Zu Besuch im Fundbüro der Stadt Halver: Den meisten reicht ein „Dankeschön“

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Eine Kindermütze, eine Brille und sehr viele Portemonnaies liegen momentan bei Larissa Arnold im Fundbüro im Rathaus. Werden die Sachen nach sechs Monaten nicht abgeholt, kann sie entweder der Finder behalten, oder sie werden vernichtet

Halver - Eine Kindermütze, eine Perlenkette und viele Portemonnaies, Schlüssel und Handys liegen bei Larissa Arnold im Schrank. Sie ist bei der Stadt für das Fundbüro zuständig und nimmt im Rathaus allerlei herrenlose Gegenstände an. „In diesem Jahr waren es bis jetzt 46, 18 davon wurden schon abgeholt“, sagt sie.

Besonders Portemonnaies würden durch die Karten oder den Ausweis schnell zugeordnet. Bei den Mobiltelefonen sieht das schon etwas schwieriger aus. „Meistens sind die schon aus. Dann schauen wir, welche SIM-Karte eingelegt ist und der Netzbetreiber informiert dann den Besitzer.“

Online-Suche im Fundbüro möglich

Wird eine Fundsache ohne Namen oder sonstigen Hinweis auf den Besitzer abgegeben, kommt es darauf an, dass sich dieser selbst bei Larissa Arnold meldet. Geschieht das, nimmt Arnold die Informationen über den verlorenen Gegenstand auf, um den Besitzer zu informieren, falls Handy, Schlüssel oder Portemonnaie gefunden werden.

Trotzdem melden sich die Besitzer oft mehrmals im Rathaus und fragen nach, ob der Gegenstand abgegeben wurde. Nerven tut das Arnold nicht, eher im Gegenteil: „Ich sage ihnen, sie können ruhig noch mal nachfragen. Wenn das Portemonnaie heute noch nicht dabei war, ist es vielleicht morgen da.“

Die Fundsachen sind im Schrank nach Monaten sortiert. Rechts ist ein Fach für Gegenstände, die in sechs Monaten nicht abgeholt wurden und zum Vernichten gesammelt werden.

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Wer nach einem verlorenen Gegenstand sucht, kann das auf der Seite der Stadt auch zunächst online tun. Dort werden Daten wie das Verlustdatum, der Gegenstand und die Marke angegeben, woraufhin eine Liste mit zutreffenden gefundenen Gegenständen angezeigt wird.

Liegt andersherum eine Fundsache im Rathaus und wird innerhalb eines halben Jahres nicht abgeholt, wird sie in den allermeisten Fällen vernichtet. Zwar habe der Finder einen Anspruch auf die Sache, Schlüssel, die mit Abstand am häufigsten gefunden würden, dürfen allerdings nicht weiter gegeben werden. Auch Handys landen durch die gute Möglichkeit, den Besitzer ausfindig zu machen, selten beim Finder. „Es wurde schon mal Bargeld abgegeben, das nehmen die Finder dann auch an“, sagt Arnold.

Gesetzlich vorgeschrieben ist übrigens auch ein Finderlohn von fünf Prozent, in Halver würde der aber äußerst selten in Anspruch genommen. „Vielleicht ein Mal, seitdem ich das hier mache. Den meisten reicht ein ,Dankeschön‘“, sagt Larissa Arnold.

Gefundene Schlüssel werden in einer separaten Box mitsamt Beschreibung sorgfältig aufbewahrt.

Kurioses wird im Halveraner Fundbüro nicht häufig abgegeben. Einmal habe ein Gebiss im Schrank gelegen, auch einen Kinderwagen hatte jemand mal verloren. „Ich hatte auch mal einen alten Tankdeckel mit steckendem Schlüssel hier“, erinnert sich Arnold. Momentan liegen, sortiert nach Monaten, allerdings nur Portemonnaies, Handys, Schmuck und die eingangs erwähnte Kindermütze in den Fächern. In einer Box sind viele Schlüssel in Tütchen verpackt und mit der genauen Beschreibung versehen.

Gebiss, Kinderwagen und Tankdeckel

Wer ein Tier findet, sollte das allerdings nicht im Fundbüro abgeben. Zwischen der Stadt und dem Tierschutzverein Halver-Schalksmühle ist vertraglich geregelt, dass sich letzterer um Fundtiere kümmert und deren Besitzer ausfindig macht.

Bei Hunden sei das durch Chips, Hundemarken oder Tasso-Registrierungen generell nicht besonders schwer. Für Katzen bestehe allerdings in Halver keine Kennzeichnungspflicht, weshalb sie nicht immer mithilfe von Chips oder Tätowierungen zugeordnet werden könnten.

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