E-Book: Entscheidung zwischen Nostalgie und Fortschritt

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Halver - 2014 hatten E-Books, elektronische Bücher, ihren Höhepunkt. 24,8 Millionen Bücher in digitaler Form wurden damals in Deutschland verkauft. Silke Berges, Inhaberin des Kö-Shops an der Mittelstraße, hat diesen Boom in ihrer Buchhandlung gemerkt. Doch die elektronischen Werke durchleben derzeit erneut einen Wandel.

Es ist eine Entscheidung zwischen Nostalgie und Fortschritt, die Leser treffen müssen. Sowohl für das Buch als auch für das E-Book, das sich auf einem tragbaren Lesegerät, dem E-Book-Reader, befindet, gibt es Vor- und Nachteile. Die Listen sind lang. 

Silke Berges und ihre Mitarbeiterin Ursula Boß wissen, worauf es den Kunden ankommt. 

Gefühl und Geruch spielen eine Rolle 

Die Leute haben lieber ein richtiges Buch in der Hand. „Den Aufschwung der E-Books im Jahr 2014 haben wir gemerkt. Aber seitdem sind viele E-Book-Leser wieder zurück zum Buch gekommen“, sagt Silke Berges. Es sei einfach etwas anderes, ein richtiges Buch in den Händen zu halten. Gefühl und Geruch spielen dabei eine Rolle. 

So geht es Silke Berges auch selbst: „Man muss blättern können. Digital ist nichts für mich. Man sitzt sowieso schon den ganzen Tag vor dem Computer.“ Auch für Ursula Boß sind elektronische Bücher überhaupt keine Alternative. „Ein E-Book hat gar nichts für die Sinne.“ Für sie seien Bücher auch ein schönes Gesprächsthema. „Wenn ich bei jemandem zu Besuch bin, schaue ich ins Bücherregal“, sagt sie. „Bücher sind schön gestaltet, machen was her“, findet Ursula Boß. Für manche sei auch das Licht abends im Bett ein Argument für den Griff zum E-Book-Reader. So werde der Partner nicht gestört. 

Es gibt einige Kunden, die zwischen beiden Möglichkeiten wechseln. Für den Urlaub wird zum Beispiel das Gerät herausgekramt, da es im Koffer nicht so viel Platz wegnimmt. Im Kö-Shop haben Kunden die Möglichkeit, ein Lesegerät und entsprechende E-Books zu erwerben. „Vier oder fünf Geräte habe ich verkauft“, sagt Silke Berges. Tolino und Pocketbook sind die Marken, die im Kö-Shop erhältlich sind. „Wir haben drei Kunden, die regelmäßig bei uns die Bücher in elektronischer Form kaufen.“ Bei einer Kundin seien zwei Geräte bereits kaputt gegangen. „Inzwischen liest sie wieder Bücher.“ 

Konsequenzen von E-Books 

Ulla Boß gibt auch die Konsequenzen, die E-Books mit sich bringen, zu bedenken. Zum einen sind sie etwas günstiger als die Bücher aus dem Regal. Zum anderen werden auch die E-Books immer weitergereicht. Aus urheberrechtlicher Sicht sei das schwierig, sagt Sike Berges. „Irgendwann gibt es den großen Nachschub dann nicht mehr. Die Verlage können dann nicht mehr so viel produzieren“, erklärt Ursula Boß. „Darüber denken die Leute nicht nach.“ 

Bei einem Kauf eines Kindles – das ist eine bestimmte Marke von E-Book-Readern – ist man an den Onlineanbieter Amazon gebunden. Das sei vielen gar nicht bewusst, sagen die Frauen. Insgesamt habe sich das Konsumverhalten der Menschen stark verändert. Der Einzelhandel habe es immer schwieriger – und das nicht nur in Halver. Leerstände an der Frankfurter Straße bestätigen das.

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