Was passiert jetzt?

Die begehrteste Fläche der Stadt: das Wippermann-Gelände

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10 500 Quadratmeter mehr könnten bald der Stadt Halver gehören: Die möchte das Wippermann-Gelände kaufen.

Halver - Es ist die begehrteste Fläche in Halver. Am Mittwoch entscheidet als letzte politische Instanz im nicht-öffentlichen Teil der Hauptausschuss über den Kauf des Wippermann-Geländes inmitten der Stadt.

Wie interessant das mehr als 10 500 Quadratmeter große Areal zwischen Frankfurter Straße, Bahngelände und Gleisanlagen ist, zeigt schon ein kurzer Blick auf die Vorgeschichte in den vergangenen Jahren: 

Der Lebensmittel-Discounter Lidl hatte bereits beim Märkischen Kreis eine Abrissgenehmigung für das Gebäude des Werkhofs erwirkt – ohne dass ihm die Fläche gehörte.

Die Stadt Halver hat bereits die Genehmigung für den Betrieb einer Annahmestelle für Grünabfälle beim Märkischen Kreis erwirkt – ohne dass ihr die Fläche gehörte. 

Und nicht zuletzt: Für die Vorstellungen, wie man die Fläche zukunftsfähig entwickeln könnte, hat die Stadt bereits den ersten Stern im Förderverfahren der Regionale 2025 erhalten – ohne dass ihr die Fläche gehörte. 

Es ist mutmaßlich ein Millionen-Deal

Es ist mutmaßlich ein Millionen-Deal, den die Erben der Fläche, Petra und Axel Wippermann, mit der Stadt Halver, konkret mit Markus Tempelmann, nach „konstruktiven Verhandlungen“ über die Bühne gebracht haben. Auch vor dem Hintergrund des Erhalts des Werkhofs als Alleinstellungsmerkmal seien sie bereit gewesen, „Zugeständnisse bei den Verkaufsoptionen zu machen“, hieß es Ende vergangener Woche in einer Mitteilung. Wie diese Zugeständnisse aussehen, wird nicht bekannt. Stadt und Erben hatten über den Kaufpreis Vertraulichkeit vereinbart. 

Absehbar ist mit Stand von jetzt, dass die mehr als einen Hektar große Fläche Kernthema für Verwaltung und den neuen Rat in den kommenden Jahren wird, so die Einschätzung von Bürgermeister Michael Brosch im Gespräch. 

Rettung für den Werkhof: Das Sozialkaufhaus soll bleiben.

Die wesentliche Idee, entwickelt federführend durch Matthias Clever, Geschäftsführer des Stadtmarketings Halver und Grünen-Fraktionschef, setzt auf drei Bereiche: 

den Erhalt des Werkhofs mit einer Vielzahl von Arbeitsplätzen und seiner Versorgungsfunktion für Bürger aus der Stadt und von außerhalb, 

die Entwicklung eines Kreativ-Quartiers, dass den baulichen Querriegel an der Frankfurter Straße (ehemals Polizeiwache) sowie ungenutzte Flächen des Werkhofs umfassen würde, 

und die Nutzung des südlichen Teils des Geländes in Richtung Kulturbahnhof zur Schaffung attraktiven innerstädtischen Wohnraums. 

Bestandteil der Regionale 2025

Dieses weit entwickelte Konzept war Bestandteil der gemeinsamen Bewerbung der fünf Kommunen im Rahmen der Regionale 2025. Als Leitprojekt innerhalb des Dachkonzepts erfolgte die erste Auszeichnung (1. Stern), die nun weiterzuqualifizieren ist für den 2. Stern. Mit dem 3. Stern gilt das Projekt – so die Regeln des Verfahrens – als bewilligt. 

Unstrittig sein dürfte der Fortbestand des Werkhofs, der von allen Seiten Rückendeckung genießt. Das dürfte weitestgehend auch für die beiden weiteren Elemente gelten. Sowohl das Kreativ-Quartier wie auch die Vorstellung, Wohnraum in neuen Formen zu schaffen, sind im Prinzip nicht strittig. Interessant könnte es aber werden, wenn es ins Detail geht. 

Fläche fürs Wohnen im Gespräch

Im südlichen Bereich könnte die Fläche fürs Wohnen mühelos an den Markt gebracht werden. Dort handelt es sich um eine 1-A-Wohnlage nahe dem Kulturbahnhof und dem Fachmarktzentrum in begehrter Südlage. Ob es sich letztlich in diese Richtung entwickelt, muss aber am Ende die Politik entscheiden. Wohnraum entstehen könnte dort auch in anderer Form für junge Gründer, die sich im benachbarten Kreativ-Quartier ansiedeln, um sich mit ihren Geschäftsideen zu etablieren, oder für junge Bürger aus Halver und Umgebung, für die dort preiswert Wohnraum entstehen könnte. Ob dies realisierbar ist oder auch andere Optionen, ist zurzeit völlig offen. 

Auch für eine innerstädtische Kita, ein Medizinisches Versorgungszentrum oder ein Boarding-House für Geschäftsleute, die zeitweise Unterkunft in Halver suchten, wäre die Lage ideal, gibt Brosch weitere Überlegungen wieder. Welche Möglichkeiten sich auftun könnten, werde nun zunächst ein Büro untersuchen, um das Wippermann-Quartier auf seine Chancen mit Hinblick auf eine Regionale-Förderung zu prüfen. 

Kreativ-Quartier mit gemeinnütziger GmbH denkbar

Und auch für das Kreativ-Quartier gelte es zunächst, die organisatorischen Weichen zu stellen. Aus Sicht Clevers käme dafür eine gemeinnützige GmbH in Betracht, die als Trägergesellschaft mit verhältnismäßig geringem Aufwand zu errichten sei. Eine große Hängepartie erwartet Brosch mit Blick auf das Leitprojekt Kreativ-Quartier aber nicht. 

Während in Halver derzeit die letzten Ausläufer der Regionale 2013 an Frankfurter- und Bahnhofstraße baulich umgesetzt werden, ist bei der Folge-Regionale das Jahr 2025 als Präsentationsjahr gesetzt. Das heißt: Bis dahin sollten die Ideen auch weitestgehend umgesetzt sein.

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