Besitzer sauer: Wald wird als Müllkippe und Toilette genutzt

Ein Schild hängt an einem Baum. Das haben die Waldbesitzer in Halver bereits vor Jahren angebracht. Trotzdem entsorgen Menschen in ihrem Wald Müll und nutzen ihn als Toilette.
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Alle Mühe bringt nichts: Das Schild haben die Waldbesitzer bereits vor Jahren angebracht. Trotzdem entsorgen Menschen in ihrem Wald Müll und nutzen ihn als Toilette.

Unscheinbar, aber doch bekannt ist der kleine Wald zwischen Nieder Hedfeld und Schanzmannsmühle. Denn immer wieder laden Menschen in dem kleinen Waldstück direkt an der Straße ihren Müll ab. 

Halver - Am häufigsten jedoch finden die Waldbesitzer, die namentlich nicht genannt werden möchten, Taschentücher und menschliche Hinterlassenschaften. Und sie sind verärgert, könnten „platzen vor Wut“. Nicht nur, weil sie den Müll selbst entsorgen müssen, der illegal in ihrem Wald entsorgt wird. Sie sind auch erschüttert darüber, dass Menschen überhaupt auf die Idee kommen, die Natur so zu verschmutzen. In dem neuesten Fall ist klar: „Da hat wieder jemand renoviert.“ Ein alter Fußboden liegt in unzähligen Teilen auf dem Waldboden. Auf mehrere kleine Haufen wurde er gezielt dort abgeladen, vermuten die Besitzer.

Müll im Wald in Halver zwischen Nieder Hedfeld und Schanzmannsmühle.

Dabei freuen sie sich daran, wenn andere ihren Wald und die Lage mit Ausblick über die Landschaft genießen. Sogar einen Baumstamm hatten sie lange Zeit am Waldrand zur Straße liegen – für Fahrrad- und Motorradfahrer, wie sie sagen. Oft sei der Platz besetzt gewesen, aber als immer mehr Müll zurückgelassen wurde, haben sie den Stamm wieder entfernt. Dabei haben sie selber gerne abends dort gesessen.

Neben Müll und Hinterlassenschaften sind es vermehrt auch immer wieder Grünabfälle. Im Auto haben sie dafür einen Rechen, mit der sie die Haufen dann wenigstens verteilen, damit der Abfall nicht anfange zu faulen. „Das ist einfach eine Sauerei“, sagt das Ehepaar. Bevor es den Kletterwald an der Herpine gab, war dieses Waldstück der erste Kletterwald in Halver.

Vereinbarung mit der Stadt

Aus dem Wald müssen die Besitzer den Müll selbst herausholen. Es gibt jedoch eine Vereinbarung mit der Stadt, dass der Bauhof den Müll vom Straßenrand abholt und entsorgt. Dabei entstehen den Waldbesitzern keine Kosten, wie Lutz Eicker vom Ordnungsamt sagt. „Weil Wälder öffentlich zugänglich sind, wurde diese Regelung getroffen.“ Anzeigen, sagt Eicker, bringe meistens nichts. Nur wenn die Müll-Entsorger auch Hinweise von sich hinterlassen, wie eine Adresse auf Paketen, kann man der Ordnungswidrigkeit nachgehen. Ärgerlich sei das jedoch allemal und Lutz Eicker kann die Waldbesitzer verstehen. „Das ist unmöglich – auch aus Sicht des Umweltschutzes.“

Dabei seien die Kosten für die Entsorgung so gering, dass er nicht verstehen kann, wie man auf die Idee kommt, wahrscheinlich nachts in den Wald zu fahren, um dort den Müll illegal zu entladen. Lesen Sie hier, was illegal im Wald entsorgt wurde.

Taschentuch wegschmeißen ok? Die Gesetzeslage:

Papiertaschentüchern werden aus Zellstoff oder aus Altpapier gewonnenen Papierfasern hergestellt. Bei der Bearbeitung kommen verschiedene Chemikalien zum Einsatz, zum Beispiel Chlorverbindungen, um das Papier aufzuhellen. Werden die Tücher in der Natur entsorgt und verrotten dort, reichern sich die Chemikalien im Boden an. Und das dauert rund sechs Monate. Deshalb zählt das Wegwerfen von Papiertaschentücher und beispielsweise auch Bananenschalen zu den Ordnungswidrigkeiten. Bei Müll, der im Wald entsorgt wird, wird unterschieden zwischen solchem, der eigentlich Hausmüll ist, und solchem, der Sperrmüll wäre (Reifen, Waschmaschinen). Für ein Taschentuch fallen 25 Euro Bußgeld an, für fünf Autoreifen 200 Euro.

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