene Farbe.“ In die nächst höhere Gruppe mit anderer Farbe zu kommen, ist für jede Schülerin ein ehrgeiziges, erstrebenswertes Ziel. Zum Welttag des Balletts am Mittwoch haben wir die jungen Tänzerinnen besucht. Mit derzeit 200 Schülerinnen teilt die an der Schule für Bühnentanz Pergel-Ernst in Düsseldorf ausgebildete Tanzpädagogin, die seit sechs Jahren an der Musikschule tätig ist, ihre Begeisterung für den Tanz in seinen unterschiedlichsten Ausdrucksformen.

„Die Zahlen steigen an“, erzählt sie uns bei unserem Besuch in Halver. „Bei der letzten Aufführung waren es noch 150 Kinder.“ An vier Tagen in der Woche trainiert Stina Emmerich tanzbegeisterte Kinder, Jugendliche und Erwachsene – montags und freitags in Meinerzhagen, mittwochs in Halver und donnerstags in Schalksmühle. In Musikschulräumen und im AFG läuft das Training. Jeden Dienstag fährt sie darüber hinaus nach Stolberg bei Aachen, um dort in einer Ballettschule Unterricht zu erteilen. Gerade einmal drei Jahre alt sind die jüngsten Elevinnen. In Vorurteilen und Klischees sieht Stina Emmerich die Tatsache begründet, dass sich nur selten Jungen zum Ballett anmelden. „Momentan ist kein einziger Junge dabei“, bedauert sie.

„Es fangen immer mal wieder Jungen an, aber die hören meist nach einer gewissen Zeit auf.“ Einen Grund dafür sieht die Tanzpädagogin darin, dass die Jungen nicht nur mit Mädchen trainieren wollen. Manchmal möchten vor allem die Väter ihre Söhne auch lieber in einer anderen Sportart sehen, vermutet sie. „Es herrschen viele Vorurteile.“ Danach gefragt, was sie am Ballett fasziniert, nennt Stina Emmerich spontan die Disziplin und die Herausforderung, mit dem Körper etwas (er)schaffen zu wollen. „Man ist nie fertig. Man kann alles immer weiter perfektionieren.“ Auch die Verwandlung, die mit Kindern durch das Ballett geschehen kann, fasziniert sie stets aufs Neue: „Das stillste Kind hat plötzlich den größten Ausdruck, etwas, was es mit Sprache nie machen könnte. Wie sich die Kinder über die Jahre verwandeln, ist faszinierend.“ Mit dem Abitur, wenn es zum Studium oder in die Berufsausbildung geht, hören die meisten ihrer Tänzerinnen auf. „Ich habe aber auch eine Montagsgruppe, wo alle zwischen 18 und 22 Jahre alt sind. Die kommen alle von den Unis zum Tanzen.“ Auch eine Erwachsenengruppe, die sich Kindheitsträume erfüllt, gibt’s.

Nach der Waganowa-Methode, einer Unterrichtsmethode für klassisches Ballett mit Fokus auf die Elemente Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer, trainiert Stina Emmerich ihre Schüler. Alle zwei Jahre gibt es eine große Aufführung. In dem Jahr, in dem keine Aufführung ansteht, richtet sich die Zielsetzung des Trainings vollständig auf die Technik. Die französischen Begriffe der Ballettsprache erlernen die Kinder dabei nebenbei altersentsprechend. Bei den Kleinen heißt beispielsweise der Pas de chat noch „Katzensprung“. Je älter die Kinder werden, desto selbstverständlicher gehen sie mit dem Fachvokabular um. Bewundern können alle Tanzliebhaber die kleinen und großen Tänzerinnen der Musikschule am 30. Juni und 1. Juli in der Stadthalle Meinerzhagen bei der nächsten Aufführung von Stina Emmerich. Derzeit studiert sie mit ihren Gruppen Tänze aus aller Welt ein. In Kostümen treten die Kinder und Jugendlichen dann eine Reise um die Welt an.

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